#8 / Weltexklusiv! Wir verraten unsere Ausrüstung
Zwei Boomer überwintern am anderen Ende der Welt

Hola ihr Lieben,
was wäre eine dreimonatige Reise ohne die geeignete Ausrüstung? Was brauchen wir, was ist überflüssig? Und was passt ins Handgepäck? Mehr haben wir ja nicht bei uns. Für unsere aktuellen Podcastfolge (hier auch als Video) haben wir unsere Rucksäcke ausgekippt und zeigen alles, von Anker-Ladegerät bis Zinksalbe. In der Bonusfolge für unsere Steady-Community spielen wir Esther und Schweini und ziehen unsere Halbzeitbilanz.
Geschwitzt und gebibbert
Das Klima in Patagonien ist eine bitch, wie unsere Söhne sagen würden. Morgens um 7 Uhr haben wir 6 Grad, nachmittags messen wir auf der Veranda 43. Wenn wir Phasen mit angenehmen Tagestemperaturen um die 20 Grad haben wollen, müssen wir also etwas später aufstehen, dafür lange Fiesta machen und abends etwas länger unterwegs sein - genau unser Ding.
Geohrfeigt
In Patagonien gibt es genau ein Lebewesen, das sich von Wind, Weite und Wildnis völlig unbeeindruckt zeigt: die Tábano Negro, auch liebevoll-gefürchtet Coliguacho genannt. Diese schwarze Riesenbremse ist kein Insekt, sie ist eine brummende Naturgewalt: laut, hartnäckig und mit der festen Überzeugung, dass dein Blut heute auf der Speisekarte steht. Während Guanacos würdevoll durch die Steppe ziehen, verfolgt dich der Coliguacho mit der Ausdauer eines chilenischen Hundes, der eine Woche lang im Fasten-Retreat war. Die Einheimischen wenden die Backpfeifentechnik an: Das Viech bekommt einen kurzen ansatzlosen Schlag, taumelt zu Boden und verzieht sich dann, meistens.
Geschossen
Eines Abends kommt Vitos Mappe auf den Tisch. Zwischen den Deckeln Zeitungsausschnitte aus den 60er, 70er und 80er Jahren - sein Werk als politischer Fotojournalist. Wie Hajo hat er viele einsame Stunden in der Dunkelkammer erlebt, zwischen Negativstreifen, Chemiebädern, Stoppuhr und dem Bangen, ob der eine Schuß mit der Kamera auch gesessen hat. Kann man sich in digitalen Zeiten kaum vorstellen. Im Deluxe-Teil zeigen wir eine kleine Auswahl sowie ein heiteres Suchbild: Auf dem Foto von der Militärparade ist einem Gardesoldaten die Hose im Schritt geplatzt und gibt den Blick frei auf das, was der Spanier Cojones nennt.
Geködert
“Damit die Kopfhaut keinen Sonnenbrand bekommt, brauche ich etwas auf den Kopf”, sagt Suse, und zeigt auf die Baseballmütze, die ganz zuunterst hinter der Scheibe eines Tresens in einem Supermarktregal liegt. “Ziemlich teuer”, knurrt Hajo, läßt sich aber vom geheimnisvollen Logo überzeugen. Rapala steht darauf, darunter grinst ein Fisch mit Zigarre im Mund, so wie wir wenig später. Denn Suse wirbt jetzt für den führenden Hersteller von Angelködern. Chinenisch? Nee, finnisch.
Geschaukelt
In der Nachbarschaft steht ein Foodtruck, der mit “Sushi-Burger” wirbt. Hajo als angehender Foodtruckpilot (hat er seinem kleinen Sohn zugesagt, sobald der mit seiner Kochlehre fertig ist) war natürlich neugierig. Die reizende Dame am Tresen erklärte, dass zwar leider weder Sushi noch Burger zu haben seien, dafür aber exortische Leckereien wie Kartoffeln, Huhn und natürlich Käse. Die Schaukel mit Blumenketten und Blick auf Vulkane und Fjord hat für alles entschädigt. Und das Bier auch.
Herzlichst, Suse und Hajo
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