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Frohere Weihnachten

Willkommen im Newsletter der Superredaktion – die regelmäßige Ration konstruktive Perspektiven, positive Botschaften und konkrete Anpackmaterialien für Menschen mit Lust auf Zukunft.

Eigentlich hatten wir geplant, dir noch schnell vor Heiligabend eine Argumentationshilfe für die anstrengenden weihnachtlichen Diskussionen mit den Teilen der Familie an die Hand zu geben, die immer wieder mit denselben Quatschgeschichten um die Ecke kommen. Dann haben wir unseren Newsletter (Öffnet in neuem Fenster) von Weihnachten 2023 nochmal gelesen und erkannt: Die dort widerlegten Quatschgeschichten sind leider/glücklicherweise immer noch aktuell, wir haben da eigentlich gar nichts Neues hinzuzufügen. 

Die Zahlen mögen sich inzwischen ein bisschen verändert haben – China hat noch krasser (Öffnet in neuem Fenster) Erneuerbare ausgebaut, der Strommix in Deutschland ist noch CO2-ärmer (Öffnet in neuem Fenster) geworden, und wir verbrennen heute noch weniger (Öffnet in neuem Fenster) Kohle – aber die grundlegenden Linien der Argumentation bleiben dieselben, du kannst sie gern weiterverwenden.

Heute daher statt Anti-Fake-News lieber Good News, auch weil wir grundsätzlich lieber für gute Sachen als gegen schlechte Sachen sind. 

Froher werden Ultra
Die geballten guten Nachrichten zum Jahresausklang

Du hast nur wenig Zeit und willst den schnellen Fix? Hier die wichtigsten Geschichten, die du auf jeden Fall mitnehmen und weitererzählen solltest:

  • Strom aus Wind und Sonne haben 2005 etwa 1 Prozent der weltweiten Stromproduktion ausgemacht. Heute sind es über 30 Prozent - die größte Stromquelle des Planeten.

  • Die Welt wird spätestens 2026 den Höhepunkt der Treibhausgasemissionen überschreiten – ab dann geht es bergab, hoffentlich schnell. 

  • Die Weltgemeinschaft hat ein historisches UN-Meeresschutzabkommen für die Hohe See beschlossen, die bisher ein nahezu rechtsfreier Raum war.

  • Weite Teile des Amazonasregenwalds wurden dieses Jahr unter Schutz gestellt, die Entwaldungsrate im Amazonas ist auf dem tiefsten Stand seit fast zehn Jahren.

  • Die Menschheit ist so gesund wie nie, Tode durch ansteckende Krankheiten und Luftverschmutzung sind auf dem tiefstem Stand seit Jahrhunderten.

Genug für heute? Kein Problem, schöne Weihnachten, bis bald! 

Mehr Details, mehr Quellen, mehr Geschichten? Bittesehr, wir haben einiges gesammelt.

Energie und Klima

Erstmal die grobe Linie

Vor fünf Jahren hätten (Öffnet in neuem Fenster) die Pläne, die die Regierungen der Welt damals hatten, um ihre Emissionen zu reduzieren, selbst in der optimistischsten Auslegung zu einer Erhitzung der Erde um 3 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts geführt. Das ist deutlich mehr als selbst das pessimistischste Szenario von heute annimmt. Heutige optimistische Prognosen gehen von 2,3 Grad aus. 

Quelle: UNEP, Emissions Gap Report, via “How the World is Quietly Winning on Climate” / Bloomberg. Anm.: Temperaturen stehen für die erwartete Erwärmung bis 2100 über vorindustrielles Niveau, mit einer Wahrscheinlichkeit von 66%. Current policies = Alles so weiterlaufen lassen, wie es gerade ist. NDCs = “Nationally Determined Contributions”, nationale Klimabeiträge. Das sind die Pläne, die die einzelnen Regierungen der UN vorgelegt haben. "Conditional NDCs", also bedingte Klimabeiträge, sind nur dann für die Umsetzung vorgesehen, wenn andere Regierungen gleichziehen.

Das wäre immer noch katastrophal, keine Frage – aber selbstverständlich viel, viel besser als 3 Grad. Um Millionen Menschenleben besser, um genau zu sein. Und in der Tendenz biegt sich diese Kurve immer weiter nach unten. Wir können auf das “zu wenig” schauen und verzweifeln. Oder wir können sagen: Internationale Klimapolitik funktioniert, wir haben die optimistischsten Prognosen schon einmal übertroffen, wir können es wieder tun. Wir sind viel besser geworden, wir müssen noch viel besser werden, wir können noch viel besser werden.

