Liebe Italien-Interessierte,
in diesem Newsletter teile ich mit Ihnen und Euch Italien-Tipps.
Vorab ein paar zusätzliche Worte zur nächsten Podcast-Episode.
Voraussichtlich bis zur Mitte des Monats wird die neue Folge erscheinen. Ich verspreche wie immer kein konkretes Datum – aber Mitte des Monats die 25. Folge, das ist mein Ziel.
Kurz gesagt: Italien betreibe ich nach wie vor neben meiner Arbeit als Redakteur – und bislang mache ich alles selbst, von der Recherche über Interviews, Aufnahme und Schnitt bis zur Veröffentlichung. Umso dankbarer bin ich für die großartige Community rund um dieses Projekt.
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Jetzt die Tipps.
Im November 2025 ist ein italienischer Künstler verstorben, dem im deutschsprachigen Raum – nach meinen Erkenntnissen – fast kein Medium ein Wort gewidmet hat: Giuseppe Vessicchio, genannt Beppe Vessicchio.
Vessicchio war Musiker, Komponist, Dirigent, vor allem aber: arrangiatore, der bekannteste Arrangeur Italiens.
Beppe Vessicchio komponierte neue Arrangements zu vorher schon geschriebenen Musikstücken. Und er tat das vor allem für Sanremo (Öffnet in neuem Fenster), für den Musikwettbewerb schlechthin (Öffnet in neuem Fenster), für das Hochfest der italienischen Popkultur.
Dirige il maestro Beppe Vessicchio, es dirigiert der Maestro Beppe Vessicchio, diesen Satz haben ab 1990 die Moderatoren von mehr als 30 Sanremo-Festivals gesagt, wenn sie Wettbewerbsbeiträge vorgestellt haben.
Vessicchio stand dann immer am Dirigentenpult vor dem großen Orchester im Teatro Ariston, mit Kopfhörern auf den Ohren und seinem unverwechselbar beppevessicchiohaften Vollbart, der erst vollschwarz und später dann edelgrau-akkurat sein Gesicht umrahmte.
Es ist eine der großen Stärken des Sanremo-Festivals, dass alle Lieder von einem Liveorchester gespielt werden müssen.
Allein durch diese Vorgabe ist die durchschnittliche Qualität der Musik bei Sanremo in der Regel um ein Vielfaches höher als etwa bei der deutschen Vorausscheidung für den Eurovision Song Contest.
Die wahrscheinlich wertvollste Arbeit für Sanremo hatte Beppe Vessicchio aber stets schon im Vorfeld geleistet. Er hatte die Popsongs, die er nun dirigierte, erst orchestertauglich gemacht.
Hier ist die Würdigung für Beppe Vessicchio beim Sanremo-Festival 2026.
https://www.youtube.com/watch?v=1DipVRz6J2w&list=RD1DipVRz6J2w&start_radio=1 (Öffnet in neuem Fenster)Und hier ist ein von Beppe Vessicchio für Sanremo im Jahr 1995 arrangiertes Lied, das vermutlich fast jede und jeder kennt.
https://youtu.be/aXOmqaMUL9k?si=k89Ldc7aSVCs7hrZ (Öffnet in neuem Fenster)Beppe Vessicchio war nicht nur ein bemerkenswerter Künstler, er war auch ein personaggio, eine bemerkenswerte Persönlichkeit.
Er war in Italien bekannt wie ein bunter Hund, schon allein wegen seines Gesichts, das einerseits unverwechselbar war – und andererseits eine gewisse Ähnlichkeit zu dem von Giuseppe Verdi hatte, dem italienischen Nationalkomponisten (Öffnet in neuem Fenster). Aber auch wegen seiner unaufdringlichen, eleganten neapolitanischen Art, seiner Bildung und seines feinen Humors, die er in Interviews immer wieder erkennen ließ.
Vessicchio war Millionen Menschen sympathisch, weil er sich selbst nicht zu ernst nahm.
2021, mitten in der Corona-Pandemie, ließ er sich von den neapolitanischen YouTubern The Jackal als schrullige, unerträgliche Plaudertasche darstellen, der niemand eine fürchterliche Wahrheit beichten darf.
https://youtu.be/CUx2OV0J2lA?si=LRWchT128soQ8arC (Öffnet in neuem Fenster)In der Mediathek des deutschen öffentlich-rechtlichen Senders ZDF ist ein kurzer Dokumentarfilm zu einem zarten Trend zui sehen, den ich für extrem spannend halte – und den ich weiter im Auge behalten werde: Es gibt eine gewisse Migrationsbewegung in italienische Landstriche, aus denen jahrzehntelang vor allem Menschen abgewandert sind. In Dörfer, in denen zuvor verschwundenes Leben zurückkehrt.
https://www.zdf.de/dokus/ciao-bella-alte-doerfer---neues-leben-movie-100 (Öffnet in neuem Fenster)Einen Tipp habe ich außerdem für alle, die gut Italienisch verstehen:
In einer Folge ihres Wirtschaftspodcasts Quello che i soldi non dicono haben die Journalisten Chiara Albanese und Tommaso Ebhardt, beide von der Nachrichtenagentur Bloomberg, unter die Lupe genommen, wie Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni kommuniziert.
Dafür haben sie mit Tommaso Longobardi gesprochen, der die digitalen Kanäle Melonis betreut – also etwa ihren Instagram-Kanal mit derzeit rund 5,7 Millionen Followern. Ein spannender Einblick.
https://www.youtube.com/watch?v=FNFU1w1lMfg (Öffnet in neuem Fenster)A presto
Sebastian