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Kündigen ist Ihnen peinlich?

Logo »TITANIC-Wochenrückblick. Der endgültige Newsletter«

Liebe Leser*innen,

das Schreiben von Kündigungen fällt Ihnen schwer? Sie befürchten, ein Abschlussgespräch mit Ihren Vorgesetzten könnte furchtbar peinlich werden, weshalb Sie schon seit Jahren einfach weiterarbeiten? Warum kann Ihr Arbeitsvertrag nicht ganz bequem auslaufen, damit Sie sich alle zwei Jahre neu orientieren und erfinden können?

Sie haben Glück! Die Politik beschäftigt sich gerade mit genau diesem Problem und hat nun eine Lösung parat.

Das sagen Deutschlands Prominente zur geplanten Ausweitung befristeter Beschäftigungsverhältnisse:

Porträts von Friedrich Merz, Lars Klingbeil, Dieter Nuhr, Jens Spahn und Peter Leibinger (BDI-Präsident)

»Erst immer rumjammern, dass man nicht so viel arbeiten will, und dann ist es auch wieder nicht recht, wenn genau diese Arbeit befristet wird. Was wollt ihr Faulenzer denn jetzt?«
Friedrich Merz, Nöler und Nörgler

»Mehr Befristung bietet auch Chancen, z. B. für die Gewerkschaften, lange sicher geglaubte Arbeitnehmerrechte mühsam wieder zurückzuerobern. Das geht nur mit der SPD!«
Lars Klingbeil, Visionär

»Gerade für Frauen ist das attraktiv. Wer zu doof ist, sich einen Mann zu suchen, der sie nicht umbringt, von der kann man nicht erwarten, auf Anhieb den richtigen Job zu wählen. Die Befristung kommt dann sicher gelegen.«
Dieter Nuhr, Oberlehrer

»Man muss auch die guten Seiten sehen. Stellen Sie sich vor, was diesem Land erspart geblieben wäre, wenn meine Stellen immer befristet gewesen wären.«
Jens Spahn, Logistiker

»Durch immer wieder verlängerte Befristungen entsteht ein Klima der Angst. Arbeitnehmer geraten in massive Abhängigkeit, trauen sich nicht, nach Gehaltserhöhungen zu fragen, sich krankzumelden oder Urlaub zu nehmen. Genau das wünschen wir uns.«
Peter Leibinger, BDI-Präsident und Hobby-Südstaatler

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Die Frage ist doch: Möchte man sich in diesen Zeiten überhaupt Urlaub nehmen? Ein Freibadbesuch ist jedenfalls nicht mehr das, was er mal war:

Gezeichneter Cartoon von Leo Riegel. 
Szene im Freibad. Überschrift: Strandbad in Halle bindet Einlass an Deutschkenntnisse. 

Ein Kioskverkäufer ruft: "Einmal die Curry und zwei Halbe für hier!"

Ein Badegast (POC) fragt: "Müssen wir den jetzt melden?"

Während sich Fauldeutschland im Schwimmbad die Sonne auf den Bauch scheinen lässt und dabei aufpassen muss, ja nicht zu braun zu werden, versucht man andernorts mühsam, dieses Produktivitätsdefizit auszugleichen:

Ein Forscher mit Atemmaske. Screenshot einer Zeit-Überschrift: 
Was Hirnforscher tun, um produktiver zu sein

»Montag, Mittwoch und Freitag denke ich mit der rechten Hirnhälfte, Dienstag, Donnerstag und Samstag mit der linken. In der Zwischenzeit kann sich die andere Seite etwas ausruhen. Sonntag hat das gesamte Gehirn frei, das ist dann die richtige Gelegenheit, um in Ruhe ein bisschen ›Apokalypse und Filterkaffee‹ zu hören oder so …«

»Wenn Sie dem Gehirn systematisch Sauerstoff entziehen, zum Beispiel, indem Sie eine Zeitlang in eine Plastiktüte atmen, kommt es etwas runter und kann danach mit doppelter Kraft arbeiten. Der An- und Ausschalter der Natur!«

»Ich nehme einfach auf so vielen Kanälen wie möglich gleichzeitig Informationen auf: Ich tippe Nachrichten auf dem Handy, während ich nebenbei eine Netflixserie schaue, Radio höre und auf das Navi meines Autos gucke. Je mehr man sein Gehirn fordert, desto stärker wird es.«

»Am besten ist es, wenn Sie dem Gehirn Raum zum Atmen lassen. Und das meine ich wörtlich: Bohren Sie sich ein Loch in die Schädeldecke, damit ein bisschen frische Luft hineindringt, Sauerstoff ist so wichtig für zerebrale Leistungen.«

»Stellen Sie Ihr Telefon auf stumm, sonst reißt es Sie mit jedem Anruf Ihrer Tochter, dass sie immer noch am Fußballplatz wartet und es langsam dämmert, aus Ihrer Konzentration, und Sie müssen sich wieder von neuem ins Thema fuchsen.«

»Gönnen Sie Ihrer Denkmorchel auch mal eine Pause. Wichtig dabei: Ist die Auszeit zu kurz, hilft sie gar nicht! Ich arbeite immer 50 Stunden durch, um danach in eine zwanzigstündige Starre zu verfallen. Für meine Psyche ist das Gift, aber meine Hirnleistungen waren nie besser!«