Sauberer Strom wächst schneller als Bedarf

Weil weltweit alles elektrisch wird, wächst der Strombedarf der Menschheit deutlich. Achtung: Nicht notwendigerweise der Energiebedarf, eine wichtige Unterscheidung, denn Strom ist so viel effizienter (Öffnet in neuem Fenster) als die Steinzeittechnologie “Feuer”, dass wir durch die Elektrifizierung tatsächlich sehr viel Energie sparen.

Jedenfalls schreitet der Ausbau der Erneuerbaren jetzt so schnell voran, dass er nicht nur allen neuen Strombedarf deckt, sondern zu übertreffen beginnt. Das ist ein historischer Kipppunkt, einer von den guten: Es wird jetzt zunehmend fossiler Strom von sauberem Strom aus den Netzen gedrängt. Für 2025 wird auf der Welt kein Wachstum in der fossilen Stromherstellung erwartet (Öffnet in neuem Fenster). Mit Ausnahme des Ausreißers während der Corona-Pandemie geschieht das zum ersten Mal in der Geschichte fossiler Kraftwerke.

Emissionen in China und Indien sinken

So sind in den letzten 12 Monaten erstmals auch in China und Indien die Emissionen aus der Stromherstellung gesunken – zwei der größten Verschmutzer des Planeten sind zugleich zwei der ambitioniertesten Umbauer, und zumindest für China gilt als gesichert (Öffnet in neuem Fenster), dass es in diesem Jahr einen permanenten Wendepunkt erreicht hat, dessen Wichtigkeit für uns alle man gar nicht hoch genug hängen kann. 

Wind und Sonne sind größte Stromquelle der Welt

2005 lag der Anteil von Wind und Sonne an der weltweiten Stromerzeugung bei 1 Prozent. 

2025 ist Kohle als größter Stromlieferant der Menschheit vom Thron gestoßen (Öffnet in neuem Fenster) worden – von Wind und Sonne, die jetzt über ein Drittel des weltweiten Strombedarfs decken und damit die größte Stromquelle des Planeten sind. 

Auch in den USA bleiben Erneuerbare vorerst populär

Da kann auch Trump nix machen: Seitdem und obwohl er wieder im Amt ist, wird nicht nur auch in den USA weiter Wind und Solar mit großer Geschwindigkeit ausgebaut (Öffnet in neuem Fenster), auch ignorieren (Öffnet in neuem Fenster) die Finanzmärkte sein Säbelrasseln: Aktien aus dem Erneuerbaren-Bereich haben in den USA seit der Wahl im Schnitt um über 50 Prozent an Wert zugelegt, traditionelle (sprich: fossile) Energie-Aktien haben 3 Prozent verloren.

Elektroautos überall

2025 ist über ein Viertel der verkauften Neuwagen auf der Welt elektrisch, Tendenz weiter steigend. Guck mal das Bild: Die Größe der Kreise steht für absolute Verkaufszahlen, die Position der Kreise für den prozentualen Anteil an den Gesamtverkäufen. Abgebildet ist der Zustand 2019 vs 2025. Der Sprung ist erstaunlich, und: Es geht schon lange nicht mehr nur um China und ein paar gutsituierte Streber-Länder (jaja, immer dieses Norwegen). Vietnam 40 Prozent. Äthopien 60. Nepal (!) über 70. Und wenn so eine Entwicklung innerhalb von sechs Jahren möglich war, und wir uns klarmachen, dass es hier nicht um lineare, sondern exponentielle, also immer steiler ansteigende Wachstumskurven geht: Wie krass wird das dann erst 2031 sein?

China ist die größte Story

Nochmal, ja, sorry, China. Nicht nur deckt ein Land, dessen Strombedarf jährlich um ungefähr ein Deutschland wächst, inzwischen dieses Wachstum komplett mit Solarzellen und Windrädern ab – es hat diese Technologien für den Rest der Welt in Rekordzeit erschwinglich gemacht. Und mit Rest der Welt ist durchaus auch der Teil des Planeten gemeint, der sonst oft hintanstehen musste, was Fortschritt angeht: In Afrika südlich der Sahara kostet ein Satz Solarzellen inzwischen weniger als ein Smartphone, in Lateinamerika gehen elektrische Autos für weniger als 20.000 Dollar über den Tisch, in Pakistan, Bangladesh, Kenia und Brasilien explodiert (Öffnet in neuem Fenster) der Ausbau von Solar so dolle, dass sich Analystinnen und Analysten immer noch ungläubig die Augen reiben.

