Es gibt Lebensphasen, die uns besonders sensibel machen: nach einem groĂźen Geburtstag, in den Wechseljahren, nach einer Trennung oder wenn Kinder ausziehen. Zeiten, in denen wir innehalten und uns fragen: Und jetzt?
Miranda Julys Roman Auf allen Vieren erzählt davon, und zwar auf eine eigenwillige und poetische Weise.

Die Hauptfigur – eine Künstlerin Mitte 40 – wirft ihre Pläne über den Haufen. Statt wie geplant nach New York zu fliegen, mietet sie sich ein einfaches Motelzimmer in Moravia, nur eine halbe Stunde von Los Angeles entfernt. Dort beginnt sie, sich ein eigenes Reich zu schaffen: erst mit einer lachsrosa Tagesdecke, dann mit einer aufwändigen Umgestaltung, die alles verändert.
Das, was auf den ersten Blick unvernünftig wirkt – 20.000 Euro für ein Motelzimmer! – entpuppt sich als Metapher.