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Dying Houses - 12 Bilder, 12 Gedichte

Detailaufnahme einer Zimmerecke mit heruntergerissenen, herunterhängenden Tapeten und einem Stück Spitzenvorhang vor dem Fenster, das man im Anschnitt sieht.
Das Foto ist in blau und grüntönen gehalten.

Entwohnt - (Dying Houses 0) 

 

Ein Wispern der Gardine.

Hauch. Erinnerung.

Streicht entlang der Wand.

Entblößte, kühle Haut.

...

Im Flur, da raschelt dürres Laub.

Horch. Gedanke.

Fließt hin zu einem Wort.

Entleerte Zeit, verschwunden.


Detailaufnahme einer Wand mit Grastapete. Über einem Heizkörper in einer Nische ist eine Art Fensterbank montiert, darüber ein  weißes Festnetztelefon an die Wand montiert

 

Ungesprochen - (Dying Houses I)

 

Wir bleiben in Kontakt,

In die Halme gesprochen.

Die Gräser gezählt dabei –

Eins, zwei, drei ...

Die Zahlen immer gleich. Und die Worte auch.

Und doch.

Wer weiß.

 

Dann der Tag. Schweigen,

das in der Leitung rauscht.

 

Noch voller Hoffnung hängt

der Hörer an der Wand,

geschmiegt in Blätter, altvertraut,

horcht der Stille nach

und ob nicht doch

jemand die Gräser zählen kommt,

die Zahlen dreht

und die Worte auch.

 

 

Aufnahme einer Wand mit Blümchentapete. Rechts ist ein rosafarbenes Waschbecken an die Wand montiert. Es sind die Spuren einer Spiegelaufhängung zu erkennen

 

Zuletzt - (Dying Houses II)

 

 

Im Spiegel kein Gesicht,

die Blumen blass und grau.

Erinnerungen hängen

In den Fensterläden.

Erschöpft sind sie,

und scheu.

Das Rosa, ruft die eine leise,

Das Rosa.

Es ist noch nicht vorbei


Kategorie Ich lese auch Lyrik

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