.png?auto=compress&w=800&fit=max&dpr=2&fm=webp)
Liebe Menschen da draußen,
der Mai hat schon ein paar Tage Vorsprung, aber das macht gar nix, denn: gut Ding will Weile haben und dieser Newsletter hier ist mal wieder ein RICHTIG gutes Ding: Hier und da kleinere Änderungen, Feinheiten im Detail, ihr werdet es sehen!
Während ihr diese Zeilen schmökert, spaziere ich (Dom, hallo!) durch die Straßen Hamburgs und atme ein bisschen durch. Die letzten Wochen waren nicht die einfachsten, aber die Arbeit rund um OK COOL hat mir enorm viel Halt und Sinn und Glückseeligkeit (meine ich genau so) gegeben. Und das wiederum alles auch nur, weil es euch da draußen gibt, die tollen Hörerinnen und Hörer, die aus diesem Podcastprojekt so eine ganz besondere Nummer machen.
Und dafür: Danke <3
Und nun: Ab geht’s in den Newsletter!
Der April bei OK COOL in der Rückschau
Im April ‘25 wartete auf Steady-Supporter ein buntes Programm, aus dem ich drei Highlights für euch herausgreifen möchte:

OK COOL holt nach: Oblivion - mit Géraldine Hohmann (Öffnet in neuem Fenster)
Seit Géraldine Hohmann Anfang des Jahres zum Team von OK COOL dazustieß, war klar: wir werden gemeinsam Oblivion spielen. Sie ist nämlich Riesenfan des RPG-Klassikers von 2006, ich hingegen habe den Titel nie gespielt. Und das ändern wir nun gemeinsam - und ihr könnt dabei zuhören.

Two Point Museum ist eines meiner Lieblingsspiele des noch jungen Jahres 2025 - und das vor allem aus einem Grund: ich kann mein eigenes Museum bis ins kleinste Detail planen, dekorieren und mit Exponaten schmücken. Was aber hält ein echter Museumsmitarbeiter von meinen Kreationen? Genau das habe ich einen gefragt.

The Darkest Files dreht sich um die Aufklärung von Altnazi-Verbrechen inmitten der jungen Bundesrepublik und wurde dafür immer wieder als “das wichtigste Spiel des Jahres” gelobt. Wie gut ist das Ding aber wirklich? Der Kulturwissenschaftler Christian Huberts und ich haben es für euch herausgefunden.
Wenn ihr all das hören und unsere Arbeit ganz nebenbei noch unterstützen wollt, gehört folgender Button euch:
Auswertung der Umfrage zum “neuen” Newsletter
Nachdem ich letzten Monat diesen Newsletter auf eineinhalb neue Beine gestellt und einen stärkeren Fokus auf Interviews gelegt habe, war ich sehr neugierig, wie ihr diese Änderung so wahrgenommen habt.
In einer kleinen Umfrage habe ich genau danach gefragt. Das Ergebnis: Zurückhaltender Applaus. Tendenziell gefiel euch die Neuerung, dass Interviews eine größere Rolle im Newsletter spielen - die beiden Gespräche aber waren zu viel und zu lang.
Daraus habe ich direkt ein paar Änderungen abgeleitet, die ihr bereits in dieser Ausgabe bestaunen könnt: Nur ein Interview, dafür etwas länger. Außerdem: eine kleine neue Grafikidee für die Festplatten-Neuzugänge.
Ich bin sehr gespannt, wie euch diese Veränderungen gefallen und lade euch erneut dazu ein, am Ende dieses Newsletter mir eure Meinung mit einem Klick dazulassen - Danke!
Neuzugänge auf Doms Festplatte
.png?auto=compress&w=800&fit=max&dpr=2&fm=webp)
Hier geht’s zu den Spielen direkt auf Steam:
Sechs Fragen für Falko Löffler, Autor für Spiele, Bücher & Podcasts

Falko Löfflers Arbeit begleitet mich nun schon seit einigen Jahren auf angenehmste Art und Weise: Er hat für das ein oder andere Spiel auf meiner Festplatte die Story geschrieben, erzählte bereits bei OK COOL reichlich von seiner Arbeit, wirkte in der allerersten Folge "OK COOL holt nach" mit - und hat seit geraumer Zeit einen wundervollen Podcast.
Dieser Podcast dreht sich um Point'n'Click-Adventures, heißt folgerichtig "Benutze Ohr mit Lautsprecher" (Öffnet in neuem Fenster) und ist eine echte Hörempfehlung. Ich freute mich riesig, dass Falko Zeit und Lust für dieses Interview übrig hatte (bzw. nicht schnell genug den Raum verließ).
1) OK COOL: Mal ganz ehrlich - wie geht's dir?
Falko: Genervt und Nackenschmerzen (hey, guter Podcasttitel!). Genervt wegen des Gesamtzustands der Welt. Ich mein, guck doch mal raus! Nicht vom schönen Wetter ablenken lassen! Alles andere! Und weil ich gerade in diesem schrecklichen Freelancer-Zustand bin, dass drei Sachen was werden könnten, aber nix richtig sicher ist, und die Gaemzbrangsche ist ja sowieso gerade…
Aber lassen wir das, ich bekomme nur noch schlimmere Nackenschmerzen, wenn ich mich aufrege. Die hab ich sowieso dauernd. Ich bin alt. Anders als beim Zustand der Welt hilft da immerhin Sport. Und als Übersprungshandlung und um das trügerisch Gefühl zu haben, selbst etwas bewegen zu können, bewege ich gerade mein Digitalleben weg von Office 365 und Google. Fresst Staub, Copilot und Gemini!
2) Dein wundervoller Podcast wäre ohne deine besondere Leidenschaft für Point'n'Click-Advenures ja gar nicht denkbar. Kannst du uns mal erklären, was dich so sehr an diesem Genre begeistert? Was übersehen die Leute, die nix mit diesen Spielen anfangen können?
Adventures haben das Problem, dass sie rein als Retro-Genre wahrgenommen werden. Alle über 30 Jahren haben die DAMALS gespielt und verbinden nur die Klassiker damit, interessieren sich nicht für die neuen Titel. Da es keine Leuchtturmtitel gibt, nehmen jüngere Leute das Genre nicht wahr – wie auch, wo wir im Zeitalter der Service Games leben. Für mich sind Adventures das interaktive Gegenstück zum Bücherlesen. Ich kann mich nach eigenem Tempo durch eine fiktive Welt bewegen, Figuren treffen, ein paar Rätsel lösen. Niemand stresst mich dabei. Ich kann mit der rechten Hand die Maus bedienen, mit der linken die Kaffeetasse halten.
Klar – ich spiele auch andere Genres, und nicht jedes Adventure hat automatisch eine erzählerische Sogwirkung – viele der Spiele sind nüchtern betrachtet Amateurprodukte, aber Amateur bin ich selbst, ich mache das nur schon lange genug, dass ich kompetent wirke. Abgesehen davon, dass es „das Adventure“ nicht gibt, denn bei Interaktivität, Rätseldichte und Dialoglastigkeit sind die Unterschiede bei den einzelnen Spielen gewaltig.
Wer mit diesem entschleunigten Spielerlebnis nix anfangen kann – mir doch egal! Ich versuche nicht, Leute davon zu überzeugen, dass Adventures toll sind oder marktwirtschaftlich vielversprechend. Der Subreddit „adventuregames“ hat 25k Members. Zum Vergleich, der Subreddit des gerade frisch erschienenen Spiels „Clair Obscur: Expedition 33“ hat 28k (und wenn ihr das lest vermutlich noch mal mehr). Es ist eine Nische, es generiert keine Millionenumsätze, aber die Leute, die die Füße hochlegen und so’n bisschen klicken wollen, werden nach wie vor sehr gut bedient, Monat für Monat.

3) Wie kamst du dann auf die Idee, diesen Spielen einen Podcast zu widmen? Was treibt dich zu dieser Arbeit an, die du neben deinen bezahlten Aufträgen ja auch noch irgendwie unterbringen musst?
In den 10er-Jahren hat jährlich die Convention „AdventureX“ in London stattgefunden – wo es NUR um Adventures geht. Ich hab es nie geschafft, dorthin zu fahren, aber als Ende 2022 der Messebetrieb so langsam wieder anlief und ich drei Jahre lang, wie wir alle, nirgendwo gewesen war, dachte ich mir: jetzt aber.
Es war eine Freude, mit ein paar hundert Adventurefans und Devs ein paar Tage in Greenwich zu verbringen und spannende Vorträge zu hören. Auf der Rückfahrt dachte ich: hömma, du machst jetzt seit vier Jahren dieses buchpodcast.de (Öffnet in neuem Fenster), und es ist dir immer noch nicht langweilig geworden, die Adventures genauso wenig, außerdem arbeitest du immer noch an solchem Kram. Klick – ich mache einen Adventurepodcast (zumal diese Domain (Öffnet in neuem Fenster) noch frei war). Aber: nur eine Folge im Monat, ohne Druck, rein als Hobby, denn du erwähnst die bezahlten Aufträge – die (und auch der Buchpodcast) haben Vorrang. Und ich habe auch direkt via Steady eine Trinkgeldkasse aufgemacht, damit ich nicht noch draufzahlen muss.
In aller Regel will ich die kleinen Perlen im Genre auftreiben. Aber nicht völlig unkritisch sein – wenn ein Adventure vielversprechend aussieht, aber nicht alles erfüllen kann, spreche ich das (rein subjektiv) auch aus. Generell wähle ich aber nur Titel aus, die ich sowieso spielen wollte.
4) Auf welche deiner mittlerweile 30 Folgen bist du ganz besonders stolz - und warum?
Eine Motivation für den Podcast ist, den Leuten dahinter eine Bühne zu geben. Denn allgemein bekommen Adventures relativ wenig Fläche in den klassischen Games-Medien, die Kreativen noch weniger. Immer schön, wenn dann eine Person sich mir zum Interview stellt. Je mehr Stimmen ich reinbekomme, desto besser. Und zwei Folgen ragen da raus.
Zum einen Folge 21 über die Textadventures von Stefan Vogt (Öffnet in neuem Fenster), die fast drei Stunden lang geworden ist, zum anderen Folge 10 über „Beyond the Edge of Owlsgard“ (Öffnet in neuem Fenster). Und natürlich Folge 27 über „Loco Motive“ (Öffnet in neuem Fenster), in der ein gewisser Herr Schott den Springteufel macht!
Ich freue mich auch, dass der Discord zum Podcast eine nette Community geworden ist für Leute, die sich über Adventures, narrative Spiele und andere Dinge austauschen wollen.
5) Wenn es nur eine Sache gäbe, die du Menschen da draußen über Adventures für ein und allemal ins Gehirn einmeißeln könntest, auf dass es niemals vergessen werde: was wäre das?
Hinter dir, ein dreiköpfiger Podcaster! (Obligatorischer Ulk.) Es gibt ja diese These, dass keine Sau mehr Adventures braucht, weil die narrativen Prinzipien, die Rätsel und damit auch das klassische Gameplay in anderen Genres aufgegangen seien. Quatsch. Die Genres der Computerspiele sind schon seit den 70ern nur grobe Leitplanken gewesen. Nur weil ein Roguelike etwas mehr Story reingedübelt bekommt, wird daraus kein Adventure. Ein Actionspiel mit Inventar ist auch keins. Umgekehrt wird ein Adventure mit ein paar zeitkritischen Rätseln kein Actionspiel.
Die einzelnen Elemente von Gameplay und Interaktion sind schon immer dynamisch gewesen, und in ihrer Kombination entstehen oft Hybride, die rein aus Marketinggründen in ein Obergenre gesteckt werden. Das gilt auch für die neu entwickelten Adventures. Was ich also einmeißeln will: hört auf, von oben herab auf Adventures zu schauen, weil die angeblich „keine Innovation“ bieten, während man diesen Vorwurf jedem fucking Spielgenre machen könnte. Man muss die neueren Adventures halt auch mal spielen, um die Innovationen zu finden. Oder, besser noch, Entspannung.

6) Zuletzt will ich auf deine Festplatte schielen: Welches Spiel (Genre egal!) hat dich dieses Jahr bisher am meisten begeistert? Und gibt es einen Titel, auf den du dich dieses Jahr noch besonders freust? (hier das Geräusch eines Notizzettels vorstellen, den ich zücke)
Generell ist das Steam Deck zu meinem Hauptspielgerät mutiert. Ich bin froh, in meinem aktuellen PC nur eine Einsteiger-Grafikkarte verbaut zu haben. Je besser ein Spiel fürs Deck optimiert ist, desto glücklicher macht es mich. Bei klassischem Point and Click ist das mit dem Daumen-Touchpad ein wenig umständlich (und, zugegeben, mit der Kaffeetasse in der anderen Hand isses dann auch Essig), aber eine halbe Stunde auf der Couch liegen und so spielen – wunderbar.
Ich bin glücklich, dass „Rosewater“, das Western-Adventure von Francisco Gonzalez, alle Hoffnungen bei mir erfüllt hat. Ein gutes Beispiel für versteckte Qualitäten: man kann dieses Spiel durchspielen und denken, es wäre einfach nur so’n Point and Click. Aber es gibt randomisierte Ereignisse und unter der Haube ein „relationship model“, bei dem die Beziehungen der Hauptfigur zu den anderen Charakteren sich ändern kann – was dann Auswirkungen auf die Geschichte hat. Merkt man aber nur, wenn man es mehrmals spielt. Ein toller Road Trip durch eine Alternativ-Westernwelt mit leichten Steampunk-Elementen.
Mittendrin bin ich in „Lost Records“ von DontNod. Die zweite Hälfte ist ja gerade erschienen, das harrt noch aufs Weiterspielen. Diese Firma versteht sich seit „Life is Strange“ auf Hochglanz-Weltschmerz, und ich mag ihre Spiele, weil die Figuren fast immer sofort funktionieren und ich die weiß, dass ich dort in aller Regel kompetente Dialoge bekomme.
Zwischen den Jahren habe ich zumindest den Anfang des neuen „Indiana Jones“-Spiels erlebt. Irgendwann weiter. Ist jetzt wohl nicht so der Geheimtipp.
Und dieser Tage fange ich endlich mit „Old Skies“ an. Das neue Spiel von Wadjet Eye Games, die vor allem durch die „Blackwell“-Reihe zurecht bekannt geworden sind. Davon erwarte ich viel.
Ich wollte eigentlich noch „Crimson Diamond“ spielen, ein neuer Titel im klassischen Sierra-Stil, aber jetzt machen das Gunnar und Christian bei Stay Forever – auch gut, hör ich denen bei der Arbeit zu, ich hab doch eh keine Zeit.
In letzter Zeit merke ich jedenfalls, dass mir die Geduld für AAA-Spiele nicht mehr reicht, weil es so schnell in Arbeit ausartet. Und davon hab ich genug.
Wie hat euch dieser Newsletter gefallen?
Verratet es mir hier, mit einem Klick, ganz easy und ehrlich:
https://forms.gle/WyG5WFuiYRzKAZ2f7 (Öffnet in neuem Fenster)Und damit: vielen herzlichen Dank ein weiteres Mal für eure Augen, Ohren und Support in jeglicher Form <3
Ich wünsche euch einen wundervollen Monat voller schöner Momente und Spiele!
-Dom