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Fairplay 153 – Gutes von gestern: Agricola

Arbeitereinsetzspiel ohne Chichi

20 mickrige Punkte. Mein Bauernhof eine Ruine, meine Ernte ein Witz, meine Tiere – nicht der Rede wert. Wieder einmal hat AGRICOLA mich gnadenlos abgestraft.

Seit seiner Veröffentlichung 2007 prägt Uwe Rosenbergs Klassiker unsere Vorstellung von Arbeitereinsetzspielen. Der Plan ist simpel: Mit nur zwei hart schuftenden Meeples starte ich die Partie und soll bis zum Spielende ein florierendes Gehöft aufbauen. Getreide, Gemüse, Schafe, Schweine, Rinder – alles will bewirtschaftet werden. Und meine anfängliche Holzhütte? Die sollte spätestens am Spielende einem soliden Steinhaus weichen. Sonst? Minuspunkt! Minuspunkt! Minuspunkt!

Den Bauernhof baue ich dabei über einen klassischen Arbeitereinsetzmechanismus: Figur rauf, Ressourcen runter. Doch wenn bereits alle Holzfelder durch fremde Meeple besetzt sind und ich ohne Holz weder Zäune für mein Vieh noch Wohnraum für zusätzliche Arbeitskräfte bauen kann? Pech gehabt, das Desaster bahnt sich an.

14 Runden zwischen Hoffnung und Verzweiflung

Jede Runde bringt ein neues Arbeitsfeld ins Spiel und nach 14 Runden wird endgültig Bilanz gezogen. Punkte gibt es für fast alles – und Minuspunkte für fast alles, was fehlt. Nicht genug Tiere? Minuspunkt. Zu wenig Getreide? Minuspunkt. Und als wäre das nicht genug, muss ich in regelmäßigen Abständen auch noch meine Meeples ernähren. Andernfalls – richtig geraten – gibt’s weitere Strafpunkte. Dagegen helfen Handkarten, die mir permanente Vorteile wie eine höhere Ressourcenausbeute oder reichere Ernte bescheren.

Nein, AGRICOLA ist kein sanfter Wohlfühlvertreter seines Genres, in dem jeder Zug irgendwie Fortschritt bedeutet und am Ende nur wenige Punkte zwischen Sieg und Niederlage liegen. Hier ist der Konkurrenzkampf hart. Besonders um Holz – dieses verflixte, knappe Holz!

Kategorie Rezensionen