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Dein Klimajourno-Update

Der Header zeigt den Titel "Netzwerk Newsletter" in großen, schwarzen Buchstaben. Darunter klein: November 2025.

Heute schreiben dir: Josephine Andreoli, Jana Rogmann und Linda Tonn

Drei Porträt-Fotos zeigen Josephine Andreoli, Jana Rogmann und Linda Tonn. Josephine hat schulterlange wellige Haare und trägt einen grünen Blazer und ein weißes Oberteil. Jana trägt eine gelbe Jacke und hat kurzes gestuftes Haar. Linsa sitzt mit einer Jeansjacke am Strand, sie lacht in die Kamera und trägt eine Sonnenbrille auf dem Kopf.

Liebes Netzwerk,

es ist wieder soweit: Seit dem 10. November findet die Weltklimakonferenz statt, auf der auch in diesem Jahr Vertreter*innen aus mehr als 190 Staaten in der Amazonasmetropole Belém zusammenkommen. Es ist nicht nur die 30. Konferenz dieser Art, es jährt sich auch ein weiteres Jubiläum: Vor zehn Jahren, am Abend des 12. Dezember 2015, flossen bei Abschluss der 21. Conference of the Parties (COP) Tränen der Freude und Erleichterung. Damals einigte sich die Staatengemeinschaft auf das Pariser Klimaabkommen und beschloss, die Erderhitzung auf möglichst unter 1,5 Grad, auf jeden Fall aber deutlich unter 2 Grad zu begrenzen.

Trotz des Abkommens sieht es derzeit nicht danach aus, als wollten die Regierungen dieser Welt das 1,5-Grad-Ziel einhalten. Die neuesten Prognosen des UN-Umweltprogramms UNEP (Öffnet in neuem Fenster) zeigen: Wenn alle Länder ihre Klimapläne umsetzen, erhitzt sich die Erde bis 2100 um 2,3 bis 2,5 Grad. Läuft politisch alles weiter wie bisher, sind es sogar 2,8 Grad.

Ein neuer Bericht von Climate Analytics und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (Öffnet in neuem Fenster) kommt hingegen zu dem Schluss, dass die 1,5-Grad-Grenze trotz kurzzeitiger Überschreitung noch erreichbar bleibt. Demnach liegt die niedrigstmögliche Spitzenerwärmung bei 1,7 Grad, was sich demzufolge aber rasch wieder auf 1,5 Grad senken ließe.

Ein Grad Differenz, das einen gravierenden Unterschied für unser aller Leben bedeutet. Ein Grad Differenz, das ein sofortiges und gemeinsames Handeln der Regierungen weltweit erfordern würde und derzeit schwer vorstellbar erscheint. Ein Grad Differenz, das zwei unterschiedliche Welten bedeutet und deren Unterschied durch die reine Gradzahl kaum greifbar wird. Als Journalist*innen können und müssen wir immer wieder aufzeigen, welche Hebel die Politik hat und wie sich unser Leben durch jedes Zehntelgrad mehr verändern würde.

Falls ihr – wie vermutlich die meisten von uns (FOMO lässt grüßen!) – nicht vor Ort in Belém seid, folgen hier ein paar Empfehlungen, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Für den Zeitraum der COP könnt ihr euch als Journalist*innen hier kostenlos (Öffnet in neuem Fenster) für den COP30 Insider Pass von Carbon Brief (Öffnet in neuem Fenster) anmelden, der euch mit täglichen Briefings und Zugang zu 'Ask Us Anything'-Webinaren versorgt. Wer am Ende mit renommierten Expert*innen auf die Konferenz zurückblicken möchte, kann das am 4. Dezember tun, um 12 Uhr, zusammen mit Bernhard Pötter von (Öffnet in neuem Fenster)Table.Media (Öffnet in neuem Fenster)

🤳 Folgenden Kolleginnen nehmen euch auf ihren Instagram-Accounts außerdem so richtig mit vor Ort: @janinaschreibt (Öffnet in neuem Fenster), @uedio (Öffnet in neuem Fenster) (die auch eine lesenwerte Newsletter-Ausgabe (Öffnet in neuem Fenster) zur COP geschrieben hat), @clara.pfeffer (Öffnet in neuem Fenster), @elisa.miebach (Öffnet in neuem Fenster)und @lisakuner (Öffnet in neuem Fenster).

