Episode #1 meiner Tagesspiegel Kolumne 20 erste Dates (Ă–ffnet in neuem Fenster)
Ich hatte neulich ein erstes Date, das ziemlich gut lief. Unsere Begegnung war wie das Gesicht eines neunzehnjährigen Models: eine leere Leinwand, auf die man potenziell alles malen kann. Wir hatten ausreichend Sympathie, aber nicht diesen hochsexuellen Vibe, der eine nahende Katastrophe ankĂĽndigt. Er sah auf eine unaufgeregte Art gut aus: Nicht zu groĂź, nicht zu klein, normaler Name, normal fit, normaler Geruch. Nicht zu schön, denn mit den zu Schönen hat man immer nur Ă„rger. Â
Wir saĂźen im rot-pink-goldenen Abendlicht mit Blick auf einen See, tranken Limo, redeten ĂĽber unsere Familien und unsere Arbeit, ich fragte ihn, wie das Daten fĂĽr ihn lief und er sagte, es sei noch nicht erfolgreich gewesen, und ich fragte, was Erfolg in dieser Hinsicht bedeute, und er sagte, man mĂĽsse eben Dates haben, »bis man keine mehr haben muss«. Bis man jemanden gefunden hat.Â
Wir blieben lange zusammen, langweilten uns nicht und aĂźen später noch viel libanesisches Essen. Wir schrieben einander am nächsten Tag, wie super dass alles gewesen sei und dass wir das dringend wieder tun mĂĽssen und dann meldete sich keiner von uns beiden jemals wieder.Â