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StreetLetter #14: Was tun mit Autos – Drumherumfotografieren oder draufhalten?

Erst einmal Hallo! an alle, die von Jochens Streetphoto-News-Kanal (Öffnet in neuem Fenster) hier hergefunden haben. Schön, daß ihr da seid! Schön, daß ihr so viele seid!

Ich hänge gerade ein bißchen im fotografischen Sommerloch, weil ich gefühlt last woman standing in der Arbeit bin, während sich der Rest am Strand aalt. Ihr kennt das. Außerdem ist es meistens eh zu heiß, um durch die Stadt zu stapfen. Sobald ich wieder Kleidung an mir toleriere, geht es wieder los, ich bin da ganz entspannt, das ist ja jedes Jahr so. Entspannt mit Motivationsflauten umzugehen ist überhaupt die halbe Miete, um aus der Motivationsflaute wieder herauszukommen.

In der ersten Jahreshälfte habe ich ohnehin mehr fotografiert und mich mehr damit beschäftigt als gefühlt die drei Jahre davor, weil ich den “Theatre of real life”-Workshop (Öffnet in neuem Fenster) bei Wolfgang Zurborn belegt habe, aber darüber demnächst mehr.

Hier könnt ihr den StreetLetter kostenlos subskribieren, wenn ihr das noch nicht tut:

Heute wollte ich eigentlich über etwas anderes reden. Nämlich darüber, daß ich schon öfter gehört habe, daß einem diese ewigen Autos die Bilder versauen, und außerdem seien diese modernen Autos ja auch wahnsinnig häßlich. Gut, mich nerven Autos als Hindernisse auf meinem Weg schon auch, wenn ich um sie herumgehen muß, und die wenigsten dieser aufgeblasenen Brocken finde ich äußerlich ansprechend, aber fotografisch sind sie durchaus nützlich.

Es wäre mir aus ästhetischen Gründen lieber, Autobesitzer wären in der Farbwahl heutzutage etwas mutiger als das ewige Grau und Anthrazit, aber wenn die Dinger da schon bläßlich herumstehen, sollte man sie sich zunutze machen. Sie spiegeln zum Beispiel sehr hübsch. Sie schaffen einen verglasten Innenraum auf der Straße. Nachts zum Beispiel, wenn die Innenraumbeleuchtung an ist oder die Scheinwerfer oder zumindest der Lack glänzt.

Autos sind auch dann praktisch, wenn man in ihnen sitzt. Aus dem Autofenster unterwegs vernünftige Bilder zu machen geht eigentlich immer schief. Also zumindest dann, wenn die Bilder schummeln, wenn man ihnen nicht ansehen soll, daß sie aus dem Auto heraus gemacht wurden. Da hilft nur eins: Ehrlichkeit.

Das Fenster oder die Dachluke ins Visier zu nehmen und das Draußen damit einzurahmen, gerne unter Einbeziehung des Seitenspiegels, wirkt oft sehr gut. Sofort bekommt man so ein Gefühl von Roadtrip, man reflektiert das eigene Fortkommen im Bild mit. Ich mach das wirklich sehr gerne. Auch deshalb, weil man dann sofort etwas über die Reise erzählt, darüber, wie man die Landschaft in diesem Moment wirklich wahrgenommen hat (durch die Scheiben und als Reisender). Das muß man ja nicht vertuschen.

Eine, die das Fotografieren aus Autofenstern zur Perfektion betrieben hat ist übrigens Rebecca Norris-Webb. Auf dem Insta-Account, den sie sich mit ihrem Mann teilt, sieht man immer wieder sehr schöne Autobilder und Autofensterbilder.

webb_norriswebb (Öffnet in neuem Fenster)

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Jetzt sind diese Autos auch alle noch häßlich. Aber das denkt man ja immer von dem Gerümpel der Gegenwart. Man muß nur dreißig Jahre warten, zack, plötzlich wird das auch noch auf einer anderen Ebene interessant. Wenn man also jetzt eine Möglichkeit findet, Autos kompositorisch interessant einzubinden, wird man in ein paar Jahren die zeitgeschichtlich interessanteren Fotos gemacht haben (ja, das war eben Futur II). Ich kann nur raten, da vorzubauen. Wir sind schließlich die Zeitzeugen der zehner und zwanziger Jahre, da haben wir auch eine Verpflichtung Zeigefingeremoji.

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martinkollarstudio (Öffnet in neuem Fenster)

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danielladnar (Öffnet in neuem Fenster)

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(Klickt hier mal die ganze Serie durch, die ist super!)