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(Öffnet in neuem Fenster)Dieser Blogpost beschließt die Serie „Deinen inneren Garten pflegen.“
Als Goodie habe ich für dich am Ende:
👉 ein Rezept für leckere Schlehenoliven
👉 Fragen zur Selbstreflexion
👉 Praktische Schritte.
(Öffnet in neuem Fenster)Fast jedes Wochenende – zumindest einen Teil davon – verbringe ich im Wald. Ich streune durchs Unterholz, die Augen fest auf den Boden gerichtet, als würde ich dort nach Gold suchen. An meinem Arm hängt ein Korb, der sich schnell füllt. Ich hätte nie gedacht, was für ein Adrenalinkick Pilze sammeln sein kann. Sehe ich einen braunen Hut, geht mein Puls durch die Decke: Ein Maronenröhrling? Oder sogar ein Steinpilz?
Es ist eine Jagd, aber ohne blutige Todesopfer. Ich spüre weder wie die Zeit vergeht, noch Hunger noch Durst.
Viele der Pilze muss ich stehenlassen. Sie sind schon zu alt, verlieren Sporen. Am lustigsten ist der Beutelstäubling. Er sieht aus wie ein unförmiges Ei. Wenn du auf ihn trittst, schleudert er seine grauen Sporen sichtbar aus einem Loch in der Kopfmitte. Du kannst also mitten im Wald Nebelmaschine spielen.
Einzelne Sporen sind kaum sichtbar, messen sie doch nur ca. ¼ mm im Durchmesser.
Und trotzdem können aus ihnen die größten Lebewesen wachsen, die unser Planet hervorbringt. Wir haben es alle in der Schule gelernt: Der Pilz ist nur der sichtbare Fruchtkörper. Der eigentliche Pilzorganismus liegt unterirdisch verborgen und heißt Mycel. Ohne dieses Wurzelwerk wäre ein Leben auf diesem Planeten unmöglich (aber ich will jetzt hier nicht ausschweifen und euch mit den Details langweilen).
(Öffnet in neuem Fenster)Fun Facts: Der unterirdische Pilz kann eine Fläche von einem Quadratkilometer einnehmen und gewaltige Biomasse bilden. Außerdem – und jetzt wird es verrückt – deuten neuere Forschungen an, dass die Mycel elektronische Signale zu Kommunikationszwecken sendet. Noch verrückter: Das größte Lebewesen dieser Welt ist ein Hallimasch in Oregon, der 9 Quadratkilometer groß und älter als 2000 Jahre ist.
Ich muss sagen: Mich frustriert es ein bisschen, dass der Wald so mühelos die leckersten Früchte hervorbringt ohne die Einmischung eines Menschen. Und ich plage mich in meinem Garten mit Kompostieren, Aussaat, Pflege. Vielleicht war die Sesshaftwerdung des Menschen eine wirklich dumme Idee. Wir hätten Jäger und Sammler bleiben sollen. (Oder wie Yuval Harari in seinem Buch „Eine kleine Geschichte der Menschheit“ schreibt: „Untersuchungen von fossilen Skeletten zeigen, dass der Übergang zur Landwirtschaft ein Füllhorn von Leiden mit sich brachte.“)