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Vögel im Garten und auf dem Balkon

Heute schauen wir uns an, warum Vögel tolle Mitarbeiter im Garten sind, was sie zum Glücklichsein brauchen, wie du sie unterstützen kannst und warum Ganzjahresfütterung eine gute Idee ist. Let’s go!

Hast du Vögel im Garten? Wenn ja, welche? Die gefiederten Freunde, die in einem Hausgarten, einem Schrebergarten oder auch auf einem Balkon auftauchen, verraten ziemlich viel darüber, wie es um Nahrungsangebot, Struktur und ökologische Vielfalt bestellt ist, also quasi: Wie gut (d)ein Garten eigentlich funktioniert. Ein Garten voller Thujahecken und Kirschlorbeer bleibt für die meisten Vogelarten eine ökologische Wüste, egal wie gepflegt er aussieht. Ein wilder Balkon mit stehengelassenen Samenständen und einer Tränke kann dagegen erstaunlich viel Vogelleben anziehen.

Warum Vögel im Garten guttun

Vögel erledigen im Garten eine Menge Arbeit, die sonst an dir hängenbleibt. Kohlmeisen und Blaumeisen sammeln während der Brutzeit hunderte Raupen pro Tag für ihre Jungen, unter anderem die Larven von Frostspannern und Eichenwicklern, die du in Massen definitiv nicht im Garten haben willst. Wenn die Kids geschlüpft und aus dem Nest ausgezogen sind, üben sie mit Blattläusen die Jagd. Amseln fressen kleinere Schnecken und deren Eier, Stare räumen mit Engerlingen auf, und Grünfinken und Stieglitze dezimieren Wildkrautsamen, bevor das alles keimt.

Die Artenliste das Vögel, die in unseren Gärten auftauchen können, fällt dabei überraschend lang aus: Amsel, Kohlmeise, Blaumeise, Rotkehlchen, Haussperling, Buchfink, Grünfink, Stieglitz, Star, Ringeltaube, Elster, Rabenkrähe, Buntspecht, Heckenbraunelle, Mönchsgrasmücke, Zaunkönig, Kleiber, Hausrotschwanz, Gartenrotschwanz, Girlitz und Kernbeißer gehören dazu, und, und, und. In Gärten mit Teich oder feuchten Senken tauchen gelegentlich sogar Enten oder auch Graureiher auf, die dort nach Amphibien und Fischen jagen. Und auf Dachgärten in Städten lassen sich mit etwas Glück Turmfalken und Mäusebussarde beobachten, die von erhöhten Positionen aus Jagd auf Mäuse und Großinsekten machen. Über meinem Dachgarten fliegen die Bussarde so zwischen 11:30 und 14 Uhr. Welche Arten konkret bei dir aufkreuzen, hängt natürlich einerseits von der Region, andererseits aber auch von der Struktur und Bepflanzung deines kleinen grünen Refugiums ab.

Ein Grünfink an einer Futtersäule in meinem Waldgarten.

Auch unserer Psyche tun gefiederte Nachbarn gut. Forschende des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf haben 2022 in einer randomisierten Studie mit 295 Teilnehmer:innen untersucht, wie Vogelgesang auf die menschliche Psyche wirkt. Die Probandinnen und Probanden hörten sechs Minuten lang entweder Vogelstimmen oder Verkehrslärm. Das (mich jetzt wenig überraschende) Ergebnis: Vogelgesang verringerte Angstgefühle messbar, während Verkehrslärm depressive Zustände verschlimmerte. Die Vogelart spielte dabei auch keine Rolle. Das Forschungsteam um Simone Kühn vermutet, dass das Gehirn Vogelgesang unbewusst mit einer intakten, sicheren Umgebung verknüpft. Evolutionär ergibt das Sinn: Singende Vögel bedeuteten für unsere Vorfahren, dass keine Gefahr in der Nähe lauerte, erst, wenn alle Vögel plötzlich still sind, ist irgendwas nicht in Ordnung.

So machst du Vögel im Garten glücklich

Die wirksamste Maßnahme für mehr Vogelvielfalt ist eine gute und vogelgeeignete Bepflanzung. Heimische Gehölze leisten ökologisch unendlich viel mehr gegenüber importierten Ziersträuchern, weil sich im Lauf der Evolution hunderte Tierarten an sie angepasst haben. Am eingriffeligen Weißdorn (Crataegus monogyna) zum Beispiel leben über 150 Raupenarten, an einer Thuja: praktisch keine, da kannst du auch eine Betonmauer hinstellen.

