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Jungfrauen mit Holzgewehren

Vor Jahren habe ich den Halb-Weisen aus dem Abendland jede Menge Unsinn über Weihnachtsbräuche in der DDR erzählt. Seitdem habe ich Angst, diesen Quatsch eines Tages in Zeitungen oder Schulbüchern wiederzufinden.
Ein Junge und ein Mädchen zielen, angeleitet von einem erwachsenen Mann, mit Holzgewehren während des "Manövers Schneeflocke" in den Winterferien 1972. Das Manöver Schneeflocke war 1968 eingeführt worden und sollte, von den Schulen organisiert, die Schüler der 1.-7. Klasse in einer Art "wehrsportlichen" Spiel vormilitärisch bilden. Dazu gehörten Geländeübungen und Planspiele genauso wie abendliche Lagerfeuer als Gruppenerlebnis. SW-Foto © Kurt Schwarz. (Öffnet in neuem Fenster)
Kinder ans Gewehr, "Manöver Schneeflocke", 1972. © Kurt Schwarz Industriesalon Schöneweide - (CC BY-NC-SA)

Die Reue nach Betriebsweihnachtsfeiern hat viele Gesichter, oft eher Fratzen. Abgewehrte Knutsch-Attacken, peinliche Karaoke-Videos, Glühwein-Kater und -Katerinnen. Was ich allerdings seit einer solchen Feier seit Jahren mit mir herumschleppe, wiegt weitaus schwerer.

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