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Andor / Staffel 2 (2025)

Cassian Andors Kampf im Auftrag des Geheimdienstes der Rebellion geht weiter. Er hat verschiedene Einsätze, doch keiner ist so prägend wie der auf Ghorman, wo er Zeuge an einem imperialen Genozid an der einheimischen Bevölkerung wird. Langsam sammeln sich alle Rebellen auf Yavin IV, um dem Imperium einen entscheidenden Schlag zu versetzen. Währenddessen ist der imperiale Geheimdienst nicht untätig und Mon Mothma muss sich endgültig entscheiden, ob sie Senatorin oder Rebellenanführerin sein will.

An der zweiten Staffel von Andor ist einiges besser als an der misslungenen ersten. Nun ist wieder wenigstens ein Hauch von Star Wars spürbar. Das liegt vor allem daran, dass jetzt endlich wieder Aliens zu sehen sind, die ja in der Vorgängerstaffel vollkommen fehlten. Denn Star Wars ohne Aliens ist kein Star Wars. Zwar sieht man sie hauptsächlich am Rande, als Kulisse und in kurzen Szenen, aber als Saw Gerrera und seine Bande mit den Tognathianern Benthic und Edrio sowie dem Gigoraner Moroff auftaucht, dürfen sie sogar kurz sprechen. Ich habe trotzdem noch eine Menge auch an dieser Staffel zu meckern. Der wichtigste Schauplatz der Serie ist Ghorman, eine fantastische Möglichkeit, eine neue Alien-Spezies einzuführen oder eine bestehende Alienkultur genauer zu beschreiben. Was macht Tony Gilroy und sein Team daraus? Franzosen! Ist das eurer Ernst?

Immer wenn es um Cassian Andor geht wird der Plot spannend. Andors Abenteuer hätte man in einem 90-minütigen Film abhandeln können, stattdessen muss man sich durch stundenlanges Gelaber unbekannter und uninteressanter Menschen quälen. Wen bitteschön interessiert das Alltagsleben und die dämlichen Schwiegermutterprobleme von imperialen Bürokraten oder irgendwelche Hochzeiten von Senatorinnentöchtern, auf denen geschwafelt wird, als würde man House of the Dragon (2022) gucken? Das hat doch mit Star Wars nichts zu tun. Eine Laberszene folgt auf die nächste.

Der Schnitt fällt hier generell extrem negativ auf. Immer wenn endlich etwas Action passiert oder die Story vorangetrieben wird, wird weggeschnitten. Diese Schnitte machen mich wahnsinnig: Weizenfelder - Weltraum - Hochzeit - Weizenfelder - Weltraum - Hochzeit. In einer Minute zwei Dutzend Schnitte, eine hektische Aneinanderreihung von Szenen, die nichts miteinander zu tun haben und alle gleichzeitig ablaufen. Eine Szene ist spannend - Schnitt. Dennoch war Folge 8, die das Massaker an den Ghormanern zeigt, die erste und einzige Folge dieser Serie überhaupt, die mich dramaturgisch zu fesseln wusste. Da kam endlich mal Rogue One-Stimmung auf.

Und dann gab es noch eine wirklich herausragende Parallele zur US-amerikanischen Politik dieser Zeit. Mon Mothmas Rede im Senat über die systematische Zerstörung von Wahrheit hat eine irdische Entsprechung und am Ende ihrer Rede spricht sie nicht mehr zur Star Wars-Galaxie, sondern zum amerikanischen Volk. Das Monster, von dem sie spricht, ist nicht Imperator Sheev Palpatine, sondern Donald Trump.

Das Finale der zweiten Staffel entschädigt die vielen Stunden Langeweile wenigstens ein bisschen, denn da kommt mit dem Droiden K-2SO und dem Mon Calamari Admiral Raddus ein sanftes Gefühl von Star Wars auf. Am besten gefiel mir aber das Alien im Repulsor-Schwebestuhl, das Kleya Marki in dem imperialen Krankenhaus als Tarnung diente. Insgesamt eine eher durchwachsene Serie, die in ihrer Machart absolut auf heutigem und somit für mich unerträglichem Serien-Niveau ist.

https://www.imdb.com/de/title/tt9253284/ (Öffnet in neuem Fenster)
Kategorie Serie