Für Vögel erfüllen heimische Gehölze drei Funktionen gleichzeitig: Sie liefern Früchte als direkte Nahrung, beherbergen Insekten als Futter für die Jungen und bieten mit Dornen oder dichtem Wuchs geschützte Brutplätze. Solche Gehölze heißen Vogelnährgehölze, und die Auswahl an geeigneten Arten ist groß. Hier sind meine Favoriten:

Die Kornelkirsche (Cornus mas) blüht bereits im Februar und März, noch vor dem Laubaustrieb, und versorgt frühe Bestäuberinnen mit Nektar. Ihre kirschgroßen roten Früchte reifen im Spätsommer und schmecken auch uns Menschen gut. Das ist übrigens eine Tip-Top Alternative zur Forsythie, da die Blüten viel spannender aussehen, wie ich finde.

Die Kornelkirsche meines Gartennachbarn in voller Blüte.

Die Schlehe (Prunus spinosa) blüht im April wuuuunderschön weiß und trägt im Herbst Früchte für über 20 Vogelarten. Ihre Dornen schützen brütende Vögel vor Nesträubern. Die Wurzeln breiten sich allerdings bis zu zehn Meter aus, das sollte bei der Standortwahl bedacht werden … bei mir steht sie in der Wiese und Ausläufer werden einfach umgemäht und können sich nicht etablieren.

Der Weißdorn (Crataegus monogyna) blüht im Mai und Juni richtig hübsch und trägt ab September dunkelrote Beeren, die oft bis in den Dezember hängen bleiben. Er funktioniert also auch gleichzeitig als Vogelschutz- und Vogelnährgehölz.

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) wächst schnell, blüht im Juni und liefert ab August schwarze Beeren, die Amseln, Drosseln, Stare, Mönchsgrasmücken und Rotkehlchen anlocken. Da gibt es übrigens eine schöne Variante mit pflaumenfarbenen Blättern, die habe ich im Garten, zusammen mit dem “Standard”-Holunder mit grünen Blättern. Ist ein echter Hingucker!

Links siehst du den dunkelblättrigen Holunder mit gefiederten Blättern. Wenn du den in Einzelstellung pflanzt (in der Nähe am Besten noch 1-2 Pflanzen der Ursprungssorte), hast du einen Eye-Catcher im Garten oder auf dem Balkon, denn "Cherry Lace" wächst auch gut im Kübel. Aber auch in einer gemischten Hecke mit normalen grünblättrigen Holundern und anderen Vogelnährgehölzen macht diese Pflanze eine gute Figur!

Die Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) kombiniert Blütenpracht im Frühjahr mit blauschwarzen Früchten im Sommer und einer leuchtenden Herbstfärbung. Über 20 Vogelarten fressen ihre Beeren, und sie bleibt kompakt genug für kleinere Gärten, und ich habe sogar welche im Kübel!

Die Hundsrose (Rosa canina) bildet nach der Blüte Hagebutten, die bis weit in den Winter an den Zweigen bleiben. Im dornigen Gestrüpp nisten Grasmücken und Zaunkönige besonders gern. Du kannst auch andere Rosen pflanzen (da eher die, die in Richtung Wildrose, “normale” Kletterer oder Rambler gehen), achte nur bitte drauf, dass die Blüten nicht gefüllt sind, damit Insekten etwas davon haben.

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Die Vogelbeere (Sorbus aucuparia) trägt ihren Namen aus gutem Grund: Ihre orangen Beeren zählen zu den beliebtesten Vogelfrüchten überhaupt und versorgen Amseln, Drosseln und Stare bis in den Spätherbst.

Das Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) leuchtet im Herbst mit rosaroten Kapselfrüchten und intensiver Laubfärbung. Die Blüten sehen spektakulär aus, die Beeren sind für uns Menschen giftig, für Vögel dagegen eine geschätzte Nahrungsquelle.

Neben den Gehölzen brauchen Vögel auch verschiedene strukturreiche Ebenen in deinem Garten, wenn sie sich richtig zu Hause fühlen sollen. Damit meine ich: Eine Bodendeckerschicht, eine gute dichte Krautschicht, natürlich die Strauchschicht mit den Gehölzen und die Baumkrone. Diese Eckchen bieten jeweils eigene Nischen. Der Zaunkönig sucht im dichten Unterholz nach Spinnen, die Heckenbraunelle durchstöbert die untere Strauchschicht, Buchfinken bewegen sich zwischen Boden und mittlerer Höhe. Ein Garten, in dem sich diese Schichten abwechseln, beherbergt deutlich mehr Arten als so eine gleichförmige Fläche mit Rasen, paar Büschen und ciao.

