
Vor ein paar Jahren war ich der festen Auffassung, Frühstück braucht kein Mensch. Alles anerzogen und Konditionierung wie beim pawlowschen Hund, nur mit Marmeladenbrot. Ich liebte, es mit leerem Magen aus dem Haus zu gehen und mir maximal einen schwarzen Kaffee reinzuschütten. Bekam mir super. 10 Jahre später ist das leider fast der Tod: Der Blutzucker geht in die Knie, irgendwann fange ich an zu zittern und zu schwitzen und dann will ich nur noch Zucker. Sofort! Jetzt! Her damit!
Ja, Dinge ändern sich. Gut, wenn man es merkt. Wenn man noch die Nächte mit Babys durchmacht und voller Oxytocin, also Schmuse- Hormone ist, stört einen das alles herzlich wenig. Aber mit Mitte 40 wurde es für mich Zeit, das Frühstück neu zu justieren. Denn Hunger habe ich morgens meist immer noch nicht. Plus: Ich bin ein Brotdosen-Beauftragter unter Zeitdruck. Wer will da essen?
Meine neue Frühstücksroutine hat sich – fast unauffällig – mit neuem Wissen selbst überarbeitet. Ich starte mit meinem Tee aus Nelken, Lorbeer, Ingwer, Kardamom, Salbei und Zitrone.
(Rezept findest Du hier:)
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Danach lasse ich den Hunger langsam kommen. Wie einen Hund, der einem gemütlich ein Stöckchen zurückbringt. Kein Gebrüll, kein Drama. Meist meldet er sich gegen 10 Uhr.
Und mein neuestens Liebstes ist jetzt Chia-Pudding mit Topping, den ich am Abend schnell zusammen gerührt habe. Ja, das klingt nach Instagram-Trend, ist es aber nicht. Dieses Frühstück ist nämlich ein kleines Stabilisierungsprogramm für Körper und Kopf.
Denn: Der griechische Joghurt bringt Protein, das satt macht und den Blutzucker ruhig hält. Die Chiasamen quellen, bremsen Heißhunger und liefern gute Fette für Nerven und Hormone. Früchte sorgen für den Yummy-Faktor – aber eben ohne Zuckerachterbahn. Mandeln geben Crunch, verlangsamen die Zuckeraufnahme und dämpfen Insulinspitzen. Und die Mandel-Kokos-Milch? Die macht das Ganze sanft, cremig und verträglich – besonders an Tagen, an denen der Körper sensibler reagiert als sonst.
Ein Frühstück, das nicht pusht, sondern trägt. Und das Schöne: Man ist danach nicht voll. Ich bin voller Energie und ich weiß, ich habe etwas zu mir genommen, was mir weder Müdigkeit noch Brainfog beschert. Gluten und ich- das ist wie ein Knock out. Und meine Oberschenkel lassen auch immer gleich grüßen, wenn es mal wieder zu viel Brot-Pizza-Pasta war. Nicht falsch verstehen, ich gönne mir das auch mal, aber wenn ich eine gute und produktive Zeit haben will, ist es einfach keine gute Idee.
Das Schöne beim Chiapudding ist, dass man ihn so wunderbar variieren kann, süßer mit ein paar Bitterschokoladesplittern, fruchtiger mit einem tiefgefrorenen Obstmix, vanilliger oder zimtiger, geht alles.
Übrigens bin ich besonders stolz, dass ich endlich die richtige Konsistenz gefunden habe. Ich habe nämlich lange daran gebastelt, hatte ich doch den perfekten Chia-Pudding aus einem Griechenlandurlaub im Hinterkopf. Und musste dann feststellen, dass es auch eine Expertensache sein kann, das Zeug in einer schönen Konsistenz fest zu bekommen. Es geht nicht mit jeder Milch-und wenn man zu viele Chiasamen nimmt, wird es ekelig wie bei einer RTL-Dschungelprüfung.
Fazit:
Die Frau ab 40 braucht dann doch etwas Frühstück, aber bitte ein gutes. Denn wir essen, damit wir später keinen Notruf an die Schokolade absetzen müssen.

Rezept:
20 g Chia-Samen
100 g griechischer Joghurt
100 ml Mandel-Kokos-Milch
1 Hand voll Bio- Früchte Himbeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren, gerne TK im Winter
Toppings nach Wahl wie Mandeln, Bitterschokoladesplitter, Kokosraspel
Glas abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen
Enjoy!
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