Lisa Kuner, die auch Teil des Netzwerk-Kernteams ist, hat uns ein paar Einblicke von vor Ort gegeben:

Was sind die entscheidenden Themen auf dieser COP und wo lohnt es sich, genauer hinzusehen? Ein wichtiges Thema, das dieses Jahr verhandelt wird und zu dem es auch Entscheidungen geben soll, ist das globale Anpassungsziel (Global Goal on Adaptation). Es sollen Indikatoren festgelegt werden, wie Anpassung gemessen werden kann. Auch der Ausstieg aus den Fossilen bleibt wichtig, es wird interessant, inwiefern das wo eine Rolle spielt. Brasilien etwa hat gerade wieder Testbohrungen für Erdöl zugelassen. Relevant ist auch die Klimafinanzierung. Langfristig soll eine Klimafinanzierung von 1,3 Billionen kommen – die Frage ist, wie der Weg dahin aussieht. Brasilien setzt außerdem einen großen Schwerpunkt auf Wald und Waldschutz, dafür haben sie den “Tropical Forest Forever Facility”-Fund ins Leben gerufen.

Welche Themen werden nicht so groß diskutiert, sind aber trotzdem wichtig? Ein Thema, das ich sehr spannend finde, auf das aber nicht so sehr geschaut wird, ist die Ernährungswende. In Brasilien gibt es zum Beispiel ganz tolle Konzepte dazu, woher die Lebensmittel auf der COP kommen können. Ein weiteres Thema, das ich spannend finde, ist das Zusammenspiel von Gesundheit und Klima.

Gibt es etwas, das dich vor Ort überrascht hat, oder das du dir vorher ganz anders vorgestellt hast? Was mich wirklich überrascht hat, ist, wie begeistert und stolz die Menschen aus Belém darauf sind, dass die COP hier stattfindet. Die Konferenz ist für sie nicht nur ein diplomatischer Akt. Es gibt hier in der ganzen Stadt Aktionen und viele soziokulturelle Zentren, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit der Konferenz, dem Klima und der Klimakrise beschäftigen. Außerdem gibt es hier wirklich viele indigene Stimmen, viele der Menschen sind mit dem Boot angereist. Und es gibt eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema, das ist super spannend.

Außerdem haben wir noch drei Lese- und Hörempfehlungen für euch:

📰 Als erste indigene Journalistin hat Wajã Xipai UN-Generalsekretär António Guterres interviewt und mit ihm über die menschliche Gewalt auf einem zunehmend feindseligen Planeten gesprochen. Für den Guardian (Öffnet in neuem Fenster) reflektiert sie das Gespräch und hofft, dass seine Botschaften noch vor der COP30 Gehör finden. 

🎧 Drei Journalist*innen aus dem brasilianischen Teil Amazoniens erzählen in der taz-Podcastreihe “Freie Rede” (Öffnet in neuem Fenster), wie sich Klimakrise, Abholzung und gesellschaftlicher Wandel im größten Regenwald der Erde anfühlen – und welche Herausforderungen jetzt bevorstehen.

📰 Zehn Jahre Pariser Klimaabkommen – aber wie viel ist seitdem wirklich passiert? Susanne Götze und Ferdinand Holsten ziehen im Spiegel Bilanz (Öffnet in neuem Fenster) in einer aufwändigen Datenanalyse.

🔥 Netzwerk News


Save the Date: Digitale Fundraising-Gala im Dezember 🎉

Dieses Jahr haben wir für den Deutschen Preis für Klimajournalismus (Öffnet in neuem Fenster) über 120 Bewerbungen bekommen, von großen Sendern über unabhängige Podcastformate bis zu lokalen Medien wie dem Stadtmagazin RUMS. Gerade in diesen Zeiten ist uns wichtig, herausragenden Klimajournalismus sichtbar zu machen und zu unterstützen. Viele unserer Partner werden uns weiter fördern, aber noch steht auf der Kippe, ob wir den Preis auch 2026 verleihen können.

