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Das innere Kind

Letztens streamte ich Flightplan (2005), ein Thriller, in dem Jodie Foster eine Mutter spielt, deren Tochter während eines Transatlantikflugs spurlos verschwindet – und zum Glück wieder auftaucht. Am Anfang erinnert der Film stark an Hitchcocks Eine Dame verschwindet, entwickelt sich dann aber zu einer Entführungsgeschichte. Als der Abspann lief, war mein Salted-Caramel-Eis gerade zur Hälfte gelöffelt, und ich suchte rasch nach einem Anschlussfilm.

Meine Wahl fiel auf Amy Bradley Is Missing. In dieser True-Crime-Serie verschwindet die 23-jährige Amy während einer Karibik-Kreuzfahrt mit ihrer Familie.

Da fiel mir auf: Ich hatte mich gleich zweimal für Geschichten entschieden, in denen ein Kind oder eine junge Frau vermisst wird.

Aber warum eigentlich?


Seit ich Mutter bin, meide ich normalerweise alles, was mit bedrohten Kindern zu tun hat.

Und dann dachte ich an die Traumreise, die ich im August-Sommer-Special neu veröffentliche: Meditation für dein inneres Kind – eine Traumreise in den Feenwald.

Zum ersten Mal habe ich dabei den Begriff „inneres Kind“ verwendet – und das mit gemischten Gefühlen. Denn das innere Kind ist ein psychologisches Bild für alte Gefühle, Erinnerungen und Erfahrungen aus der Kindheit, die im Erwachsenenleben nachwirken – positiv wie negativ. Spätestens seit Stefanie Stahls Bestseller Das Kind in dir muss Heimat finden ist der Begriff populär, aber auch umstritten. Der Mental-Health-Reporter Martin Gommel titelte nach einem Gespräch mit dem Psychiater Eckhard Roediger sogar: „Es gibt kein inneres Kind.“

Ich schwanke da. Natürlich ist das innere Kind nur eine Metapher. Gleichzeitig habe ich großes Unbehagen, wenn psychische Probleme in der spirituellen Szenen kommerzialisiert werden.

In meiner Wegweiser-Folge zu dieser Traumreise habe ich deshalb die Frage gestellt, warum viele magische Wesen lieben. Denn die Feenreisen gehören zu den beliebtesten in meinem Podcast. Ein Grund dafür ist sicher die Verbindung zur kindlichen Vorstellungskraft:

Viele von uns haben als Kinder an Magie geglaubt. Wir stellten uns vor, dass im Garten winzige Wesen leben, dass ein besonderer Baum sprechen kann oder dass ein Licht in der Dunkelheit eine Botschaft bringt.

Vielleicht berühren uns deshalb Traumreisen mit Feen so sehr: weil sie etwas in uns anrühren, das eng mit dem Kind in uns verbunden ist.

Und manchmal spüren wir es erst dann, wenn wir mit einem halbleeren Becher Salted-Caramel-Eis plötzlich merken, dass wir gerade mitten in einer Suche stecken.

Zu den Hintergründen (Audio):

Kategorie Nachtpost / Themen-Guide

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