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Meer-Montag #24 - Ostseetag in Stralsund

Ahoi! Der Sommer kommt irgendwie noch nicht so richtig in Schwung aber nach einem sehr verregneten Wochenende ist es heute zumindest “nur” dunkel und grau. Bevor ich mich auf dem Weg zu einem Fotoshooting mache, möchte ich euch noch vom Ostseetag am letzten Donnerstag erzählen.

Etwa in jedem zweiten Jahr bieten gleich vier Forschungseinrichtungen an, ihr Fachwissen zu teilen. Vor Ort waren das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Rostock, das Deutsche Meeresmuseum Stralsund, das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde sowie das Thünen-Institut für Ostseefischerei. Außerdem gab es Informationsstände von mehreren Naturschutzverbänden, Universitäten und vieles mehr. Überall waren Experti*innen, die Einblicke in ihre Forschung gaben und teils sehr detailliert, teils mit Blick auf das große Ganze die Ostsee aus verschiedenen Perspektiven vorstellten.

Ich habe Drohnenaufnahmen von Schweinswalmüttern bei der Jagd gesehen, Geräusche von Seepferdchen gehört und Heringslarven beobachtet. Ich muss zugeben, ich wollte dort gar nicht mehr weg. An jeder Ecke gab es so viel zu lernen und es war so leicht, in spannende Gespräche einzutauchen, da alle die Leidenschaft fürs Meer teilten.

Ein besonderes Highlight waren die drei Forschungsschiffe, die man besichtigen konnte. Auch hier wurde erklärt, wie die wissenschaftliche Arbeit auf dem Meer aussieht, welche Daten auf welche Art und Weise gesammelt werden und welche Rückschlüsse sich daraus für Politik und Naturschutz ziehen lassen. Nur an der Umsetzung hapert es wie immer. Dies kam auch in den Fachvorträgen über Schweinswale, Unterwasserlärm, die Einschleppung invasiver Arten und alternative Fischfangtechniken zum Ausdruck. Für mich wurde es noch deutlicher, dass es mehr Schnittpunkte zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit braucht, mehr Aufklärung und Bildungsangebote. Mehr Multiplikator*innen. Vom Anschauen schöner Fische im Aquarium wird vielleicht für einen kurzen Moment die Begeisterung der Menschen geweckt aber es fehlt noch der Schritt in die Richtung, dass sie sich näher damit auseinander setzen, wie man diese faszinierende Welt erhalten kann.

Die Ostsee ist das jüngste Meer auf unserem Planeten. Gleichzeitig ist sie das am besten erforschte aber auch das mit am meisten befahrene. Und enorm gefährdet. Bereits auf fast einem Sechstel der Fläche unseres Binnenmeeres ist der Sauerstoffgehalt so niedrig, dass kaum noch Leben möglich ist. Es wird höchste Zeit, dass Naturschutz einen wesentlich höheren Stellenwert bekommt und genau solche Veranstaltungen wie der Ostseetag können ihren Beitrag dazu leisten. Und auch wenn es nur ein kleiner ist: viele kleine Schritte sind manchmal leichter gegangen als wenige unschaffbar riesige.

Spannend wird es in der nächsten Woche in Nizza: in der französischen Stadt findet vom 9. bis 13. Juni die UN Ocean Conference statt. Internationale Expert*innen der vereinten Nationen wollen sich hier zusammenfinden, um Maßnahmen zu beschleunigen und zu neue zu formulieren, um die Meere und deren Ressourcen zu schützen und nachhaltig zu bewirtschaften. Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Wirtschaft sowie Vertreter*innen internationaler Organisationen und indigener Gemeinschaften sollen gemeinsam dafür sorgen, dass der „Nizza Ocean Action Plan“ verabschiedet wird und somit auch das UN-Nachhaltigkeitsziel 14 (SDG14) erreicht wird. Wir dürfen also gespannt bleiben, was in den nächsten Tagen in Nizza passiert und hoffen auf eine laute, vielstimmige und klare Stimme für unseren Ozean.

Bild 1: Heringslarven auf dem Schiff Clupea vom Thünen-Institut für Ostseefischerei

Bild 2: Kommandobrücke vom Schiff Deneb vom Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie

Bild 3: Forschungsschiff Elisabeth Mann Borgese vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Schädel einer Kegelrobbe am Stand des Deutschen Meeresmuseums. Wegen der Kegelform aller Zähne in ihrem Gebiss erhielt das Tier seinen Namen.

Kategorie Meer-Montag

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