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The Call of Cthulhu (2005)

Ein junger Mann findet im Nachlass seines Onkels, einem ehemaligen Professor von der Brown University, eine Kiste mit Dokumenten, die von einem mysteriösen Cthulhu-Kult berichten. Er beginnt, die Nachforschungen seines Onkels zu sichten und verliert sich immer mehr in den Schriftstücken, die von den Träumen eines halluzinierenden Künstlers und einer Polizeiaktion in den Sümpfen Louisianas künden. Am Ende begibt sich der junge Erbe selbst auf die Reise und fördert in seinen Recherchen das Tagebuch eines norwegischen Seemanns zutage, was von einer Insel im Südpazifik berichtet, auf der Cthulhu hausen soll. Stück für Stück verfällt der junge Mann dem Großen Alten Cthulhu und dem Wahnsinn.

The Call of Cthulhu ist eine 2005 erschienene Stummfilm-Adaption von H.P. Lovecrafts Erzählung "Cthulhus Ruf" aus dem Jahr 1928. Inszeniert und produziert wurde der Independentfilm von dem US-amerikanischen Schriftsteller, Herausgeber, Filmemacher, Spieledesigner, Hörbuchsprecher und Mitbegründer der "H.P. Lovecraft Historical Society" Andrew Leman zusammen mit seinem langjährigen Freund Sean Branney. Leman war ebenso an den Spezialeffekten beteiligt und wirkte auch in einer kleinen Rolle als Schauspieler mit. Das Multitalent ist bekannt für seine Beteiligung an einer ganzen Reihe von Indie-Kurzfilmen, die allesamt Lovecraft-Stoffe adaptieren oder dokumentieren: The Testimony of Randolph Carter (1987), A Shoggoth on the Roof: A Documentary (2000), The Whisperer in Darkness (2011), The Ordeal of Randolph Carter (2016), Lovecraftia: Crafting Lovecraft (2017). In den Hauptrollen sind Matt Foyer als Francis Wayland Thurston, John Bolen als Der Zuhörer, Ralph Lucas als Professor Angell, Chad Fifer als Henry Wilcox, David Mersault als Inspector Legrasse und Barry Lynch als Professor Webb zu sehen. Vertrieben wurde The Call of Cthulhu von der H.P. Lovecraft Historical Society. Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet.

Lovecrafts Geschichte galt lange als unverfilmbar, und doch ist hier eine der schönsten Lovecraft-Adaptionen überhaupt gelungen. Sie beweist eindrucksvoll, dass ein stimmungsvolles und gut gemachtes Werk möglich ist, wenn nur genügend Herzblut darin steckt. Von dieser Low-Budget-Produktion könnten sich zahlreiche Filmproduktionsfirmen mit Millionen-Budgets eine große Scheibe von abschneiden.

Der Kurzfilm von etwa 45 Minuten Länge nutzt "Mythoscope", eine Mischung aus Vintage- und modernen Techniken, um den Look eines Films der 1920er-Jahre zu erzeugen. Vor allem die tollen Miniatursets, z.B. vom Sumpf in Louisiana oder von der versunkenen Stadt R'lyeh sind wunderschön gestaltet und tragen maßgeblich zur typischen Lovecraft-Stimmung bei. Für den Großen Alten Cthulhu verwendeten die Filmemacher eine animierte Puppe, dessen Skelett fast einhundert Gelenkpunkte besaß (ohne die Tentakeln). Kopf, Hände und Flügel bestanden aus Latex, der Rest des Körpers aus Stoff. Die Kiemen waren aus Silikon und in Latex gegossen, die Augen bestanden aus zwei Glühbirnen.

Inhaltlich ist hier alles zu finden, was Cthulhus Ursprungsgeschichte so erfolgreich macht, dieser Kurzfilm weiß effektiver zu fesseln, als die meisten zeitgenössischen Horrorfilme. Gerade im letzten Drittel des Werks wird es irre spannend. Den deutschen Schrifteinblendungen von Ulrich Schreitmüller hätte ein Lektorat gutgetan und sie hätten zeitlich besser abgestimmt sein können, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Dieser Film ist dramaturgisch perfekt gestaltet und eine würdevolle und gelungene Adaption von Lovecrafts wahrscheinlich bekanntester Geschichte.

https://www.imdb.com/de/title/tt0478988/ (Öffnet in neuem Fenster)
Kategorie Film