
Herzlich willkommen bei UNBOXING TRANS. Dem Podcast Projekt, bei dem einzelne trans* Themen bis ins Details ausgepackt werden. In jeder Folge bringen Kathleen und Julia jeweils Themen oder Objekte mit trans* Bezug mit, ohne dass das Gegenüber vorher davon weiß, diese unboxen wir dann :-)
In unserer ersten Folge sprechen wir über das Selbstbestimmungsgesetz, wofür es da ist, wem es hilft und worüber häufig auch in Politik, Medien und Gesellschaft diskutiert wird.
Unser Steady Newsletter fasst alles zusammen und liefert ergänzende Informationen und weiterführende Links zu den Inhalten, die im Podcast angesprochen haben.
Da wir das alles in unserer Freizeit recherchieren und organisieren, würden wir uns sehr freuen, wenn ihr uns unterstützen wollt:
Das kann hier mit einem kleinen Beitrag bei Steady sein, indem ihr Mitglied werdet
Wenn ihr bei Spotify (Öffnet in neuem Fenster), Apple (Öffnet in neuem Fenster) oder Podigee (Öffnet in neuem Fenster) den Podcast abonniert
oder einfach unsere Inhalte teilt.
Vielen Dank und viel Spaß.
LG Kathleen und Julia
Links zum Podcast:
Inhaltlicher Überblick
(00:01:10) Unboxing by Julia: Selbstbestimmungsgesetz
(00:34:18) Anruf aus der Vergangenheit
(00:43:29) Community Teil
(00:47:18) Unboxing by Kathleen: Donut-Riot
(00:54:08) Kulturempfehlungen
(00:57:48) Angstkatzenhäschen & Goldener Blumenstrauß
Unboxing by Julia - Selbstbestimmungsgesetz
Das Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) zählt zu den größten Errungenschaften der letzten Jahre für die queere Community. Das SBGG löst das über 40-Jahre alte Transsexuellengesetz (TSG) ab. Einzelne Regelungen des TSG wurden in der Vergangenheit mehrfach vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt. So durfte man bis 2008 als trans* Person nicht verheiratet sein und bis 2011 musste eine Fortpflanzungsunfähigkeit nachgewiesen werden, man musste sich also zwangssterilisieren lassen. Bis zuletzt waren jedoch weiterhin psychologische Gutachten erforderlich, um den Geschlechtseintrag in einem kostenintensiven Gerichtsverfahren korrigieren zu lassen. Das alles wurde mit dem SBGG abgeschafft.
Bei der Einführung des Gesetzes wurden jedoch sehr viele irreführende Informationen verbreitet, die wir in unserem Gespräch auch einordnen.
Weitere Informationen findet ihr unter sbgg.info (Öffnet in neuem Fenster) oder im Buch von Janka Kluge und Julia Monro:
https://www.amazon.de/Einfach-selbst-bestimmt-Lebensrealit%C3%A4t-Geschlechternormen/dp/3462005855 (Öffnet in neuem Fenster)Anruf aus der Vergangenheit
Ernst Kubbe ist ein trans* Mann, der in der Zeit des Nationalsozialismus sehr intensiv darum gekämpft hat als Mann registriert zu werden und beantragte mehrfach eine Änderung des Vornamens. Nachdem
Der Anruf aus der Vergangenheit mit den Informationen zu Kubbe erhielten wir von Historiker*in Kai* Brust. Kai* arbeitet wissenschaftlich zu trans* Geschichte und hat sich mit der Geschichte von Kubbe auseinandergesetzt. Über Kubbe gibt es unterschiedliche Vornamen. Von Kai* wissen wir, dass der Vorname Ernst der selbstgewählte Vorname gewesen ist. Deshalb verzichten wir auf den Vornamen, den er bei den Nazis aus einer Liste wählen musste und verwenden die selbstbestimmte Wahl des Vornamens.
Weitere Hintergrundinformationen zu Kubbe von Kai*:
Community Fragen
Bei Instagram hat Julia einen Aufruf (Öffnet in neuem Fenster) gemacht und um Fragen aus der Community gebeten. Die Frage von @beruehrende_beratung_bs lautete: “Mich würde interessieren da ich selber in der Pflege bzw Betreuung tätig bin! Ob man sich auch darum kümmert das Pflegestandarts für Transmenschen entwickelt werden! Ich könnte mir vorstellen das es definitiv für die Person angenehmer sein könnte wenn es schon Standards dann gibt wenn sie dann iwann mal Pflegebedürftig werden.”
Empfehlung der Arbeit von Ilka Cristin Weiß : Umgang mit Trans* in der Pflege (Öffnet in neuem Fenster)
und ein Gespräch mit Nora Ecker im Magazin des Paritätischen
https://www.der-paritaetische.de/magazin/ausgabe-01-2025-weiblichkeiten/warum-transsensible-pflege/ (Öffnet in neuem Fenster)Unboxing by Kathleen
Donut-Riot - Der erste Aufstand der queeren Community in den Vereinigten Staaten passierte fast zehn Jahre vor Stonewall - in einem Diner in Los Angeles.