Gemeinsam können wir es aber noch schaffen: Kommt am 8. Dezember zur Primetime zur Online-Fundraising-Gala und bringt reiche Tanten und Onkels mit! Wir werden neben kurzen Impulsen zum Jahresende auch etwas Neues ausprobieren: eine Bietrunde, ähnlich wie es auch Solidarische Landwirtschaften machen. Wenn wir aus der Zivilgesellschaft genug Rückenwind bekommen, können wir den Preis wieder vergeben! Jede Spende an unseren gemeinnützigen Verein ist steuerlich absetzbar 💝 

Mehr Details bald auf Social Media und auf unserer Website, jetzt schon mal in den Kalender eintragen:

Save the Date: Montag, 8. Dezember, 20.15 Uhr
Fundraising-Gala Deutscher Preis für Klimajournalismus 2026

Das Banner zeigt einen blauen Hintergrund mit einer Erdkugel. Darauf steht in schwarzer Schrift "Deutscher Preis für Klimajournalismus 2026"

Zoom-Link (Öffnet in neuem Fenster)
Meeting-ID: 668 4076 6035
Kenncode: 969682

Update: Zuwachs im Kernteam ✨

Wir freuen uns sehr, dass wir nach unserem Aufruf nach Verstärkung im Sommer neun neue Mitglieder im Kernteam begrüßen können! Auch das Newsletter-Team ist gewachsen, und neben Sara und Leoni sind nun auch Josephine, Jana und Linda mit an Board. 📧

Falls ihr ebenfalls Lust und Kapazität haben solltet, ehrenamtlich im Netzwerk miteinzusteigen, freuen wir uns, von euch zu hören. Wir suchen weiterhin nach Menschen, die uns ehrenamtlich im Social-Media-Team unterstützen und Autor*innen für unser neues Projekt “Watchblog”. Wenn ihr dabei sein wollt, meldet euch gerne mit einer kurzen Mail an netzwerk@klimajournalismus.de (Öffnet in neuem Fenster), in der ihr schreibt, wie viele Stunden im Monat ihr Zeit habt und was euch besonders interessiert.

Klimajournalismus-Stammtisch in München 🥨

Du wohnst in München oder in der Umgebung? Dann sei dabei: Wir treffen uns am 27. November ab 18.30 Uhr. Der Stammtisch ist ein Angebot des Netzwerk Klimajournalismus für alle Journalist*innen und Medienschaffende, die zu Klima berichten, Klima stärker in ihrer Arbeit mitdenken möchten oder sich generell eine bessere Klimaberichterstattung wünschen. 

Ihr braucht euch also nicht als Klimajournalist*innen bezeichnen, um beim Stammtisch willkommen zu sein! Wenn ihr dabei sein möchtet, schreibt an katharina.mau@klimajouralismus.de (Öffnet in neuem Fenster).

Angebote für Nachwuchsjournalist*innen 💪

Seit Anfang des Jahres ist im Netzwerk Klimajournalismus die Nachwuchsgruppe aktiv! Gemeinsam wollen wir voneinander lernen, uns austauschen und neue Perspektiven entwickeln. In regelmäßigen Q&A-Sessions sprechen wir über Themen wie “Wie pitche ich richtig?” und andere praktische Fragen rund um den Einstieg in den Klimajournalismus. Momentan arbeiten wir außerdem an weiteren Angeboten, um Austausch und Weiterbildung künftig noch besser zu gestalten – bleibt also gespannt! Wenn ihr Teil der Gruppe werden oder mehr erfahren wollt, meldet euch gern bei tine.heni@klimajournalismus.de (Öffnet in neuem Fenster).

Update: Team Watchblog startet bald 👀

Wir haben 2026 große neue Dinge vor! Ab Ende Januar starten wir als Netzwerk Klimajournalismus einen Watchblog – Arbeitstitel: Medien im Klimastress. Einmal im Monat werden wir ausführlich mit einem neuen Blogpost und Social Media darauf aufmerksam machen, wo Klimaberichterstattung scheitert und wie sie besser werden kann. Wir machen Fehlentwicklungen sichtbar, zeigen gute Beispiele und geben Impulse für Redaktionen, die Verantwortung übernehmen und Qualität stärken wollen. Lust mitzumachen? Meldet euch unter watchblog@klimajournalismus.de (Öffnet in neuem Fenster).

💡 Klimajournalismus: Unsere aktuellen Empfehlungen

In unserem Netzwerk-Slack sammeln wir aktuelle Recherchen und Empfehlungen aller Mitglieder. Einmal im Monat stellen wir hier im Newsletter eine Auswahl gemeinsam mit persönlichen Fundstücken vor.

