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Fernreisen ohne Flieger

Liebe Leser:innen,

als ich vor vier Jahren die Ur-Ur-Enkelin von Charles Darwin portraitierte (Öffnet in neuem Fenster), war ich beeindruckt: Die Biologin schwärmte davon, wie wunderbar unordentlich Berlin sei, dieser Lässigkeit an vielen Ecken, Brachen, Parks, verdanke die Stadt ihre Beliebtheit bei Nachtigallen. Etwa 3.000 gibt es in der Hauptstadt, mehr als nirgendwo sonst in Europa. Sarah Darwin ist jetzt bestimmt wieder in Hochstimmung – es ist Anfang Mai, die Nachtigallen sind gerade zurück aus Afrika und machen es sich in Berlin wieder bequem. Spitzt mal die Ohren, wenn ihr am Wochenende in den Park geht. Es soll fantastisches Wetter werden, Sonne und bis zu 29 Grad, fast überall in Deutschland. Und vielleicht hört ihr auch anderswo das Singen der Nachtigallen. 

Ein herrliches Wochenende wünscht euch, 

Anja

Aus dem Magazin
(Öffnet in neuem Fenster)

Kanaren - Berlin mit  Zug und Schiff

Vor allem Afrika oder Südostasien – Fernreisen sind beliebter denn je. Etwa neun Prozent der Reisenden wählen laut Branchenstudie Reiseanalyse ein Ziel, das mehr als 3.500 Kilometer entfernt ist. Laut Deutscher Tourismusanalyse 2026 (Öffnet in neuem Fenster) der Stiftung für Zukunftsfragen (Öffnet in neuem Fenster) reiste gar jede:r sechste in die Ferne, ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und keine Frage, es ist herrlich, fremde Kulturen, Landschaften, Länder zu erkunden. Die Düfte, das Leben, den Alltag. Andererseits erzeugen Fernreisen die Hälfte der gesamten Flugemissionen im Tourismus.

Ende vergangenen Jahres war ich auf den Kanaren eingeladen, zu einer Pressereise über Lanzarote, das derzeit Wege sucht, seinen Tourismus nachhaltiger zu machen (dazu demnächst mehr auf Good Impact). Und so entstand mein Plan: Lanzarote – Berlin per Schiff und Zug statt mit dem Flieger. Purer Stress? Erstaunlicher Spaß? Tatsächlich realistisch? 75 Stunden war ich auf Tour. Meine Reportage (Öffnet in neuem Fenster) lest ihr jetzt auf Good Impact.

In diesem Artikel (Öffnet in neuem Fenster) erfahrt ihr: 

  • Wieviel CO2 sich auf dem Wasser- und Landweg tatsächlich sparen lässt

  • Was Zugfahren in Spanien, Frankreich und Deutschland unterscheidet

  • Wie man eine lange Reise mit Schiff und Zug bucht und welche Anbieter helfen

Schätz mal!

Richtig geschätzt? 

257 Leser:innen unseres Good-Impact-Newsletters haben letzte Woche bei der Premiere unserer neuen Rubrik „Schätz mal!“ mitgemacht – einfach toll. Danke dafür. 121 von euch haben bei unserer ersten Frage genau richtig geschätzt, 136 lagen zu niedrig. 

Die Frage war: Wie viel Spritkosten würde ein Tempolimit von 100 km/h auf deutschen Autobahnen und 80 km/h außerorts jährlich sparen? 

Es sind bis zu 9,5 Milliarden Euro im Jahr. Das hat Greenpeace berechnet (Öffnet in neuem Fenster). Ein Haushalt mit Benziner würde 189 Euro im Jahr sparen, wer ein Dieselauto hat 274 Euro. (Damit könnte man übrigens fast 55 Good Memberships abschließen (Öffnet in neuem Fenster) und unsere Arbeit ermöglichen.) Und wären die 9,5 Milliarden nicht Ersparnisse im Portemonnaie der Bürger:innen, sondern öffentliches Geld, könnte man in Deutschland damit den  Kulturetat des Bundes (2,5 Milliarden Euro) fast vervierfachen. 

Natürlich würde ein solches Tempolimit nicht nur Lärm, Unfälle und Schadstoffbelastung reduzieren, sondern auch 11,7 Millionen Tonnen CO2 sparen. Einfach, weil man langsamer fährt. Das wiederum hat die Deutsche Umwelthilfe berechnet (Öffnet in neuem Fenster). Die macht auch darauf aufmerksam, dass es fast überall  auf der Welt Tempolimits gibt – außer in Nordkorea, Somalia, Afghanistan, Haiti und Dominica und einer Handvoll weiterer Staaten. Auch jenseits der Umweltblase sprechen sich Verantwortliche längst für ein Tempolimit aus. Fatih Birol etwa, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), äußerte sein Unverständnis ob der freien Fahrt in Deutschland und empfiehlt wenigstens ein temporäres Tempolimit – wegen der Energiekrise. Und selbst der ADAC betont mittlerweile die Wichtigkeit von CO2-Einsparungen durch ein Tempolimit. Allerdings spricht sich der Allgemeine Deutsche Automobil-Club in seinem  Argumentarium (Öffnet in neuem Fenster) weder klar für noch eindeutig gegen ein Tempolimit aus. Die Mehrheit seiner Mitglieder, also die Autofahrer:innen selbst, sieht das anders: Sie ist für ein Limit.

