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Warum so viele Menschen im Job scheitern – und es nicht an ihrer Kompetenz liegt.

Lisas Weg von der Bewerbung bis zur bitteren Erkenntnis

Das, was ich in diesem Artikel anhand eines sehr konkreten Beispiels beschreibe, trifft in abgewandelter Form jeden! Jeder Mensch hat limitierende, blockierende und lebenbedrohliche Glaubenssätze (was das genau ist, erfährst du in meinem Artikel: Welche Glaubenssätze gibt es?). Diese haben massiven Einfluss auf unser tägliches Arbeitsleben und zeigen sich schon, bevor du überhaupt in einem Job beginnst. Nur du ahnst es nicht.

Bevor ich dich mit auf Lisas Jobsuche und mit ins Bewerbungsgespräch nehme, ist es noch wichtig zu verstehen, dass wir immer wieder Menschen und Situationen in unser Leben ziehen, die uns unsere Glaubenssätze bestätigen. Unsere Ausstrahlung, unser Verhalten sendet stumme Botschaften aus und veranlassen unser Gegenüber, uns mit einem bestimmten Verhalten, Auftreten zu begegnen. Das kann sogar soweit gehen, dass sich der andere wundert, warum er sich so „anders“ gegenüber dir verhält, was sonst gar nicht seine Art ist. Erklären kann dein Gegenüber sich das nicht. Wenn du deinen Glaubenssatz erkennst und die Anteile in dir integrierst, wirst du sehr wahrscheinlich bemerken, dass dieselbe Person sich plötzlich dir gegenüber ganz anders verhält.

Viele Menschen haben einen sehr geringen Selbstwert, obwohl ihnen das nicht bewusst ist und sie nach außen als starke Persönlichkeit auftreten. Trotzdem spüren andere Menschen diese Abweichung zwischen Auftreten und Ausstrahlung. Zusätzlich wird unser eigenes Verhalten immer wieder eine „Bestätigung“ für unsere tiefen Glaubenssätze herausfordern.

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Lernen wir Lisa kennen

Schauen wir uns dazu mal ein praktisches Beispiel an:

Lisa ist 42, Produktmanagerin und hat schon einiges an Erfahrung in ihrem Bereich. Sie macht einen guten Job und ist aktuell auf der Suche nach einer neuen Position, wo sie in der nahen Zukunft auf eine Beförderung hofft.

Was Lisa nicht bewusst ist, ist ihr tief vergrabener Glaubenssatz:

„Ich bin nicht wertvoll und habe keine Anerkennung verdient.“

Lisa bewirbt sich auf eine Produktmanager-Stelle. Im Interview trifft sie auf ihren zukünftigen Chef Markus. Lisa spricht, ohne es zu merken ihre Erfolge klein: „Das war eigentlich eine Teamleistung.“. Sie betont Ihre Lernbereitschaft anstelle ihrer Expertise (das tun übrigens ganz viele, mich eingeschlossen). Ohne es zu merken, strahlt sie eine Bedürftigkeit aus: „Ich bin dankbar, wenn ihr mich nehmt“. Ihr zukünftiger Chef spürt diese Botschaft unbewusst und bietet ihr 15 % weniger Gehalt an.

Lernen wir Markus kennen

Markus ist schon seit längerem Chef in dem Unternehmen. Sein letzter Produktmanager auf dieser Position hat gekündigt, weil er ständig mit Markus im Klinsch lag. Auch Markus ist sich seines lebensbedrohlichen Glaubenssatzes nicht bewusst:

„Wenn ich nicht überlegen bin, werde ich aus der Gruppe (heutzutage „Team oder Unternehmen“) ausgeschlossen.“

(Was in unserer Evolutionsgeschichte den sicheren Tod bedeutet hätte.). Er braucht für seine Überlebensstrategie Lisas Unterwürfigkeit, um seinen eigenen Wert zu spüren und sicher zu sein, dass er nicht aus der Gruppe ausgeschlossen wird. Der Vorgänger war Berufsanfänger und hat sich am Anfang aufgrund seiner geringen Erfahrung gefügt. Mit der Zeit hat er aber gegen Markus angefangen zu rebellieren, so dass dieser ihm das Leben schwer gemacht hat. Mit Erfolg - dieser ist von alleine gegangen und Markus hat wieder seinen Frieden. Er findet Lisa toll und stellt sie ein. Auf dem Papier hat sie alle notwendigen Qualifikationen und die Chemie stimmt.

 Was passiert im Bewerbungsgespräch?

Unsere Ausstrahlung nehmen zwar die Personaler und neuen Vorgesetzten wahr, können es aber selbst nicht bewusst benennen. Es kommt nur zum „Match“, wenn die Ausstrahlung zu den Überlebensstrategien des Gegenübers passt. Markus hat Lisa 15% weniger Gehalt geboten, als für die Stelle vorgesehen war. Ein anderer Kandidat hätte verhandelt. Lisa nicht. Markus konnte gleich prüfen, ob er mit seiner unbewussten Einschätzung richtig liegt und er überlegen ist.

Das System hat Lisa nicht trotz, sondern wegen ihres Glaubenssatzes eingestellt. Markus' Unterbewusstsein wusste:

„Die wird nicht aufmucken, die können wir unter Wert einstellen und ich profitiere gleich zweimal – sie ist mir unterlegen und ich kann zeigen, dass ich meine Position wert bin, weil ich 15% eingespart habe. Ich bin wertvoll für die Gruppe durch meine Überlegenheit.“

Im Unternehmen wird sie, ohne dass sie sich dessen bewusst ist, auf die Menschen treffen, die ihren Glaubenssatz bestätigen werden. Sie trifft auf weitere Menschen (neben Markus), die in Resonanz mit ihrem geringen Selbstwert gehen. Entweder, um diesen für sich nutzbar zu machen (das ist keine böse und bewusste Absicht) oder weil sie selbst einen geringen Selbstwert haben und keinen höheren Selbstwert vertragen.

Vielleicht hattest du das auch schon einmal. Du hattest ein Bewerbungsgespräch und wusstest ganz genau, dass diese Menschen dich nicht einstellen werden. Irgendwas in dir sagt dir, dass sie mit deinem Selbstwert nicht werden umgehen können. Und prompt kommt die Absage.

Oder aber es ging dir wie Lisa: Du hast dich über deinen neuen tollen Job und den netten Chef gefreut und hast voller Engagement gestartet, bis … ja bis …

Lisas Start im Unternehmen und eine unerwartete Entwicklung

Kategorie Innere Muster & Selbst

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