Blätter und Früchte des "Strauchefeus!

Übrigens, Efeu verdient dabei besondere Erwähnung: Ein ausgewachsener Efeu beherbergt hunderte verschiedener Organismenarten. In seinem dichten Laub nisten Amseln, Grünfinken und Zaunkönige. Die Beeren reifen im Spätwinter, wenn andere Nahrungsquellen erschöpft sind, und die Blüten liefern im Herbst Nektar für Insekten, die zu diesem Zeitpunkt kaum noch etwas finden. Efeu zu entfernen gehört deshalb zu den ökologisch fragwürdigsten Gartenmaßnahmen, just saying. Ich hab mir sogar einen “reifen” Efeu gekauft, der schon Blüten und Früchte bildet. Man bekommt den im Handel als “Strauchefeu”, er wächst seeeeehr langsam und wuchert nicht rum. Efeu braucht Jahre, um das erste Mal zu blühen und Früchte zu bilden, und ich hab keine Geduld, hehe. Außerdem keinen Efeu im Garten. Deshalb habe ich nachgeholfen, und ich finde die Blüten, Früchte und die Blätter eben soooo schön!

In der Wetterau findet man auf Streuobstwiesen immer ganz viele Stein- und Totholzhaufen.

Totholz, ob als Holzhaufen, als stehengelassener Baumstumpf oder als morsche Äste in einer Hecke, bietet Höhlenbrüter:innen wie Meisen und Rotschwänzen Nistplätze und gleichzeitig ein Buffet an Käferlarven. Auch Zaunkönige nisten gerne in den Spalten.

Nistkästen ergänzen das Angebot dort, wo natürliche Höhlen fehlen, also in jüngeren Gärten oder an Gebäuden ohne Spalten und Nischen. Im Nistkasten-Artikel hier im Hortarium findest du alles dazu im Detail:

https://steady.page/de/hortarium/posts/3de091ba-edd1-4463-a633-a0961914343c (Öffnet in neuem Fenster)

Eine Vogeltränke gehört zu den einfachsten und wirkungsvollsten Maßnahmen zur Vogelfreundlichkeit in deinem Garten. Vögel brauchen, genau so wie wir, täglich frisches Wasser zum Trinken und Baden, denn ohne regelmäßige Gefiederpflege verlieren deren Federn ihre isolierende und wasserabweisende Wirkung. Eine flache Schale mit rauer Oberfläche auf einem Stein oder Pfosten reicht aus, ein Stein in der Mitte gibt auch kleineren Vögeln sicheren Stand. Beim Standort gilt: Die Tränke sollte frei stehen, also mit guter Rundumsicht, damit die Vögel sich nähernde Katzen oder andere Prädatoren rechtzeitig bemerken. Direkt neben einer dichten Hecke ist der falsche Platz, weil Katzen sich dort anpirschen können. Die wichtigste Bedingung: Das Wasser muss täglich gewechselt werden, im Sommer am besten zweimal. Stehendes, warmes Wasser wird schnell zur Brutstätte für Trichomonaden und andere Krankheitserreger, die ganze Vogelpopulationen umhauen können. Beim Blaumeisensterben während der Pandemie haben wir ja gesehen, wie schnell sich die Kerlchen gegenseitig anstecken können.

Füttern, aber richtig: ganzjährig und artgerecht

In Deutschland galt lange die Faustregel, dass Vögel nur im Winter gefüttert werden sollten, gern mit so seltsamen und absurden Begründungen wie sie würden sich zu sehr dran gewöhnen und verlernen, wie man jagt (äh nein). Inzwischen sprechen sich immer mehr Expert:innen für eine Ganzjahresfütterung aus, so auch ich. Denn: Durch intensive Landwirtschaft, Insektensterben und den Verlust von Wildkrautflächen finden Vögel auch im Sommer in vielen Gebieten zu wenig Nahrung, besonders während der kräftezehrenden Jungenaufzucht. Es ist ja nicht so, dass wir im Frühjahr und Sommer dann mit der Umweltzerstörung Pause machen, wieso sollten wir also das Füttern pausieren?

