(Öffnet in neuem Fenster)Liebe Flauschis!
Ein herzlich sonniger Gruß aus dem Ländlichen, wo es diesmal sogar meine Aufgabe war, den Familienwagen durch den TÜV zu begleiten.
Seitdem ich denken kann, haben wir ein Auto - nicht mehr - in der Familie - und ja: immer einen von Volkswagen. Nie neu, immer Jahreswagen oder älter. Nie samstags gewaschen, sondern ein schlichter Gebrauchsgegenstand vor allem für die Zeiten, in denen Papa beruflich bedingt an anderen Orten lebte. Und nein, er ist NIE mit dem Auto zur Arbeit gefahren, auch wenn es am letzten Standort möglich gewesen wäre. Mama hingegen hat mit großer Begeisterung alles mit dem Fahrrad erledigt, was so möglich war - ich denke auch, weil sie die Begegnungen am Gartenzaun so schätzte.
Das alles gibt es hier nicht mehr. Die Spielzone wurde auf 15 Meter kleingeklagt, weil es irgendeiner Autoperson wichtig war, in diesem Wohngebiet 30 zu fahren. Die Straßen sind so vollgeparkt, dass es an manchen Tagen fast unmöglich ist, diese mit einem Auto zu durchfahren. Kreuzungen sind “dicht”, wenn die Garagentore mal geöffnet sind, blickst du nicht selten auf Gerümpel. Schon in meiner Lebensspanne gingen hier kinderfreundliche Räume verloren. Ebenso Busanbindungen und naja, gute Radwege gab es eh nicht so viele.
Ebenso möchte ich euch in dieser Sache die aktuelle Studie der Uni Mannheim empfehlen, die nachweist, dass ein Euro in der Rüstungsindustrie nur 50 Cent Mehrwert schafft, während Investitionen in Bildung und Gesundheit diesen verdreifachen:
Die geplante massive Erhöhung der deutschen Militärausgaben könnte deutlich weniger zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen als vielfach behauptet. Das zeigt eine neue Studie der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Tom Krebs und Dr. Patrick Kaczmarczyk von der Universität Mannheim.
https://www.uni-mannheim.de/newsroom/presse/pressemitteilungen/2025/juni/ruestung-ohne-rendite/ (Öffnet in neuem Fenster)Patrick war auch schon bei mir im Podcast. Ich muss immer schmunzeln, weil ich das mittlerweile so oft sagen kann :D
Thema: Warum beruht der „Erfolg“ der Autoindustrie nicht auf Innovation, sondern auf Rechenkünsten?
Aufgrund des darwinistischen Verdrängungswettbewerbs in Europa konnte die Autoproduktion in Deutschland vor allem durch Kosten- und Refinanzierungsvorteile erhalten werden. Anstatt die Industrie durch eine kluge Investitions- und Lohnpolitik zur Veränderung und Transformation zu zwingen, spezialisierte man sich immer mehr auf die Produktion einer aussterbenden Technologie. So verpasste man technologisch den Anschluss an Hersteller in Asien und den USA und blockierte zudem jegliche Initiativen für eine nachhaltigere Gestaltung der Industrie in Brüssel. Dies betraf die gesamte Wertschöpfungskette, die nun vor den Scherben der Politik der letzten 20 Jahre steht.
https://katja-diehl.de/patrick-kaczmarczyk-warum-beruht-der-erfolg-der-autoindustrie-nicht-auf-innovation-sondern-auf-rechenkuensten/?utm_source=steady&utm_medium=newsletter&utm_campaign=flauschis&utm_content=podcast (Öffnet in neuem Fenster)Ganz passend also, dass ich von hier aus ein interview mit der FAZ zum Thema: Volkswagen, Deutschland, Zukunft.... gegeben habe. Es wird Teil eines Podcasts werden, der in sechs Wochen erscheint und sich ansonsten wohl eher rein um die technische und wirtschaftliche Dimension vom Kollabieren dieses Konzerns dreht.
Meine Antworten gebe ich euch mal vertraulich weiter, vielleicht helfen euch ein paar Argumentationen.