ARD-Doku: Tuvalu – kleine Insel, große Probleme

Wenn es um die Folgen eines steigenden Meeresspiegels geht, steht der Inselstaat Tuvalu oftmals sinnbildlich für die drohende Katastrophe. Er könnte das erste Land der Welt sein, das in den kommenden Jahrzehnten unbewohnbar wird. Wie die Menschen vor Ort mit dieser Bedrohung umgehen und was ein Plan B sein könnte, erzählt ARD-Korrespondent Thorsten Iffland in einer wirklich sehenswerten Dokumentation (Öffnet in neuem Fenster).

DLF-Podcast: Sackgasse Klimaschutz: Wie ein Aufbruch gelingen kann

Um den Klimaschutz steht es schlecht: Statt mutiger Entscheidungen werden vielerorts wichtige Stellschrauben zurückgedreht. Das war nicht immer so. In den 1990ern und bis 2015 herrschte zeitweise richtiggehend Aufbruchstimmung. Was war damals anders? Darauf gibt der DLF-Podcast “Crashkurs: Wirtschaft trifft Geschichte” Antworten. Eine liebevoll gestaltete Zeitreise (Öffnet in neuem Fenster).

TAZ: “Die Spree würde den Staat verklagen”

Eine Berliner Petition fordert gerade Rechte für die Spree. Geht das einfach so und was würde das in puncto Klima- und Umweltschutz ändern? Unsere Kolleg*innen Inga Dreyer und David Schmidt haben mit dem Juristen Emmanuel Schlichter über das Projekt und mögliche Folgen gesprochen. Hier (Öffnet in neuem Fenster) geht's zum Interview.

FR-Podcast: “Klima Klartext” mit Claudia Kemfert

Nach ihrer Zeit beim MDR hat Energieökonomin Claudia Kemfert gleich zwei neue hörenswerte Podcasts gestartet: Den “Klima-Kompass”, mit der Wissenschafts-Redaktion von TWENTYTWO Film, und “Klima Klartext” bei der Frankfurter Rundschau, ein Video-Format mit unserer Kollegin Kristin Langen. In der ersten Folge ging es ums Sondervermögen, in der zweiten um Energieabhängigkeit. Hört mal rein (Öffnet in neuem Fenster)

Podcast von “Mission Wertvoll”: Neu Denken

Und gleich noch ein neuer Podcast zum Abonnieren. Im Format “Neu Denken” will Maja Göpel den gesellschaftlichen Diskurs neu aufrollen – lösungsorientiert und immer mit der Frage “Wie geht es besser?”. In den bisher erschienenen Folgen ging es dabei unter anderem um Schulden, Wachstum und Vermögen. Spannende Gespräche (Öffnet in neuem Fenster), die einen mit Optimismus zurücklassen.

Correctiv: Faktencheck zur Wärmewende 

Zum Abschluss empfehlen wir serviceorientierte Klimaberichterstattung on point. Die Kolleg*innen von Correctiv haben als Teil eines größeren Projekts zur Wärmewende einen wunderbaren Faktencheck gemacht und räumen darin mit Mythen und Falschbehauptungen auf. Es geht um alltagspraktische Fragen, wie “Verursacht Dämmung Schimmel?” oder “Wärmepumpe nur im Neubau?”. Ein Text (Öffnet in neuem Fenster) zum Selbstlesen und Weiterschicken.

🗓️ Wichtige Termine im November

Was passiert diesen Monat rund um Klima, Umwelt und Energie? Ob Konferenzen, neue Studien, wichtige Treffen oder Diskussionen im Bundestag – ab sofort stellen wir eine Auswahl spannender Termine für eure Berichterstattung zusammen. Ihr habt Tipps? Schreibt uns unter netzwerk@klimajournalismus.de (Öffnet in neuem Fenster).

📢 Jobs, Stipendien und Ressourcen

Wir hören uns im Dezember wieder,

Josephine, Linda, Jana, Sara & Leoni

P.S.: Kennst du die Arbeit unserer Kolleg*innen in Österreich? Der Newsletter des Netzwerk Klimajournalismus (Öffnet in neuem Fenster) Österreich informiert jeden Monat über Termine, Stipendien, Ressourcen und Klimajournalismus, der aufgefallen ist. Wir sind Fan.

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