Und ja, es wäre wirklich, wirklich schön gewesen, wenn der erste echte Elektrostaat der Welt, der alle anderen mitzieht und mit Macht das Ende des fossilen Zeitalters einläutet, keine miese Autokratie wäre. 

Aber, nein, nicht aber, und: Und mit dem, was gerade in China passiert, haben wir eine echte, große Chance, das Steuer in eine bessere Zukunft herumzureißen, sind tatsächlich schon im Begriff, es zu tun, haben es sogar in Teilen schon getan. 

Ohne China wären selbst 100 von mächtigen fossilen Interessen dominierte Klimakonferenzen nur Tropfen auf den heißen Stein. 

China ist die eigentliche klimapolitische Story nicht des Jahres, sondern des Jahrzehnts, und ein wesentlicher Grund, warum die Welt vielleicht schon dieses, spätestens nächstes Jahr den Wendepunkt aller Wendepunkte erreichen (Öffnet in neuem Fenster) wird: 

Den Höhepunkt der Emissionen, von dem aus es dann endlich bergab geht, und zwar hoffentlich sehr schnell.

“The clean energy transition is exponential, global, it’s happening now, and neither Donald Trump nor Vladimir Putin nor any of the few hundred fossil fuel executives who sold their souls for a few pieces of silver can stop it.” Angus Hervey, Fix the News

Natur, Um- und Mitwelt

Superviele australische Buckelwale

Wale. Alle mögen sie, alle machen sich Sorgen um sie, manche haben sogar Bilder (Öffnet in neuem Fenster) darüber gemalt. 1960 stand die Buckelwalpopulation vor der Ostküste Australiens kurz vor der vollständigen Ausrottung durch den Walfang. Es waren noch 150 von ihnen übrig.

Heute (Öffnet in neuem Fenster) sind es mehr als 50.000 – fast doppelt so viele wie in der Zeit vor den Walfängern. 

Entscheidend dafür war natürlich das Verbot des Walfangs – aber auch die Erschaffung vieler neuer Schutzgebiete. Forschende, die diese Erfolgsgeschichte seit vielen Jahren begleiten, bezeichnen sie als “fast schon ein Wunder”. Das hätte auch Hundertwasser sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt.

Historischer Durchbruch im Meeresschutz

Wem gehört das Meer jenseits der Hoheitsgewässer, allen oder niemandem? Bisher haben bestimmte, nicht allzu sehr am Schutz unserer Lebensgrundlagen interessierte Kräfte so gehandelt, als wäre die Antwort: Niemandem. Und bisher fehlte die juristische Handhabe, diesen Kräften wirkungsvoll klarzumachen, dass die Antwort natürlich allen lauten muss, und dass das eine gemeinsame Verantwortung für den Schutz der Hohen See mit sich bringt.

Nach einem mühsamen, über Jahre währenden Verhandlungsprozess ist nun das UN-Hochseeabkommen final beschlossen (Öffnet in neuem Fenster) worden und kann 2026 in Kraft treten. Das Abkommen regelt unter anderem erstmals die Ausweisung und Durchsetzung von Schutzgebieten außerhalb der Hoheitsgewässer, könnte zur Einrichtung des größten Netzwerks von Meeresschutzgebieten der Geschichte führen und wird von Meeresschutz-Organisationen in aller Welt als gigantischer Durchbruch gefeiert.

Superviele andere Tiere

Die Geschichte von den Buckelwalen ist vielleicht die spektakulärste unter denen von Arten, die der Ausrottung nochmal von der Schippe gesprungen sind, aber bei weitem nicht die einzige: Dutzende Spezies haben bewiesen, dass der Schwund der Artenvielfalt keine Einbahnstraße ist.

Die Grüne Meeresschildkröte schaffte (Öffnet in neuem Fenster) es nach Jahrzehnten der Schutzbemühungen engagierter Menschen von der Liste der bedrohten Arten. Auf Guam legte eine Eisvogelart (Öffnet in neuem Fenster) erstmals seit fast 40 Jahren wieder Eier in der freien Wildbahn. In England wurde ein singendes Insekt (Öffnet in neuem Fenster) gerettet, in Schweden kehrte die Bachforelle (Öffnet in neuem Fenster), eine Schlüsselart,  in von Industrieschmutz gereinigte Flüsse zurück. Aus England kommt die Kunde (Öffnet in neuem Fenster) von 150 Arten, die vom Aussterben bedroht waren und sich wieder erholt haben, und in Mexiko wächst (Öffnet in neuem Fenster) die Zahl der Jaguare wieder.

