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Über die Freude an Bücherlisten

Lesen gehört zum Tagesrhythmus vieler Menschen. Leselisten sind eine wahre Fundgrube, um neue Ideen für die Lektüre zu bekommen.

Ein kleiner Raum mit vielen Bücherregalen und einem Tisch am Fenster.
Bild: ChatGPT
🎼

Ich mag Bücherlisten. Ich freue mich, wenn ich „Die zehn besten Romane (Öffnet in neuem Fenster) des Jahres 2024“ entdecke oder die Nominierungsliste des Wissensbuchs (Öffnet in neuem Fenster) des Jahres oder „Die 11 besten Buchcover (Öffnet in neuem Fenster) des Monats“ oder „Die 100 besten Bücher (Öffnet in neuem Fenster) des 21. Jahrhunderts“ oder „The New York Times (Öffnet in neuem Fenster) Summer Reading Bucket List“ oder die Empfehlung (Öffnet in neuem Fenster) „Diese Bücher solltest du in diesem Jahr gelesen haben“.

Bücherlisten oder Leselisten sind eine wahre Fundgrube für das eigene Lesevergnügen. Wenn ich sie irgendwo entdecke, gerate ich in einen ähnlichen Zustand wie beim Besuch einer Bibliothek: „Ach, ist das herrlich, was es da noch alles zu entdecken gibt.“

Bücher, die mich interessieren, notiere ich in einer eigenen Liste „Interessante Bücher“. Allerdings stehen da jetzt schon so viele Titel und ich werde es sicher nicht schaffen, sie noch alle in diesem Leben zu lesen. Aber allein die Möglichkeit, von diesen Büchern zu wissen und sie einmal lesen zu können, macht mich glücklich.

Die erste Bücherliste, die mich erreichte und die ich noch immer aufbewahre, ist eine vergilbte Kopie der ZEIT-Bibliothek (Öffnet in neuem Fenster), die mein Onkel, ein passionierter ZEIT-Leser mir vor Jahrzehnten gab. Bisher habe ich zwar nur wenige der 100 Bücher, die man gelesen haben sollte, tatsächlich gelesen, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Eine neue Art des Schreibens von Bücherlisten habe ich beim Lesen von Haruki Murakamis „Kafka am Strand“ für mich entdeckt. In dem Roman selbst, der überaus empfehlenswert ist ;), werden viele, viele Bücher erwähnt, die entweder der Protagonist selber gerade liest oder schon gelesen hat. Ich habe angefangen all die Bücher, die im Roman auftauchen, herauszuschreiben. Dadurch bekomme ich selbst neue spannende Leseanregungen und verstehe viele Details des Romans besser und auch, wie Murakami beim Schreiben vorgegangen ist.

Ein unglaubliches Pensum: 80 Bücher im Jahr

Vor ein paar Wochen entdeckte ich eine Leseliste der besonderen Art. Die New York Times berichtete (Öffnet in neuem Fenster) über den 92-jährigen Dan Pelzer aus Columbus, Ohio, der im Juli starb. Er hinterließ eine Leseliste mit den Titeln der 3599 Bücher, die er seit 1962 gelesen hatte.

Bei der Beerdigung wollte seine Tochter eigentlich die Liste mit diesen Büchern an Freunde und die Familienangehörigen weitergeben. Doch angesichts der über 100 Seiten war das etwas unpraktisch. Kurzerhand stellte ihr Patensohn die Liste auf eine Website, „What Dan read“ (Öffnet in neuem Fenster), auf der jetzt weltweit alle herumstöbern können.

Noch vor vier Jahren las Dan, der beruflich einmal in der Sozialarbeit tätig gewesen war, etwa 80 Bücher im Jahr – ein unglaubliches Pensum. Die meisten davon stammten aus der örtlichen Bibliothek. Dorthin kam er regelmäßig mit einem Zettel voller Buchtitel, die für ihn reserviert werden sollten. Die Columbus Metropolitan Library hat Dans Liste, ihrem langjährigen, treuen Besucher zu Ehren, alphabetisch und chronologisch HIER zusammengefasst (Öffnet in neuem Fenster).

Dans Lesevorlieben variierten über die Jahrzehnte. Sein Interesse galt mal mehr Sachbüchern (Geschichte, Politik, mentale Gesundheit). Dann wiederum las er viele Bildungsromane, Klassiker, Bill Gates, John Grisham, Georg Orwell, James Joyce, Barack Obama, Barbara Streisand, eine bunte Vielfalt. Er mochte Bücher über religiöse Themen, Erinnerungen, Novellen.

Zuhause wurde viel über Bücher gesprochen, erinnert sich seine Tochter. Nach der Lektüre von „How to avoid a climate disaster“ von Bill Gates im Jahr 2021, entschied Dan Pelzer, sich für die letzten Jahre seines Lebens vegan zu ernähren, berichtet die NYT. Das letzte Buch, das er etwa zwei Jahre vor seinem Tod las, war „David Copperfield“ von Charles Dickens. Dann lies ihn seine Sehkraft im Stich.

Lesen in der Sommerpause

Bücher gehören auch zu meinem Leben. So viele zu lesen wie Dan Pelzer, werde ich natürlich mein Lebtag nicht. Mindestens am Abend vor dem Einschlafen „muss“ ich ein paar Zeilen lesen. Idealerweise erlaube ich mir auch tagsüber einen Blick in mein aktuelles Buch – oder eher aktuelle Bücher, meist laufen da zwei oder drei parallel. Manchmal schreibe ich mir das auch auf meine To-do-Liste, damit das Lesen einen festen Platz hat im raschen Tagesfluss.

Für das Lesen werde ich in den nächsten Wochen etwa mehr Zeit haben. Ich gehe in die Sommerpause, Taktvoll auch ;) Zeit für frische Luft, Bücher, Beisammensein. Ich freu mich. Auch darauf, wenn es dann Ende August wieder losgeht mit diesem Wochenimpuls für mehr Rhythmus im Leben.

Im ersten Wochenimpuls nach der Sommerpause (Öffnet in neuem Fenster) wird der Theologe und Autor Pierre Stutz den Taktvoll-Fragebogen beantworten. Er schreibt so wunderbare Dinge über die Rhythmen und Rituale in seinem Leben – das wird ein Highlight.

Apropos Taktvoll-Fragebogen: Aus den bisherigen Antworten zu den Fragen „Lesen Sie vor dem Einschlafen?“ und „Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch“ habe ich eine Taktvoll-Leseliste zusammengestellt. Bisher vertreten:

verschiedene Buchcover
Lesetipps aus den Antworten der Taktvoll-Fragebögen

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Kategorie Kultur + Rhythmus

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