
Um aus dem ersten Kapitel (von 66) meines Thrillers Kein Grab so tief (Öffnet in neuem Fenster)mit ElevenLabs (Öffnet in neuem Fenster) eine Hörbuchversion zu produzieren, habe ich mehr als zwei Stunden gebraucht. Wobei ich erst noch das Projekt einrichten musste und auch immer noch einiges über das Bearbeiten der Audio-Aufnahme lerne (by doing). Auch das Bearbeiten selbst kostet natürlich Zeit. (Und jedes Mal auch Geld.)
Was ich gelernt habe? Wenn ich möchte, dass SUV richtig ausgesprochen wird, sollte im Manuskript stehen: es ju vi. Aus 1 Meter 85 sollte ich ein Meter 85 machen, aus der Digitalanzeige von 01:04 Uhr ein Uhr 4.
Ich habe sogar das Manuskript als solches etwas geändert, um eine bessere Vertonung zu erzielen. Einmal z. B. die Reihenfolge der Wörter in einem Satz, um eine bessere Betonung zu erreichen. Auch habe ich mehrmals einen Punkt durch ein Komma ersetzt. Und an einer Stelle habe ich ein Komma entfernt.
Einmal habe ich, glaube ich, auch einige Wörter gestrichen.
Ganz geringfügig wird die Hörversion also von der des E-Books und des gedruckten Buchs abweichen.
Wenn ich möchte, dass ein Wort betont wird, kann ich es im Manuskript in Großbuchstaben schreiben oder in Anführungszeichen setzen. Bei Letzterem ist der Effekt möglicherweise etwas schwächer. Außerdem habe ich den Eindruck, dass, wenn ich die Anführungszeichen wieder entferne, weil der Effekt zu ausgeprägt war, die Betonung beim nächsten Versuch trotzdem besser ist als zu Anfang. Als ahne die KI, worauf ich abziele.
Andererseits bin ich von der Qualität der Betonungen insgesamt recht angetan, selbst im ersten Anlauf. Bei meinen Tests mit verschiedenen Stimmen (Öffnet in neuem Fenster)war das nicht unbedingt der Fall. Vielleicht liegt es daran, dass ich dabei das KI-Modell v2 benutzt habe und jetzt v3 verwende.
Auch scheint meine Art zu schreiben beim Erzeugen der Audioversion zu helfen. Speziell meine Vorliebe für kurze Sätze, die manchmal nicht mal vollständig sind, und für kurze Absätze. Außerdem achte ich als ehemalige Journalistin und jemand, der Wissenschaftler:innen klares Schreiben beigebracht hat, darauf, meine längeren Sätze leicht lesbar zu konstruieren. Das macht sich jetzt bezahlt. Glaube ich.
Für das zweite Kapitel, das aber auch etwas kürzer war, habe ich übrigens nur etwa eine Stunde gebraucht. Bei weiteren 64 Kapiteln macht das also acht Arbeitstage à acht Stunden, bis das Hörbuch fertig ist.
Wobei ich nur ein bis zwei Tage/Woche daran arbeiten werde, denn ich habe ja auch noch das nächste Buch (Titel: Sunset sehen und sterben (Öffnet in neuem Fenster)) zu schreiben ;-)
Das Fazit meiner bisherigen Erfahrungen mit dem Produzieren eines Hörbuchs mittels KI: Qualität kostet Zeit, aber nach und nach geht es hoffentlich etwas schneller.
Morgen mache ich weiter.