Weite Teile des Amazonas geschützt

Peru hat mehr als die Hälfte des in seinen Amazonasregenwäldern gespeicherten Kohlenstoffs in einem gemeinsam mit indigenen Gruppen verwalteten Projekt unter Schutz (Öffnet in neuem Fenster) gestellt. 

Surinam, eines der ganz wenigen klimapositiven Länder des Planeten – also eines, das mehr CO2 aus der Atmosphäre entnimmt als ausstößt – hat angekündigt (Öffnet in neuem Fenster), 90 Prozent seiner Tropenwälder als Schutzgebiete auszuweisen und dabei ebenfalls eng mit indigenen Gruppen zusammenzuarbeiten. Das ist weit mehr als im globalen Schutzziel (Öffnet in neuem Fenster) vereinbart, das fordert, dass 30 Prozent aller Meeres- und Landflächen bis 2030 unter Schutz stehen sollen (30x30).

Kolumbien hat seinen gesamten Amazonasregenwald zum Schutzgebiet gemacht (Öffnet in neuem Fenster). Das Land wird in diesem Zuge 43 Ölbohrvorhaben und 286 Bergbauanfragen abweisen. Der kolumbianische Anteil des Amazonasregenwalds macht fast die Hälfte der Landesfläche aus, und 7 Prozent des gesamten Amazonasgebiets – eine Fläche fast doppelt so groß wie Deutschland.

Entwaldungsrate auf Tiefststand

Diese Nachrichten sind Teile einer richtig großen Nachricht: Die Entwaldungsrate (Öffnet in neuem Fenster) im Amazonas ist auf einem so niedrigen Stand wie seit fast zehn Jahren nicht mehr, und zwar trotz der verheerenden Brände. Das verdanken wir der verbesserten Überwachung und Durchsetzung von Umweltrichtlinien. Nebenwirkung: Brasiliens CO2-Emissionen sind 2024 um fast 17 Prozent gefallen (Öffnet in neuem Fenster), der stärkste jährliche Rückgang in 15 Jahren.

Wildnis wächst wieder

Und diese Nachricht wiederum mündet in eine noch viel größere (Öffnet in neuem Fenster), die du fast garantiert nicht auf dem Schirm hast: Die Wildnis ist auf dem Vormarsch. Schon seit den 2000er Jahren wird die landwirtschaftlich genutzte Fläche des Planeten kleiner. Vor allem in Europa, Nordamerika, Australien und Zentralasien werden aufgegebene Weiden wieder zu Grasländern und Wäldern. Das liegt an Produktivitätssteigerungen, an der zunehmenden Verwendung von synthetischen Fasern (statt Baumwolle), Süßstoffen (statt Zuckerrohr und -rübe) und Aromastoffen (statt z.B. Vanilleschoten) sowie an veränderten Ernährungsgewohnheiten (Geflügel und Schwein statt Rind und Lamm) – alles Faktoren, die dazu führen, dass wir mit immer weniger landwirtschaftlicher Fläche immer mehr Bedürfnisse erfüllen können.

Setzen sich diese Trends fort, könnte dieses das erste Jahrhundert seit langer Zeit sein, in dem die Menschen den Planeten mit mehr Natur verlassen, als sie ihn vorgefunden haben.

Gesundheit & körperliche Unversehrtheit

Impfen hilft

Zwischen 2000 und 2024 ist die Zahl der Toten durch Masern von 777.000 auf 95.000 pro Jahr gefallen (Öffnet in neuem Fenster). Impfungen haben in diesem Zeitraum geschätzte 58 Millionen Menschenleben gerettet. Achtundfünfzig. Millionen. Da kann man sich als Spezies schonmal auf die Schulter klopfen.

Menschen so wenig krank wie nie

Das ist eine, aber nicht die einzige Erfolgsgeschichte der letzten Jahre (Öffnet in neuem Fenster) in der Bekämpfung gefährlicher Krankheiten: Covid ist von Platz eins der verbreitetsten Todesursachen auf Platz 20 gefallen; die Lebenserwartung ist in der Mehrheit der Länder wieder auf dem Niveau von vor der Pandemie. Seit 2010 ist die Krankheitsbelastung der Menschheit um mehr als 12 Prozent zurückgegangen, und Tode durch die gefährlichsten ansteckenden Krankheiten – Tuberkulose, Durchfall, HIV, Malaria, Lungenentzündung – sind in dieser Zeit zwischen 35 und 60 Prozent gefallen. Das heißt in der Konsequenz: Erstmals in der Geschichte der Menschheit sterben wir nicht vor allem daran, dass wir uns mit irgendwas Fiesem anstecken, und wir sind insgesamt gesünder, als wir es je waren.