»Wichtig ist: nicht immer nur mit dem Gehirn denken, sondern auch mal mit anderen Organen, um es zu entlasten. Diesen Text hat zum Beispiel meine Leber geschrieben, rülps!«

»Am produktivsten ist es eigentlich, andere Leute für sich denken zu lassen und den eigenen Grübellappen zu schonen. Aus diesem Grund bin ich rechts-autoritär geworden, hahaha.«

Ein besonders tüchtiges Gehirn hat Jürgen Klopp, dank täglichem Kopfballtraining. Wegen seiner kognitiven Höchstleistungen wird er als zukünftiger Bundestrainer gehandelt:

Bild von  Jürgen Klopp, der sein markantes Lächeln lächelt im Vrodergrund. Im Hintergrund: Die Nationalmannschaft. Alle Spieler haben die Zähne von Jürgen Klopp. 

Text: Nationalelf vor Neuausrichtung. So könnte Klopps Kader aussehen
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Titel der neuen Folge: "Der Colonel Sanders"
Beschreibung: Heute bleibt die Küche kalt! Tim Wolff und Torsten Gaitzsch begeben sich auf die Spuren eines Jahrhundertunternehmers, eines umtriebigen Gockelmoguls - einer TITANIC-Kultfigur. (Öffnet in neuem Fenster)

Gerüchten zufolge hat sich der Nagelsmann-Nachfolger bereits Tausende Stoffproben schicken lassen, um sich die erfolgversprechendste Trikotfarbe für die WM 2030 zu sichern. Wieso er bei Grün vorsichtig sein sollte, weiß unser Kolumnist Torsten Gaitzsch:

Torsten Gaitzsch trinkt eine Tasse Kaffee und schaut in die Kamera

Heute: Das perfekte Verbrechen

Diese Woche fesselte mich folgende Stelle in einem Sachbuch:

»Im viktorianischen Zeitalter kam ein bestimmter Farbton in Mode: ein leuchtendes Smaragdgrün, dessen Erfindung eine Begeisterung für grüne Kleider, grüne Tapeten und künstliche Grünpflanzen aller Art auslöste. Der Haken an der Sache: Es war hochgiftig, eine Mischung aus Kupfer und Arsentrioxid. Fabrikarbeiterinnen starben daran, mit grünem Schaum vor dem Mund, und ihre Augen und Fingernägel, ihre Mägen, ihre Lungen, alles war grün. Eine Frau, die ein Ballkleid in Schweinfurter Grün trug, hatte genug Arsen in ihren Röcken, um in jedem Raum, den sie zu betreten beliebte, alle Anwesenden zu töten.«

Das brachte mich auf eine famose Idee für ein Attentat, äh, einen Krimiplot: Eine Frau ist wegen jahrelanger Belastung durch Schadstoffe in einem Bach, der an ihrem Haus vorbeiführt, unheilbar an Krebs erkrankt. Weil sie nichts zu verlieren hat, kleidet sie sich in ein mit Schweinfurter Grün gefärbtes Kostüm und verschafft sich – etwa als Kaltmamsell oder Zugehfrau getarnt – Zugang zu einem rauschenden Belegschaftsfest, bei dem die Oberen jenes kriminellen Chemiekonzerns anwesend sind, dessen Fabrik schädliche Stoffe in das Gewässer am Wohnsitz der Frau leitet. Sie mischt sich unter die Feiernden, sucht bewusst deren Nähe und braucht danach nur noch zu warten …

Problem: Wenn der Roman / der Film in der Jetztzeit spielt, wie kommt die Protagonistin an das Schweinfurter Grün? Seit 1882 ist Kupfer(II)-arsenitacetat (so der IUPAC-Name) in Deutschland verboten. Nun, diese Schwierigkeit eröffnet eine spannende potentielle Nebenhandlung! Wurde Schweinfurter Grün auch nicht mehr als Farbstoff verwendet, so wurde es doch Anfang des 20. Jahrhunderts als Pflanzenschutzmittel eingesetzt – was in den 1920er und 40er Jahren zu einem regelrechten Massensterben unter Winzern an Rhein und Mosel führte –, und davon lagern womöglich noch Restbestände in einem versiegelten Keller in den Tiefen des Kaiserstuhls, die durch einen komplexen Heist beschafft werden. Unsere Rächerin könnte auch antiquarische Bücher stehlen und die toxische Farbe, mit welcher zeitweise Umschläge und Beschnitte bestrichen wurden, von deren Oberfläche kratzen. Oder ein besonders übler Schurke bekommt Vincent van Goghs Selbstporträt von 1888 geschenkt, dessen markanter Hintergrund in welchem Ton erstrahlt? Genau.

Ihrer Fantasie, liebe Attentä-, ich meine: Autorinnen und Autoren, sind keine Grenzen gesetzt. Mit ionisierenden Strahlen funktioniert es bestimmt auch (Atomblusen!).

Verabschiedet sich und wünscht ein gut informiertes Wochenende:

Ihre TITANIC-Redaktion

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Religionen im Vergleich (TITANIC-Titel 3/2006)

Endlich auf einen Blick: die wichtigsten Weltanschauungen der Welt, wissenschaftlich korrekt visualisiert. Egal wie Sie zu den aktuellen Meinungsverschiedenheiten »stehen«: Leisten Sie einen Beitrag zur Versöhnung!

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