Liebes Taubenschlag-Publikum,
Teile des DGB-Präsidiums kann man demnächst im Kino sehen: Cindy Klink spielt in ALS WÄRE ES LEICHT eine Frau, die sich in einen Mann verliebt. Der Clou dabei: eine Person ist blind, die andere taub. Insider wissen, wer wer ist.
Hat man entweder schon mal von gehört oder es nicht kommen sehen. Herausgekommen ist jedenfalls ein Film mit der üblichen Portion Aufklärung, aber auch einer sehr charmanten Darstellung eines asynchron sinnesbehinderten Paars. Ausführlichere Rezension und Preview-Termine (mit Cast) hier in unserem Artikel dazu (Öffnet in neuem Fenster). Kinostart dann 2. April, ausschließlich in untertitelter Fassung.
Die Renten steigen ab 1. Juli um 4,24 Prozent. Ist für Gehörlose insofern relevant, als dass dadurch das Pflegegeld (vulgo: Gehörlosengeld) z.B. in Berlin auch steigt – von knapp 182€ auf knapp 190€. Reicht für einen Döner mehr im Monat.
Wer seine ASL-Kenntnisse auffrischen will, für den lohnt sich der neue Streamingdienst HBO Max (Öffnet in neuem Fenster): so gut wie alle ASL-übersetzten Sendungen sind nun auch hierzulande verfügbar, neben Klassikern wie The Last of Us auch neuere Hits wie The Pitt (in der zweiten Staffel sogar mit einer gehörlosen Patientin und allen Herausforderungen, die damit einhergehen). The Last of Us hat übrigens auch eine Taube Nebenfigur in einer Folge der ersten Staffel.
Etwas neuer ist DTF St. Louis (Start 1. März), in der David Harbour (bekannt als Hopper aus Stranger Things) einen ASL-Dolmetscher spielt. Sieht man im Trailer zu DTF auch kurz, wirkt leider wenig überzeugend. Viel spannender: Aus irgendeinem Grund gibt es offenbar einen Zusammenhang zwischen einer Peniskrümmung und Gebärdensprache. Schaut selber (Öffnet in neuem Fenster) im Trailer. Wer es wirklich verstehen will, muss wohl die Sendung gucken.
Aus England kommt ein neuer Avatar, diesmal etwas anders. Die “Digital Signer” werden auch mit KI-Hilfe erstellt, aber bestehen nicht aus 3D-Figuren mit Motion Capture (wie z.B. bei Charamel/alangus Höhlenbewerber (Öffnet in neuem Fenster)), sondern, sehr vereinfacht gesagt, aus zusammengeklebten Filmschnipseln. Die KI hilft dann dabei, dass diese Übergänge nicht allzu holprig sind. Ansehen kann man sich das in einem BSL-Beispiel (Öffnet in neuem Fenster). Grundlage für die Videos war eine britische Dolmetscherin der Royal Association of the Deaf. Eine deutsche Version soll bis Herbst rauskommen, ebenfalls in Zusammenarbeit mit lokalen Gehörlosenverbänden. Mehr Hintergrund, auch zu den Grenzen der Technik, in unserem Artikel auf Taubenschlag.de. (Öffnet in neuem Fenster)
Für Hörbehinderte mag die Werbung von Radio Fritz eigenartig doppelbödig zu sein.

Es geht aber nicht darum, dass gutes Hören höher bewertet wird als soziale Kompetenzen, sondern schlichtweg um irgendeinen Werbegag. Muss man auch nicht verstehen, wenn es als Audismuskritik viel lustiger ist.
In der Steiermark (Österreich) hat sich ein kleines Upsala in ein Schulgesetz eingeschlichen. So sollen nicht mehr Dolmetschpersonen den Unterricht für hörbehinderte Kinder an den Regelschulen in ÖGS zugänglich machen, sondern das pädagogische Lehrpersonal mit ÖGS-Kompetenz. Abgesehen davon, dass die Gebärdensprachkompetenz nicht geprüft wird, wäre das natürlich eine Mehrbelastung, und außerdem würden Gespräche von anderen Kindern oder Pausen nicht mehr verdolmetscht. Also: mindestens undurchdacht. Die Politik dementiert: an der bisherigen Situation würde sich nichts ändern.
Fun Fact am Rande: In der Steiermark sind 12 hörbehinderte Kinder von Verdolmetschung betroffen, geht aus der Berichterstattung hervor. Zum Größenverhältnis: Das österreichische Bundesland hat 1,2 Millionen Einwohner, ist damit das viertgrößte.
Nachzulesen alles hier bei der Krone (Öffnet in neuem Fenster).
Was macht eigentlich Julia Probst? Die Hobby-Medizinethikerin („Stellt euch vor, ihr müsstet darüber entscheiden, ob die Organe eines Familienangehörigen gespendet werden sollen. Zufällig wisst ihr, dass der Empfänger die AfD wählt. Würdet ihr spenden? (Öffnet in neuem Fenster)“) ist aus dem Stadtrat Weißenhorn raus. Immerhin nicht, weil sie nicht wiedergewählt wurde, sondern weil sie schlicht und einfach nicht angetreten ist. Die Gründe sind persönlicher Natur: „Es wird sich einiges verändern für mich in den nächsten Jahren, was nicht vereinbar gewesen wäre mit dem Ehrenamt.“ Man darf gespannt sein.
Die Grünen stellen in Weißenhorn übrigens diesmal keine Kandidat*innen mehr auf – unter den wenigen Mitgliedern gab es niemanden, die oder der sich zur Nachfolge bereit erklären wollte.
Grüßt:
Wille
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P.S.: am kommenden Samstag (14.3.) gehts bei Sehen statt Hören um das Bundeskompetenzzentrum Leichte Sprache/Gebärdensprache, das in Führungspositionen gehörlose Bewerbende übergangen haben soll. Jedenfalls hat die Deutsche Gehörlosen-Jugend (DGJ) Ende Januar dagegen protestiert (Öffnet in neuem Fenster), Sehen statt Hören war dabei, Sendung demnächst hier (Öffnet in neuem Fenster) oder Samstag ab 9:00 im Fernsehen.
P.P.S: Eine Mainzerin, die nach ihrer Corona-Impfung auf einem Ohr ertaubte, hat einen Teilerfolg in ihrer Klage gegen AstraZeneca gewonnen. Artikel (Öffnet in neuem Fenster) vom Tagesspiegel.
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