Zum Hauptinhalt springen

Steuern, Stau und Standortpolitik

Liebe Politikinteressierte

Zuerst ein ernst gemeinter Rat: Es ist richtig heiss – und es wird noch heisser. Trinkt genug und versucht, körperliche Anstrengung draussen wenn möglich zu meiden. Redaktionshund Waldo möchte ausserdem daran erinnern, dass Hunde ihre Körpertemperatur nicht durch Schwitzen regulieren können. Lange Spaziergänge also unbedingt auf den Abend oder den frühen Morgen verlegen. Joggen mit oder ohne Hund ist tagsüber aktuell gar keine gute Idee. Das Bundesamt für Gesundheit bietet eine gute Übersicht mit Verhaltensempfehlungen. (Öffnet in neuem Fenster)

Macht es euch an einem kühlen Ort gemütlich und widmet euch unseren Inhalten, die diese Woche erschienen sind.

Den Anfang macht ein Text über “New Zurich”. Das ist eine Standortinitiative des Wirtschaftsnetzwerks Flughafenregion Zürich – kurz FRZ. Die “NZZ am Sonntag” hatte früh von der Sache Wind bekommen und im März davon geschrieben, dass die Flughafenregion zur globalen Metropole werden möchte.

Zur FRZ gehören neben über 850 Unternehmen auch 14 Städte und Dörfer, darunter grössere Gemeinden wie Opfikon, Kloten, Wallisellen oder Dübendorf und kleine Orte wie Nürensdorf oder Winkel. Es sind also Städte dabei, die in den letzten Jahren stark gewachsen sind und mittlerweile durchaus urbanen Charakter haben. Gleichzeitig sind Dörfer Teil des Vereins, die böse Zungen als typische Schlafgemeinden bezeichnen würden.

Eine Grossstadt wird “New Zurich” aber höchstens im übertragenen Sinn – politisch sollen die Gemeinden eigenständig bleiben, wie an einer Medienkonferenz mehrfach betont wurde. Vorstellen könnte man sich zwar schon, dass dereinst die Bezirksgrenzen im Kanton neu gezogen werden. Das dürfte jedoch Zukunftsmusik bleiben, wie 2025 schon der Regierungsrat feststellen musste. In vielen Gemeinden gibt es für ein solches Unterfangen aktuell nur wenig bis keine politische Zustimmung.

Der Name „New Zurich“ ist auf den ersten Blick clever gewählt. Der Kanton Zürich zählt bekanntlich zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Europas. Aber bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass das Label nicht besonders mutig ist. Bildet euch doch nach der Lektüre unseres Artikels eine eigene Meinung. (Öffnet in neuem Fenster)

Basel avanciert zum Vorbild

Beim nächsten Thema geht es um die Steuern. Die Steuerrechnung sorgt wohl bei kaum jemandem für Jubelstürme. Bei einigen Menschen sorgt sie aber für existenzielle Sorgen. Hierzulande sind Steuer­schulden laut dem Dachverband Schuldenberatung Schweiz das grösste Schulden­problem von Privat­haus­halten.

Die Stimmberechtigten des Kantons Basel-Stadt haben am vergangenen Abstimmungssonntag eine Revolution gewagt. Künftig sollen zehn Prozent vom Bruttolohn von Angestellten für die Steuern abgezogen werden. Voraussetzung ist, dass man in Basel wohnt und arbeitet. Wer nicht mitmachen möchte, muss sich abmelden beziehungsweise muss dem automatischen Steuerabzug widersprechen, wie es in unserem Text heisst (Öffnet in neuem Fenster).

Drei Kantonsrätinnen haben die Gunst der Stunde genutzt und das Thema auch im Kanton Zürich (wieder einmal) aufs Tapet gebracht. Mandy Abou Shoak (SP), Gianna Berger (AL) und Andrea Grossen-Aerni (EVP) wollen Steuerschulden verhindern, bevor sie entstehen. Sie haben dazu eine parlamentarische Initiative eingereicht.

Es gibt Geld für Cargovelos

Und dann wenden wir uns dem Verkehr zu. Auto- und Lastwagenfahrer stehen in der Region Zürich nämlich jährlich zwischen 94 und 107 Stunden im Stau. Es stellt sich deshalb die Frage, wie Grossverteiler und Logistikunternehmen mit dem Thema Stau umgehen. Planzer und Coop machen bereits das Beste aus der Realität. An einer von der Stadt Zürich organisierten Tagung wurden kürzlich positive Fallbeispiele erörtert – und wir berichten auf Rathuus darüber (Öffnet in neuem Fenster).

Dem Problem mit den oftmals im Stau stehenden Lieferwagen versucht die Stadt zum Beispiel mit Cargovelos entgegenzuwirken. So übernimmt sie seit April 2026 die Hälfte des Anschaffungspreises eines solchen Gefährts. Dazu können sich Unternehmen bewerben. Dieses noch wenig bekannte Förderangebot soll gemäss der Stadt die nachhaltige Mobilität unterstützen.

Auch eine Art Cargovelos sind die speziellen, kleinen Gefährte der Logistikfirma Planzer. Es sind schlanke Fahrzeuge mit grossem Frachtanhänger, die sich perfekt durch den Verkehr schlängeln lassen, ähnlich den Elektrodreirädern, welche die Post in den Quartieren zur Postzustellung nutzt.

Wir danken euch für eure Treue.

Liebe Grüsse

Lorenz Steinmann und Pascal Turin

Kategorie Newsletter

0 Kommentare

Möchtest du den ersten Kommentar schreiben?
Werde Mitglied von Rathuus und starte die Unterhaltung.
Mitglied werden