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Wir sind nicht „neurotypisch“

In „Sent from my wheelchair“ schreibe ich über meine Arbeit als Inklusions-Aktivist und über das, was Barrierefreiheit voranbringt (oder ausbremst).

Liebe Freund*innen der sozialen Gerechtigkeit,

immer mehr Kinder werden mit ADHS (Öffnet in neuem Fenster) und/oder Autismus (Öffnet in neuem Fenster) diagnostiziert. Eine Herausforderung (Öffnet in neuem Fenster) für das Schulsystem? – Ja. Ein Grund, neue Förderschulen (Öffnet in neuem Fenster) zu bauen? – Nein. (Öffnet in neuem Fenster)

Schule ist ein Spiegel der Gesellschaft, wie sie sein wird. Wenn wir eine Gesellschaft wollen, in der alle Menschen ihren Platz haben, müssen wir beim Thema Schule ansetzen. In der Schule lernen Kinder, dass es auch Menschen gibt (und im Grunde sind das alle Menschen), die anders leben und lernen als sie selbst und mit denen sie „trotzdem“ klarkommen und zusammenarbeiten können. Das zu lernen ist elementar wichtig, für alle Kinder. 

Unsere, jede Gesellschaft ist nicht „neurotypisch“, sie ist neurodivers. Das bedeutet, es gibt nicht nur eine „richtige“, sondern viele verschiedene Arten der Wahrnehmung und der Reizverarbeitung. Kinder mit ADHS und/oder Autismus benötigen in erster Linie eine konzentrationsfördernde, reizarme Lernumgebung. Kinder (und Lehrkräfte) ohne diese Diagnosen benötigen – exakt dasselbe!

Eine konzentrationsfördernde, reizarme Umgebung, das bedeutet vor allem: kleinere Klassen und mehr Personal. Ja, das kostet Geld. Doch entgegen aller Top-down-Sparzwang-Rhetorik der letzten Monate bleibe ich dabei: Investitionen in ein für alle zugängliches Regelschulsystem bleiben unumgänglich, wenn dieses Land eine Zukunft (Öffnet in neuem Fenster) haben soll, die nicht nur wenigen gehört.

Liebe Grüße
Euer Raul

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