Luftverschmutzung geht zurück

Luftverschmutzung rangiert als stiller Champion in den meisten Hitlisten der Lebensrisiken ganz weit oben – nicht so schlimm wie hoher Blutdruck, aber schlimmer als Rauchen: 8 Millionen Tode pro Jahr.

Zwischen 2013 und 2023 ist die Zahl der Tode durch Luftverschmutzung zum ersten Mal seit Jahrhunderten gesunken (Öffnet in neuem Fenster), und zwar um 23 Prozent. Das geschah vor allem dank der Tatsache, dass in diesem Zeitraum Milliarden von Menschen in ärmeren Ländern, die zuvor auf das Kochen auf offenen Feuern angewiesen waren, Zugang zu saubereren Kochmethoden bekommen haben. Die Zahl derjenigen, die zuhause Holz, Kohle oder Dung verbrennen, hat sich damit seit 2000 halbiert, und auch reichere große Verschmutzer auf der Nordhalbkugel wie USA, China und der EU konnten trotz Wirtschaftswachstum ihre Beiträge zur Luftverschmutzung deutlich vermindern. 

Social Media ist nicht mehr so interessant.

Hätten wir auch nicht gedacht, aber wir finden’s gut: Erstmals wird die Zeit, die Menschen weltweit mit den sozialen Medien verbringen, wieder weniger, und das schon seit Jahren. Eine Erhebung im Auftrag der Financial Times befragte (Öffnet in neuem Fenster) eine Viertelmillion Menschen in 50 Ländern nach ihrem Nutzungsverhalten und stellte einen Rückgang von durchschnittlich 10 Prozent gegenüber 2022 fest. Zuvor war diese Zahl stets von Jahr zu Jahr gewachsen. Kontraintuitiv und zugleich erfreulich: die stärkste Abnahme findet sich unter Teenagern und jungen Erwachsenen, die offenbar ein Stück weiter sind als die Älteren in der Erkenntnis, dass es gesündere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung geben könnte. Es ist vermutlich verfrüht, hier einen Trend zu konstatieren, aber wer weiß, vielleicht haben wir auch hier einen Kipppunkt erreicht, einen der guten.

Und Mord und Totschlag?

So schlimm wie nie, oder? Oder? Weit gefehlt. Warum man trotzdem den Eindruck gewinnen könnte, es sei so, haben wir in unserem letzten (Öffnet in neuem Fenster) Newsletter ausgiebig besprochen.

Schlusswort zur Weihnacht

So. Das waren die guten Nachrichten. Wir sind zuversichtlich, dass da auch für dich was Erfreuliches dabei war. Für uns ist das jedenfalls ein 1A Job, sehr hilfreich für die eigene Psychohygiene, so einen Schrieb zu recherchieren. Für den wir übrigens wieder einmal Fix the News (Öffnet in neuem Fenster) zu Dank verpflichtet sind. Bei denen haben wir viel von dem gefunden, was wir dir hier weitererzählen.

Nun noch ein paar letzte Worte im letzten Newsletter in den letzten Tagen des Jahres. Wir überlassen sie Nick Cave, voller Ehrfurcht. Dich entlassen wir mit den besten Wünschen ins Fest und ins neue Jahr. Wir wünschen dir und den deinen und uns allen die richtige Mischung aus Hoffnung, Freude, Wut und Tatkraft und sehen uns auf der anderen Seite von Sylvester. 

Wir freuen uns drauf. 

Auf bald.

“Much of my early life was spent holding the world and the people in it in contempt. It was a position both seductive and indulgent. The truth is, I was young and had no idea what was coming down the line. It took a devastation to teach me the preciousness of life and the essential goodness of people. It took a devastation to reveal the precariousness of the world, of its very soul, and to understand that the world was crying out for help. It took a devastation to understand the idea of mortal value, and it took a devastation to find hope.

Unlike cynicism, hopefulness is hard-earned, makes demands upon us, and can often feel like the most indefensible and lonely place on Earth. Hopefulness is not a neutral position — it is adversarial. It is the warrior emotion that can lay waste to cynicism.

Each redemptive or loving act, as small as you like — such as reading to your little boy, showing him something you love, singing him a song, or putting on his shoes — keeps the devil down in the hole.

It says the world and its inhabitants have value, and are worth defending.

It says the world is worth believing in.

In time, we come to find that this is so.”

- Nick Cave zu Stephen Colbert, im August 2024.

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