In Großbritannien, dem Ursprungsland des modernen Vogelschutzes, gehört die Ganzjahresfütterung seit Jahrzehnten zur gängigen Praxis, und die Ergebnisse geben dieser Methode recht: Arten wie der Stieglitz, dessen Bestand in Deutschland in den letzten 25 Jahren stark zurückgegangen ist, stehen dort auf der Top-12-Liste der Futterstellenbesucher:innen. Der Gimpelbestand hat sich seit den 1990ern versechsfacht, die Population der Buntspechte verdoppelt. Jahrzehntelange Feldstudien konnten die befürchteten negativen Effekte auf Jungtiere und Zugverhalten dabei eindeutig widerlegen.

Also: Zufüttern! Entscheidend ist, dass die Fütterung artgerecht und saisongerecht erfolgt:

Im Winter stehen fetthaltige Sämereien im Vordergrund: Sonnenblumenkerne (geschält und ungeschält), ganze Erdnüsse und Erdnussbruch, Hanfsaat, Meisenknödel und Fettfutterblöcke. Meisen, Kleiber und Buntspechte bevorzugen dabei Fettfutter, das hängt. Amseln, Rotkehlchen und Drosseln fressen eher am Boden und bevorzugen sowieso aber auch Haferflocken, Rosinen, Äpfel und Weichfuttermischungen. Es gibt gute Allround-Mischungen in Shops mit ökologischem Schwerpunkt, z.B. beim NABU oder Vivara.

Im Frühling und Sommer, wenn die Altvögel ihre Jungen aufziehen, sollte das Angebot angepasst werden. Feinere Sämereien ersetzen die etwas gröberen Winterkerne, ergänzt durch Weichfutter mit hohem Insektenanteil, etwa getrocknete Mehlwürmer oder Insektenknödel. Die verbreitete Sorge, Elternvögel könnten ihren Jungen das falsche Futter vom Futterhaus bringen, hat sich in Studien als unbegründet herausgestellt: Vögel füttern ihren Nachwuchs mit gefangenen Insekten und im Kropf vorverdauten Sämereien, unabhängig davon, was so im Futterhaus herumliegt.

Wichtig: Nutze bitte keine Meisenknödelnetze, denn die Kleinen können sich darin verheddern. Letzten Winter habe ich so ein Netz am Baum gesehen, darin verheddert hatte sich eine Blaumeise, die dann tot darin hing, als ich sie gefunden habe. Absolut tragisch und vermeidbar. Ich benutze Meisenknödelsäulen aus Metall, die sind auch hygienisch, und viele Modelle haben unten eine Auffangschale, sodass nicht immer so viel Kram unten landet, sollte das für dich relevant sein (beispielsweise am Balkon).

Im Herbst helfen fettreiche Mischungen den Vögeln, Reserven für den Winter aufzubauen. Zugvögel wie die Mönchsgrasmücke nutzen Futterstellen, um sich vor dem Abflug zu stärken, und erinnern sich im Frühling an ergiebige Standorte und kommen gern wieder zurück.

Für die Futterstelle selbst gilt: Hygiene! Ich nutze gerne Silo-Futterspender, bei denen die Vögel einzelne Körner herausziehen, die sind hygienisch sinnvoller als offene Häuschen, in denen Vögel im Futter herumhüpfen und es mit Kot verunreinigen. Deine Futterstellen sollten regelmäßig gereinigt und trockenes Futter nachgelegt werden. Gammeliges Futter bitte sofort entfernen. Der Standort folgt den gleichen Regeln wie bei der Tränke: freie Sicht, ein bis zwei Meter Abstand zu dichter Deckung, damit Katzen sich nicht unbemerkt anschleichen können.

Übrigens: Es lohnt auch immer, ein wenig Obst an Sträuchern und Bäumen hängen zu lassen. Die Vögel können sich den Winter über dort richtig gut Zucker und Vitamine holen!

Eine Amsel bearbeitet einen hängengelassenen Apfel. Gerade wenn viel Schnee liegt und kein Futter am Boden gefunden werden kann, kann sowas echt die Rettung sein.

Vogelfreundlicher Balkon

Auch ohne Garten lässt sich einiges für Vögel tun. Ein Balkon mit den richtigen Elementen zieht Kohlmeisen, Blaumeisen, Rotkehlchen, Spatzen und mit etwas Glück auch Stieglitze an.

Bevor du loslegst, ein wichtiger Hinweis: Prüfe deinen Mietvertrag und die Hausordnung. Manche Vermieter:innen schließen Vogelfütterung auf dem Balkon aus, und auch Eigentümergemeinschaften können Regelungen dazu haben. In den meisten Fällen ist eine maßvolle Fütterung erlaubt, aber es lohnt sich, das vorab zu klären, damit du dann keinen Stress kriegst.

