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Die letzten Wochen auf der Couch

Zum Ärger des Bundeskanzlers bin ich die dritte Woche krankgeschrieben. Ich trage nichts zum Bruttosozialprodukt bei und das feiere ich, indem ich alles aufleben lasse, wofür sonst nur selten Zeit ist. Natürlich gibt es viele Dinge, die für mich momentan nicht drin sind: Schwere Sachen heben (liebe Hanteln, wir sehen uns erst wieder im Herbst!), Sport, Baden. Mein Körper ist langsam, ich bin schneller müde und verbringe immer noch den Großteil des Tages auf der Couch.

Aber Bücher und Stricknadeln, Musik und Notizhefte haben sich hier bei mir breitgemacht. Wenn ich nicht gerade ein Nickerchen mache, handarbeite und lese und schreibe ich mich durch diese Tage.

Ich

……lese: mich durch diesen Bücherstapel. Hier ist alles dabei von hervorragend bis hin zu „ich-muss-dieses-Buch-weglegen-sonst-drehe-ich-durch“.

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feiere: das Amen Magazin (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) von Campus für Christus. Was für ein hochwertiges Produkt – inhaltlich und grafisch! Ich durfte für die neue Ausgabe einen Artikel beisteuern. Randnotiz: Dass mein Name mal direkt unter dem von Anselm Grün steht, hätte ich mir auch nie träumen lassen.

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…..vermisse: den Sommer meiner Kindheit. Nach dem Horrorwochenende mit 40 Grad lag ich am Montag heulend im Bett und fluchte: Ich hasse den Sommer so sehr! Diese Hitzewellen stressen mich psychisch und körperlich. Ich sehe, wie der Garten, die Tiere und wir Menschen leiden. Nicht vorzustellen, bei diesen Temperaturen ohne Klimaanlage im Krankenhaus zu liegen. Es muss etwas passieren…..

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Nach zwei Tagen bei 40 Grad ist dieser Heidelbeerstrauch Geschichte…..

….trinke: Eiskaffee in rauen Mengen. Ein kleiner Lichtblick an unerträglichen Tagen. Früh mache ich eine ganze Kanne Kaffee, lasse ihn abkühlen. Ein paar Eiswürfel ins Glas, etwas Kaffee dazu und mit viel Milch auffüllen. Zack, fertig. Lieben wir hier alle sehr!

stricke: dieses Shirt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) aus einem Leinen-Baumwoll-Gemisch. Ich mag die Farb-Kombi und das Muster. Weniger begeistert bin ich vom Kragen, der sich nach außen rollt. An alle Strickprofis da draußen: Wie kann ich das Shirt retten ohne es komplett aufzutrennen?

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bete: täglich meine inneren Listen ab – Freunde, