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Regen.

Gedanken über die ungewohnte Gesamtsituation, Regen in Dänemark und irgendwie ein bisschen von allem.

Wie lange habe ich mich auf den September gefreut, wo er doch hauptsächlich aus Urlaub bestehen sollte. Den ersten Teil dieser Woche verbrachte ich bereits in Warnemünde, meinem kleinen Paradies an der Ostsee. Immer wenn ich dort bin, kann ich entschleunigen, das Nichtstun genießen und den Kopf freibekommen. So kam es auch, dass ich richtig inspiriert war und mehr schreiben konnte, als ich eigentlich dachte. Der Abschied fiel entsprechend schwer, denn das Städtchen zeigte sich auch noch von seiner schönsten spätsommerlichen Seite. Obendrein bekam ich vor Ort ein verlockendes Angebot, dem ich als Autorin wohl nicht widerstehen kann: Eine Lesung im Kunstatelier Warnemünde! Wer einmal in der Nähe ist, sollte unbedingt einen Blick hineinwerfen… Ich sah mich dort sofort aus einem meiner Werke lesen, allerdings drängte sich gleichzeitig die Frage in den Vordergrund: Was lese ich denn hier vor? Denn beim Blick auf meine bisher verfassten Texte fällt auf – sie drehen sich hauptsächlich um Berlin. Eventuell ist das ein guter Anlass für eine neue Herausforderung: Ein paar Kurzgeschichten ganz ohne Berlin. Ob ich das schaffe?

Die derzeitige Trennung von meiner großen Liebe bietet sich eigentlich prima dafür an, mal ein bisschen außerhalb der Komfortzone zu schreiben. Allerdings wirft sich in diesem Moment der Regen in dicken Tropfen an die Fenster meines Ferienhauses in Dänemark. Der Himmel grau, die Gedanken in meinem wunderschönen Berlin versunken. So schnell gebe ich natürlich nicht auf und versuche hier die Zeit ohne die süßen Versuchungen der Großstadt meiner Urlaubslektüre zu widmen, die aus nicht weniger als sieben Werken aus vier verschiedenen Genres besteht. Für zwei Wochen erschien mir diese Menge angemessen. Außerdem bestätigten mir meine liebsten Bücherfreund:innen, dass es völlig normal ist, mit einer gewissen Auswahl auf Reisen zu gehen. Man weiß schließlich nie, in welche Welt es einen am nächsten Tag zieht. Ist mir heute nach einem ungeklärten Mordfall oder doch nach einem Kampf zwischen Werwölfen und Vampiren? Möglicherweise verlangt auch die Romantik nach meiner Aufmerksamkeit, vielleicht aber auch eine dramatische Coming-of-Age-Situation. Ich bin für alle literarischen Notfälle gewappnet, musste mir aber noch einen extra Pulli in der nächsten Stadt besorgen, weil die Nässe in die Knochen kroch. So haben wir eben alle unsere Prioritäten.

Nun verrate ich dir noch einen kleinen Fakt über mich, der viele Menschen immer wieder überrascht: Grundsätzlich bin ich jemand, der am liebsten alleine verreist und das auch tut. Darin habe ich schon Routine und ich bewege mich mit mir selbst sicherer und freier durch fremde Gebiete als in Begleitung. Klingt komisch, ist aber so. Alleine reisen ist meine Komfortzone. Aber: Ich lerne es gerade auch zu genießen, mal nicht für alles ganz alleine verantwortlich zu sein. Das fällt mir aktuell noch schwer, aber es ist ja durchaus noch Zeit, um die ein oder anderen Vorteile zu entdecken. In der richtigen Gesellschaft ist auch mir das Nicht-alleine-Reisen ein Genuss. Lass uns mal sehen, ob ich diese inneren Turbulenzen in die ein oder andere Geschichte verwandeln kann. Denn wenn es darum geht, Neues auszuprobieren oder mich auf ungewohnte Situationen einzulassen, ist mein Motto: Alles ist Schreib-Stoff. Je schräger sich die Dinge anfühlen, desto besser machen sie sich auf Papier. Oder?

Eine Sache, die ich in letzter Zeit definitiv sehr genieße: Übers Schreiben sprechen. Nicht nur davon zu erzählen, sondern wirklich über Feinheiten zu philosophieren, Gedanken zu teilen, die davor, währenddessen und danach stattfinden oder einfach nur nebeneinander schreiben. Ich bin sehr dankbar, dass sich dieser Kreis ein klein wenig erweitert hat und fühle mich nun auch in diesem Teil meines Tuns einfach gut aufgehoben und ein bisschen weniger alleine. Früher war das Schreiben mein Einzelgängerinnen-Ding – es hat mich anders gemacht und es war etwas, das für mein Umfeld nie greifbar war. Ich weiß, dass es vielen anderen Schreibenden ganz genauso geht und möchte euch darum allen ans Herz legen, euch untereinander auszutauschen. Auch mich hat das am Anfang einiges an Überwindung gekostet – das ist aber gar nichts, im Gegensatz zu dem, was mir seitdem Gutes widerfahren ist. Wenn du noch nicht so richtig weißt, mit wem du darüber sprechen möchtest oder kannst, dann schicke mir doch einfach eine Nachricht. Ich freue mich darüber 💕

Übrigens: Ich habe mein Journaling-Angebot erweitert – mit dem 7 Tage Journaling Flow (Öffnet in neuem Fenster)kannst du dich ganz unabhängig von meinen Workshops ausprobieren, dich mit deinen Gedanken vertraut machen und in deinem ganz eigenen Tempo in deine Routine finden ✍️

Bis nächste Woche!

Alles Liebe

deine Sarah

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