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Lesezeit: 5 Minuten
Wie kann man Üben optimal in den Tag integrieren?
In einer idealen Welt sieht ein Tag so aus:

Könnte man einen solch perfekten Tag planen, käme die Frage Wann soll ich eigentlich üben? wahrscheinlich gar nicht auf. Leider sieht allerdings unser Alltag selten so. Also bleibt die Frage:
Wie kann man Üben bestmöglich in den Tag integrieren?
Die Bestandsaufnahme
Gerade wenn Musik dein Hobby ist und du deinen Lebensunterhalt auf andere Art bestreitest, stellt sich dir diese Frage regelmäßig. Meine Lieblingsmethode, um einen Überblick über deine täglichen To Do’s und Verpflichtungen zu bekommen, ist die Zeitinventur.
Zeitinventur
Setze dich mit Papier und Stift an einen ruhigen Ort. Erstelle einen Zeitstrahl mit 24 gleich großen Einheiten. Alternativ kannst du auch ein Tortendiagramm mit 24 Stücken erstellen. Das Diagramm steht für einen typischen Tag in deinem Leben. Fange nun an, deine “Fixkosten” (z.B. Arbeit, Familienzeit, Sport, Schlaf etc.) einzutragen.
Sobald alles eingetragen ist: Wie viel freie Zeit bleibt dir und wo liegt diese? In der Zeitschrift Psychologie Heute stand neulich, dass diese Freizeit bei vielen Menschen selten mehr als drei bis vier Stunden beträgt. Zeit ist also wirklich ein knappes Gut.
Nun springt durch diese Methode nicht automatisch mehr Zeit für dich heraus. Sie zeigt dir allerdings, wo freie Zeitblöcke sind und wann du dein Üben planen kannst.
Möglicherweise hilft es dir, wenn du als Gegenentwurf einen Diagramm eines idealen Tag planst. So kannst du direkt vergleichen, wie sich dein aktueller Status von deinem Wunschbild unterscheidet.
Ich versuche 2-3 Mal im Jahr ein Zeitprotokoll (Öffnet in neuem Fenster) zu erstellen. Darin trage ich minutengenau ein, was ich am Tag alles mache. Meistens im Verlauf einer ganzen Woche. Einmal erstellt kann man dieses Protokoll auch ideal als Grundlage für die Zeitinventur nutzen. Wie das funktioniert, habe ich dir in diesem Übezeit-Tipp (Öffnet in neuem Fenster) zusammengefasst.
Mentales Üben
Wenn du regelmäßig die Übezeit ließt, dann wirst du sicher eines bereits festgestellt haben: die Kombination aus mentalem und tatsächlichem Üben zählt zu den effektivsten Formen des Übens. In mehreren Studien konnte dies bereits belegt werden.
Nutze Fahrzeiten in den Öffentlichen Verkehrsmitteln, um mental an deinem Klang und schwierigen Stellen zu arbeiten. Stelle dir dabei die einzelnen Parameter deines Spiels so exakt wie möglich vor:
Wie klingt mein Instrument?
Wie fühlen sich die Finger auf dem Instrument an?
Spüre ich den Kontakt zum Instrument?
Höre ich die Noten, die ich spielen möchte?
Kann ich mir das Notenbild vorstellen?
Wie fühlt sich mein Körper an?
Mehr zum Mentalen Üben findest du hier (Öffnet in neuem Fenster).
ALPEN Methode

Aufgaben aufschreiben
Notiere alle Stücke, die geprobt werden müssen. Verschaffe dir einen Überblick über deine To-Dos.
Länge einschätzen
Plane realistisch ein, wie viel Zeit du für jedes Stück benötigst.
Pufferzeit einplanen
Lass etwa 40 % der Zeit für Unvorhergesehenes frei – z. B. für anspruchsvollere Passagen oder Tage, an denen du weniger effektiv üben kannst.Entscheidungen treffen
Setze Prioritäten: Welche Stücke übst du zuerst? Eine klare Reihenfolge hilft dir, fokussiert zu bleiben. Gehard Mantel prägte den Satz: “Üben ist der Versuch, das Schwere immer leichter zu machen!” Schau also, ob du auf dem Weg zum herausforderndsten Stück Zwischenschritte einlegen kannst - also andere Stück, die dir beim Erarbeiten helfen können. Das hilft dir möglicherweise bei der Priorisierung.
Nachkontrollieren
Überprüfe deinen Fortschritt regelmäßig: Audio-Aufnahmen oder ein Notizbuch können dir zeigen, was du bereits geschafft hast und wo noch Arbeit nötig ist.
Neue Folge am Montag!
Road t0 50
Am 15.06 ist es soweit: Die 50. Folge “Wie übt eigentlich..?” geht online. Dazu sitze ich gerade im Zug nach Berlin - dort treffe ich meinen Gast.
Um diesen wunderbaren Meilenstein zu feiern, gibt es bis dahin jede Woche eine neue Folge. Vielleicht hast du es bei Spotify & Co schon gesehen ;-)
Ich freue mich, wenn wir uns am Montag zu einer neuen Folge MusicLab gemeinsam mit meinem Trompeten-Kollegen Marvin Frey wieder hören!
Noch mehr Tipps
Das Thema Zeitmanagement beschäftigt auch mich seit längerer Zeit. Job, Podcast, Unterrichten und Konzerte spielen wollen mit Familie und Hobbies vereinbart werden. Darum gab es bereits vor einem halben Jahr einen ähnlichen Übezeit-Artikel - allerdings mit anderem Schwerpunkt.
Wenn dich das Thema interessiert, findest du diesen Artikel weiterhin im Übezeit-Archiv.