Der lebensverändernde Schreibworkshop mit Daniel Schreiber
Mika und ich waren bei einem viertägigen Schreibworkshop mit Daniel Schreiber. Wir haben gedacht, wir bekommen im besten Fall ein bisschen Kreativitäts-Wellness und gutes organisches Essen, und im Schlimmsten Fall konstrukives Feedback und neue Ideen für unsere Schreibprojekte. Was wir tatsächlich bekommen haben: Gruppentherapie im Schnelldurchlauf, Selbsterfahrungstrip, eine kleine Identitätskrise und am Ende ein Paradigmenwechsel für das aktuelle Projekt. So geht die Geschichte:
Zehn Autorinnen treffen sich in einer wunderschönen, komplett weißen Villa im Wald.
An Tag eins erzählten wir ein bisschen was über das Projekt, mit dem wir angereist waren. In meinem Falle geht es um Buch 2 (Arbeitstitel: Love Addiction Memoir, alternativer Arbeitstitel: Der Romantik Code), das gerade im ersten zarten Stadium des Entstehens ist. Der Plan: Ich will mein eigenes Romantikverhalten sezieren, um dann etwas Allgemeineres, vielleicht sogar etwas Universelles darin zu finden. Ein Grundmuster. Ich will den Code knacken, sagte ich. Bisher hatte ich eine Art Inventur meiner ersten nüchternen Beziehung gemacht: Alles notiert, was passiert war, jede Eskalationsstufe, vom vielversprechenden Beginn bis zum langen, schrecklichen Ende, chronologisch, in Stichpunkten.
Daniel fragte: Suchst du den Code für diese Beziehung, den Code für all deine Beziehungen, oder den Code für jede Beziehung der Welt?