Auf dem Balkon eignen sich auch wieder hängende Futtersäulen und kleine Fettfutterhalter gut für den engen Raum. Eine kleine, flache Wasserschale zum Trinken und Baden passt auf fast jedes Geländer, oder man wählt ein Modell, das man mit einem Stab in einen Kübel stecken kann, und auch hier gilt: bitte täglich frisches Wasser. Kübelpflanzen mit heimischen Stauden, die im Herbst ihre Samenstände behalten dürfen, bieten Stieglitzen und Grünfinken natürliche Nahrung. Bei mir gehen die immer total auf Sonnenblumen ab, aber auch Lavendel, Fetthenne, Disteln und Wilde Karde funktionieren auf dem Balkon genauso wie im Beet und locken im Sommer zusätzlich Insekten an, die wiederum Futter für insektenfressende Arten liefern. Win-Win!

Hausrotschwanz "Pieplinde" holt sich die Dickmaulrüssler, die ich bei einem Befall aus den Dachgartenkübeln geholt und auf einen Untersetzer gelegt habe.
"Mehr ....." - "Ich hab leider nichts me-" - "MEHR!!!!"

Wichtig ist, dass du deine Balkonroutine entsprechend anpasst. Von morgens um 6 bis abends un 10 auf dem Balkon sein? Dann kommt wohl eher kein Vogel vorbei. In meinen Wohnungen mit Balkon hatte ich auch Vögel, manchmal haben die da sogar gebrütet (so lange habe ich den Balkon dann nicht genutzt). Meistens kamen die, während ich auf der Arbeit war, aber auch morgens konnte ich sie oft beobachten, wenn ich mir in der Küche meinen Kaffee gemacht habe. Ich hab die für Vögel interessanten Bereiche maximal weit von meinem Sitzbereich aufgestellt, was auch helfen kann. Aber insgesamt habe ich einfach drauf geachtet, den Balkon in der Zeit nicht zu betreten, in der Vögel potenziell vorbeischauen könnten.

Rücksicht während der Brutzeit

Die Brutzeit vieler Gartenvögel erstreckt sich von März bis August. In diese Monate fällt vieles, was Gärtnerinnen und Gärtner gern erledigen möchten: Hecken schneiden, Staudenbeete aufräumen, Efeu zurücknehmen, Kletterpflanzen stutzen. All das kann laufende Bruten stören oder zerstören. Rotkehlchen brüten in Laubhaufen und Bodendeckern, Zaunkönige bauen ihre Moosnestkugeln in dichtem Gestrüpp, Amseln nisten besonders gern im Efeu an der Hauswand. Der gesetzliche Schutz verbietet zwischen dem 1. März und dem 30. September den radikalen Rückschnitt von Hecken und Gebüschen. Schonende Formschnitte bleiben erlaubt, aber auch dabei lohnt ein genauer Blick: Fliegt ein Vogel mit Futter im Schnabel in die Hecke, ist dort ein Nest, also bitte Abstand halten!

Es bleibt also zu sagen: Vögel geben deinem Garten viel zurück, wenn du ihnen auch ein gutes Angebot machst. Sie regulieren Insektenpopulationen, verbreiten Samen, und ihr Gesang tut der Psyche nachweislich gut. Je mehr Struktur, je mehr heimische Pflanzen und je mehr unaufgeräumte Ecken ein Garten oder Balkon hat, desto reicher wird das Konzert, das morgens um fünf dort für dich aufgefahren wird. Uuuuuund genau deshalb habe ich gerade wieder so viele neue Gehölze bestellt, dass das Konto knarzt. Egal, birds first, Bedenken second!

Bis zum nächsten Mal

Jasmin

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Studien

Stobbe, E., J. Sundermann, L. Ascone, und S. Kühn. „Birdsongs Alleviate Anxiety and Paranoia in Healthy Participants“. Scientific Reports 12, Nr. 1 (2022): 16414. https://doi.org/10.1038/s41598-022-20841-0 (Öffnet in neuem Fenster).

Sudimac, Sonja, Vera Sale, und Simone Kühn. „How Nature Nurtures: Amygdala Activity Decreases as the Result of a One-Hour Walk in Nature“. Molecular Psychiatry 27, Nr. 11 (2022): 4446–52. https://doi.org/10.1038/s41380-022-01720-6 (Öffnet in neuem Fenster).

Kategorie Tiere & Lebensräume

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