#7 / Gepriesen sei der Widerspruch
Zwei Boomer überwintern am anderen Ende der Welt

Hola ihr Lieben!
Wir sind ja notorische Romantiker. Sonnenuntergänge funktionieren bei uns so zuverlässig wie “Killing me softly” von den Fugees. Also nach der Arbeit runter an den Strand, mit diesem leicht seligen Blick. Hach, alles wie früher, also fast.
Und dann? Endet die Romantik abrupt.
Geseufzt
Die Lachsfarm am Horizont hätten wir noch durchgehen lassen, die endlosen Reihen von Muschelbojen auch. Aber nicht Seilreste, Plastikzeug, Farbeimer, Kanister, eben alles, was eine Seefood-Industrie so braucht und was man am Strand liegen läßt, weil: Gegend ist ja genug. Und darum geht es in dieser Woche in unserem Podcast: Auch am anderen Ende der Welt entkommst du dem Scheiß nicht, der ja oft genug dein eigener ist. In der Bonusfolge für unsere Steady-Community behandeln wir, mal wieder, unsere Leben voller Widersprüche. Darauf eine schmacko Ceviche.
Geflashed
Und gleich wieder Romantik - wir geben nicht auf. Dann und wann unternehmen wir Ausflüge in die absolut phantastische Gegend. Morgens guckten wir aus unserem Haus am See. Und sahen im Morgensonnenlicht dieses Ruderboot mit dem kunstvoll angeflantschten Ausleger. Der Herr führte behutsam die Paddel während eine Frau stolz majestätisch im Boot stand und die Leine mit der Fliege nach zwei, drei eleganten Schwüngen präzise dorthin feuerte, wo sie hin sollte, nah ans Ufer, aber nicht ins Gestrüpp. Ein Moment, in dem die Zeit stillzustehen schien - es stimmte einfach alles. Auch wenn der Fisch das anders gesehen haben mag.
Gelernt
Lupine ≠ Lupine.
Wussten wir auch nicht. Als deutsche Wochenendgärtner hielten wir die Lupine für alternativlos: hübsche, nützliche Stickstofflieferantin. In Los Lagos standen wir dann vor violetten Blütenmeeren, die eher nach Postkarte als nach Ökosystem aussahen. Vieles, was hier wie ewige Natur aussieht, ist erst kürzlich eingeführt worden– und manchmal ein Problem. Welche Lupinen hierher gehören, welche sich breitmachen und warum gute ökologische Absichten in Südchile oft Nebenwirkungen haben: hinter der Paywall.
Gegessen
Sorry, schon wieder. Essen ist nun mal Sex des Alters, während Sex ja das Essen im Alter ersetzen sollte. Anderes Thema. Uns fielen drei Kilogramm Almejas vor die Füße, Venus-Muscheln in riesengroß, die natürlich sofort verarbeitet werden wollten. Die Fromage-Freaks hier haben natürlich einen Weg gefunden, den Käse irgendwie in die Muschel zu kriegen. Küchenchefin Suse verrät unserer Steady-Community das Rezept.
Gerettet
Wir hätten da mal eine Frage: Ist es sinnvoll, Plastikeimer mit Lassoband zu reparieren? Und wie tackert man den Griff vom Komposteimer kunstvoll zusammen? Dank der ausgeprägten Recyclingmentalität unserer Gastgebendem würde auch Hajos Lieblingsshorts gerettet. Bastelanleitungen finden sich im Deluxe- Newsletter.
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Ein herzliches Hasta, Suse und Hajo
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