Die Machtübernahme der Nationalsozialisten bedeutete für Walter Trier eine tiefe Zäsur - seine Arbeit als Karikaturist wurde ihm untersagt. Ende 1936 müssen Walter und Helene Trier ihr Haus verlassen und in eine "Judenpension" ziehen.
Gerade noch rechtzeitig gelingt ihnen die Flucht aus Deutschland: über die Schweiz und Paris nach London. Hier fasst Trier bald beruflich Fuß; hier erscheinen ab 1941 wöchentlich auch seine politischen Karikaturen im deutschsprachigen Exil-Blatt "Die Zeitung".
Selbst wenn Trier 1941 mit seiner Prophezeiung vom baldigen Zusammenbruch der NS-Herrschaft über Europa etwas zu optimistisch war: eigentlich hätte allen Deutschen bereits damals klar sein müssen, dass sich die europäischen Völker gegen die Nazis erfolgreich wehren würden, dass ein rassistisches, chauvinistisches, auf brutaler Gewalt aufgebautes Regime kaum dauerhaft Bestand haben kann.

Walter Trier, Geeinigte Festung Europa, Die Zeitung 1941
Ein großartiger Artikel von Ruth Hoffmann über Trier findet sich hier:
https://www.geo.de/wissen/weltgeschichte/der-karikaturist-walter-trier--mit-spitzem-stift-gegen-hitler-34833886.html (Öffnet in neuem Fenster)Sie erzählt unter anderem, wie Trier ein Angebot von Walt Disney ablehnte…