Einen Vogel haben viele und manchmal schaut sogar die wilde Verwandtschaft vorbei.
Weiter geht es mit dem zweiten Teil meiner Reihe über die vielfältigen Besucher Balkoniens, und zwar mit den gefiederten Gästen. Dazu gehören Futterhäuschen-Besucher im Winter, regelmäßige Überflieger – und ein paar bunte Vögel sind auch dabei. Außerdem finden sich in dieser Ausgabe einige Tipps zur piepmatz-freundlichen Balkonbepflanzung und Winterfütterung.

Wie schon im Artikel Wie geht es den Vögeln im Stadtgebiet? (Öffnet in neuem Fenster) geschrieben, nimmt die Zahl vieler Vogelarten deutschlandweit ab. Um so wichtiger, dass wir ihnen auch in unseren Gärten und auf Balkonien regelmäßig Futter anbieten. Eine Win-win-Situation für beide Seiten, denn auch wir Menschen haben etwas davon: Home-Entertainment der etwas anderen Art.
Besonders häufig lassen sich drei sogenannte Allerweltsarten beobachten, die in den kälteren Monaten manchmal sogar zu Besuch auf Balkonien sind. Zumindest, wenn das Futter stimmt. Den Anfang machen die Kobolde im Vogelreich.
Meisen: Pfeilschnelle Flugkünstler
Das wohl Bemerkenswerteste an Meisen (Paridae) sind ihre Flugkünste. Oft fliegen sie wie ein abgeschossener Pfeil von einer Baumkrone zur nächsten, lassen sich bei der Nahrungssuche einfach fallen oder hängen kopfüber am Ast. Oder sie beeindrucken mit ihrer Anpassungsfähigkeit (siehe Von klugen Meisen und rollenden Eiern (Öffnet in neuem Fenster)). Hierzulande sind vor allem zwei Arten gut zu beobachten: Kohl- und Blaumeise. Sie haben folgende Gemeinsamkeiten:
gelbliches Bauchgefieder
schwarzer Kinnstreifen
farbiger Augenstreif und
Haube auf dem Kopf.
Blaumeisen sind zart und klein, haben ein deutlich erkennbar blaues Häubchen auf dem Kopf und eine leisere Stimme. Auch ihr Rückengefieder ist hellblau. Im Winter sind die Tiere oft solitär unterwegs, schließen sich aber mit Kohlmeisen zusammen.
Kohlmeisen haben dagegen ein graublaues Rückengefieder, eine deutlich ausgeprägte, schwarze Bauchbinde und sind größer als ihre blau gefärbten Artgenossen. Im Sommer schwätzen oder meckern sie lauter, sind an der Winter-Futterstelle mutiger (verdrängen manchmal sogar Blaumeisen) und allgemein öfter zu sehen.
Im Sommer sind beide Arten schwer zu fotografieren (oft unscharf!), weil sie bei der Nahrungssuche immer in Bewegung sind. Im Winter gehören sie jedoch zu den häufigeren Gästen auf Balkonien. Egal, ob es um ein Futterhäuschen mit verschiedenen Sämereien oder um (verblühte) Sonnenblumen geht. Wichtig scheint mir vor allem, dass sie einen erhöhten Ansitz haben, auf dem sie beim Anflug zunächst landen können. Das kann ein Bambusbogen im Blumenkasten, ein verholzter Blumenstängel oder auch die Lehne eines Balkonstuhls sein. Von dort geht es dann direkt zum Futterhäuschen (oder zur Sonnenblume). Manchmal kündigen sich Meisen sogar durch ein kurzes Geschnatter an.