Mira* schreibt, wie sie kürzlich in eine neue Stadt gezogen ist und trotz einer guten Nachbarschaft durch die belastete Vergangenheit ihrer Nachbarin und deren Umgang mit den Kindern innerlich hin- und hergerissen ist. Sie sucht nach einer gesunden Haltung und Wegen, ihre Unterstützung anzubieten, ohne übergriffig zu werden.
In diesem Steady-Format beantworte ich regelmäßig eure Fragen rund um Elternschaft, mentale Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung – einfühlsam, alltagsnah und fachlich fundiert aus meiner Perspektive als studierte Neurowissenschaftlerin, Trageberaterin, Elternkursleiterin – und als Mutter von drei Kindern, die das echte Leben kennt.
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Die Fragen sind leicht verändert und pseudonymisiert (*), um die Privatsphäre der Fragestellenden zu wahren.
Hallo liebe Anna,
Seit nun 5 Wochen habe ich eine Nachbarin im selben Alter wie ich, nur hat sie 3 Kinder. Alle ungefähr mit einem oder zwei Jahren Altersunterschied.
Ihr ältester Sohn benötigt besondere Aufmerksamkeit, denn er ist diagnostiziert ein Kind mit mehreren Bedürfnissen. Durch seine schnelle Reizüberflutung ist der 5jährige sehr oft und dolle am Weinen, was ich nicht belästigend empfinde (wir wohnen im Doppelhaus). Eher finde ich es herzzerreißend, weil ich die Gefühle meiner Tochter immer begleite, was mehr oder weniger immer sehr gut verläuft (die Erzieherinnen in der Kita sind zu uns mit sehr vielen Komplimenten an uns getreten, weil ich ((durch dich<3)) vieles ‚richtig‘ mache), das sehe ich bei ihr aber gar nicht. Jedenfalls bin ich auf der einen Ebene super froh, dass ich mich mit meiner Nachbarin so gut verstehe.Nur ist da das ‚Problem‘ mit Ihrer Begleitung gegenüber ihrer drei Kinder. Sie schreit sie oft an, sie lässt sie weinen. Bringt ihre Kinder ins Bett, in dem sie sie aufs Zimmer schickt und das Verbot haben, sie nach 20Uhr anzusprechen. Sie bekommen abends auch häufig Toast mit Ketchup… dasselbe ist ihr ‚Frühstück‘ und in den Kinderzimmern ist ganz viel Chaos. Auch der verbale Umgang schreckt mich ab, es fühlt sich für mich toxisch an, wie sie mit den kleinen Kindern kommuniziert.
In Gesprächen mit ihr erzählte sie mir, dass ihre Kindheit furchtbar war [Beschreibung von sehr stark traumatischen Situationen, gekürzt für die Privatsphäre]. Ihre Vergangenheit und die Traumata, die sie erlebte, haben Auswirkungen auf Ihre Kinder. Wenn es mich belastet, wie sie den Umgang mit und zu Ihren Kindern pflegt; wie wäre eine gesunde Haltung dazu?
Danke dass du mir deine Sicht anvertraust. Ich weiß das sehr zu schätzen und deine Arbeit im Allgemeinen ist essenzieller Bestandteil seit 4 Jahren.Es ist schön, dass es dich gibt!
Liebe Grüße,
Mira*
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