Das Cooper's Do-nuts war ein 24-Stunden-Diner, das in der queeren Gemeinschaft den 1950er und 60er Jahren beliebt war. Es soll eines der wenigen Lokale im Großraum Los Angeles gewesen sein, das Transgender-Menschen willkommen hieß, da viele Schwulen- und Lesbenbars der Zeit die Verfolgung von Transgendern und nicht-binären Personen durch die Polizei von Los Angeles scheuten und sie aus Angst, selbst verhaftet zu werden, abwiesen. Die Gäste im Coopers Do-nuts wurden immer wieder von der Polizei schikaniert. Bis zu einem legendären Abend im Mai 1959:
„The crowd was fed up with the police harassment and on this night they fought back, hurling donuts, coffee cups and trash at the police. The police, facing this barrage of pastries and porcelain, fled into their car calling for backup. Soon, the street was bustling with disobedience. People spilled out in to the streets, dancing on cars, lighting fires…”
2023 wurde in der Stadt Los Angeles eine Gedenktafel angebracht. Bei der Feierlichkeit gab es eine offizielle Entschuldigung des LAPD:
"Sadly, rather than working to protect this community, the LAPD of that time was not always kind to our gay, lesbian, transgender ... our non-conforming Angelenos.“
Quelle: https://abc7.com/lgbtq-cooper-do-nuts-nancy-valverde-los-angeles/13416664/ (Öffnet in neuem Fenster)
Mehr Infos: Universität von Southern California (Öffnet in neuem Fenster)
Film-Tipp: Will & Harper
https://www.youtube.com/watch?v=PRZ1ELeGepo (Öffnet in neuem Fenster)
Kulturtipps
Schwules Museum Berlin:
Young Birds from Strange Mountains – Queere Kunst aus Südostasien und seiner Diaspora bis 4. August 2025
Wuppertal (Rathaus)
Wanderausstellung der Magnus Hirschfeld Stiftung „Gefährdet leben. Queere Menschen 1933-1945“
(bis vsl. 20. Juli 2025. Nächste Station ab Oktober 2025 im Göttinger Neuen Rathaus):
Freies Werkstatt Theater Köln - Queere Revolution
Preise
Unser Angstkatzenhäschen verleihen wir an Personen oder Institutionen, die mit transfeindlichem Verhalten auffallen. Diesmal geht der Preis an die neue Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. In Ihrer Pressemitteilung zum IDAHOBIT hat sie die Gefahren und die gestiegene Hasskriminalität gegen trans* Personen unsichtbar gemacht. Sie spricht ausschließlich von Homosexualität. Bei LinkedIn hat Julia das mal eingeordnet (Zum LinkedIN Artikel) (Öffnet in neuem Fenster). Das ist kein Zufall, sondern Strategie und kann man bei der Union schon länger beobachten. Im Gesetzgebungsverfahren für einen besseren Schutz vor Gewalt gegen Frauen war es bspw. für die Union Bedingung trans* Personen auszuschließen, sonst würden sie dem Gesetz nicht zustimmen. (siehe taz-Artikel) (Öffnet in neuem Fenster)
Unser goldener Blumenstrauß geht an die LSU - das ist die queere Organisation innerhalb der Union. Laut internen Informationen ist es der LSU zu verdanken, dass das Amt der Queerbeauftragten fortgesetzt wird. Die neue Queerbeauftragte heißt Sophie Koch (SPD) und kommt aus Sachsen, wo sie bereits Erfahrungen im Umgang mit der CDU gesammelt hat.
Hinweise
Korrektur: Im Podcast spricht Kathleen beim Film-Tipp versehentlich von Harper Stewart. Der korrekte Name ist Harper Steele :-)
Ergänzung zu den Donut Riots: Julia erwähnte eine Razzia in einer queeren Bar während einer Drag Show. Der Vorfall ereignete sich in der P* Town Bar in Pittsburgh. In der Zwischenzeit hat sich herausgestellt, dass es sich um eine reguläre Untersuchung handelte und sowohl die Bar als auch der Bürgermeister haben sich dazu geäußert. Die Quelle mit dem aktualisierten Artikel ist hier zu finden: Link (Öffnet in neuem Fenster)
Credits
Konzept und Umsetzung: Kathleen und Julia
Musik: Moby
Produktion: heroess (Öffnet in neuem Fenster)
Steady: Julia
Ein besonderes Dankeschön geht an Kai* Brust. Kai* hat unseren Beitrag mit dem Anruf aus der Vergangenheit sehr bereichert.
Wenn euch dieser Beitrag gefallen hat, dann freuen wir uns, wenn du unseren Newsletter abonnieren würdest.
Du hast eine eigene Projektidee und möchtest du selber bei Steady publizieren? Dann melde dich über unseren Affiliate-Link an