
Seit ich vor etwa einem Jahr angefangen habe, das mit der Schriftstellerei ernst zu meinen, hat mich mein eigenes Schreiben sehr überrascht. Das, was da aus mir herausfließt, hätte ich weder planen noch voraussehen können.
Es passiert mir oft, dass ich mich mit einer bestimmten Absicht vor ein leeres Dokument setze – und dann entsteht ein ganz anderer Text als der, den ich beabsichtigt hatte. Ich habe mit der Zeit gelernt, diesem Prozess zu vertrauen.
So war es auch mit der Entstehung meiner neuesten Kurzgeschichte. Aus einer Laune heraus habe ich im vergangenen Dezember eine Challenge auf Mastodon gestartet: Unter dem Hashtag #30TageKunst habe ich interessierte Leute und mich selbst dazu aufgerufen, 30 Tage lang jeden Tag etwas Kreatives zu machen: schreiben, malen, basteln, fotografieren, singen – egal was. Und darüber täglich auf Mastodon zu berichten.
Ich hatte dabei kein konkretes Ziel vor Augen – ich wollte einfach nur mit der Community in Kontakt kommen.
Doch ganz nebenbei ist in diesen 30 Tagen eine neue Kurzgeschichte entstanden. Eine, die mich vor große Herausforderungen gestellt hat.
Denn die Geschichte, die da so ungeplant entstanden ist, berührt ein sehr persönliches Thema, über das ich noch nie zuvor öffentlich gesprochen/geschrieben habe: mein Aufwachsen in einer streng religiösen Gruppierung.
Ich habe eine ganze Weile mit mir gerungen, ob ich diese Geschichte und die Thematik dahinter öffentlich machen möchte. Und ja, das möchte ich. Sie gehört zu mir. Und offensichtlich auch zu meinem Schreiben.
Schreiben bedeutet, permanent mit einem großen Kochlöffel im Unterbewusstsein herumzurühren.
🤷♀️
Alles Liebe
Miriam
❤️