….statt immer meinen Senf dazuzugeben. Unsere Autorin hängt ihren Job als Klugscheißer an den Nagel.

Ich wünschte, Ihr wäret alle hier. In diesem Moment. Hier unter der alten Kastanie, auf meiner Terrasse, die frisch gefegt und präpariert ist für den Sommer. Der Rasen ist noch nicht ganz fertig, aber das wird schon. So ein Frühjahrsputz ist schließlich eine strapaziöse Angelegenheit. Seit Tagen schuftet mein italienischer Schwabe an unserem Gartenprojekt, um dem Erdboden das Fell, pardon, das Moos über die Ohren zu ziehen. Man nennt das Vertikutieren, wenn man die oberste Schicht abträgt, frische Muttererde verteilt und neuen Grassamen streut, damit ein jungfräuliches Wieschen gedeihen kann. Wie ein Peeling, nur grober. Und ich bin heilfroh, nur der kleine, freche Praktikant zu sein und meinem italienischen Schwaben zur Hand zu gehen, wenn’s mal beschwerlich wird. Hallelujah, was ’ne Arbeit. I can tell you…
Ich bewundere ja Menschen, die alles können: Kochen, Finanzen, fließend Italienisch, Weltpolitik, Verträge, Vertikutieren. Ich gehöre leider nicht dazu. Ich bin eher so der verträumte Typ. Also jemand, der schon das Gefühl hat, sein Leben im Griff zu haben, nur weil er regelmäßig ein paar Kröten auf sein Trade Republic Konto rüberschiebt, drei Rezepte aus dem Effeff beherrscht und weiß, wie man ein Spiegelei korrekt in der Pfanne brät (Nicht dran rummachen, auf keinen Fall dran rummachen! Es einfach in Ruhe lassen, dann pappt es nicht an.) Ich meine, wer das drauf hat, was soll dem schon Schlimmes passieren im Leben? Naja, vielleicht das: Eines Tages aufzuwachen und festzustellen, dass man nicht die geringste Ahnung hat, wie man einen Rasen vertikutiert.
Aber ach, ich hatte trotzdem eine schöne Woche. Es war sogar eine der schönsten