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Simon

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Wochenrückblick

Sieben Tage, sieben Good News

Hier sind unsere Nachrichten für realistische Optimist:innen: Die sieben besten Good News der Woche aus unserer Redaktion:

  • 👶 WHO gibt erstmals Malaria-Medikament für Babys frei

    Die Weltgesundheitsorganisation hat erstmals ein speziell für Babys entwickeltes Malaria-Medikament als sicher und wirksam eingestuft. Damit könnten Millionen Neugeborene in besonders betroffenen Regionen künftig gezielter und risikoärmer behandelt werden. Quelle: DIE ZEIT (Öffnet in neuem Fenster)

  • ⚡ Weltweiter Solarboom gleicht Emissionsanstieg fast aus

    2025 deckten erneuerbare Energien erstmals den gesamten Anstieg des globalen Strombedarfs und erreichten mit 33,8 Prozent einen historischen Anteil am Strommix. Vor allem China und Indien bauen Solar- und Windkraft massiv aus. Laut IEA konnte dieser Ausbau den CO2-Anstieg der Industrieländer nahezu ausgleichen. Quelle: SWR (Öffnet in neuem Fenster)

  • ⚖️ Bund stärkt Rechte für Mieter:innen

    Ein neuer Gesetzentwurf soll Schlupflöcher bei der Mietpreisbremse schließen und Mieter:innen stärker schützen. Künftig gelten strengere Regeln für möblierte Wohnungen, Indexmieten und Kurzzeitverträge. Zudem sollen säumige Mieter:innen eine einmalige Chance bekommen, eine Kündigung durch Nachzahlung abzuwenden. Quelle: SPIEGEL ONLINE (Öffnet in neuem Fenster)

  • 🇪🇺 EU-Parlament fordert „Nur Ja heißt Ja“

    Das Europäisches Parlament fordert mit großer Mehrheit ein EU-weit einheitliches Sexualstrafrecht nach dem Prinzip „Nur Ja heißt Ja“. Vergewaltigung soll klar über fehlende Zustimmung definiert werden, um Opfer besser zu schützen. Nun muss die EU-Kommission innerhalb von drei Monaten reagieren. Quelle: TAGESSCHAU (Öffnet in neuem Fenster)

  • 🌳 Brasilien: Erneut weniger Abholzung im Amazonas

    2026 wurden im Amazonas in den ersten drei Monaten 17 % weniger Bäume gerodet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Umweltinstitut Imazon wertet dafür Satellitenbilder aus, die höher aufgelöst sind als die der staatlichen Stellen. Für den Zeitraum von August 2025 bis März 2026 sind es sogar 36 % weniger als im Vorjahr. Quelle: DLF NOVA (Öffnet in neuem Fenster)

  • 🐶 EU plant Chip-Pflicht für Hunde und Katzen

    Das EU-Parlament hat einer neuen Verordnung zugestimmt. Demnach müssen künftig alle Hunde und Katzen in der EU mit einem Chip versehen und in einer Datenbank registriert werden. Das soll die Tiere besser schützen und dabei helfen, den illegalen Handel mit Welpen einzudämmen. Zudem wird es schärfere Verbote bei der Zucht geben. Quelle: TAGESSCHAU (Öffnet in neuem Fenster)

  • 🏊 Mehr Menschen machen Schwimmabzeichen

    Immer mehr Menschen in Deutschland machen ein Schwimmabzeichen: Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft meldet einen deutlichen Anstieg – so viele wie seit fast 20 Jahren nicht mehr. Allerdings kann die Mehrheit der Grundschulkinder noch nicht sicher schwimmen. Quelle: DLF NOVA (Öffnet in neuem Fenster)

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Fragen und Feedback?

Hast du Ideen, Anregungen oder Kritik für diesen Newsletter oder unser Heft? Schreib uns gern unter redaktion@goodimpact.eu (Öffnet in neuem Fenster).

👋Bis nächste Woche

Wir wünschen dir ein schönen Start ins Wochenende. Bleibt optimistisch!

Dein Good Impact Team,

Anja, Bianca, Sophie, Selina, Simon & Juliane

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Das Good Impact Team

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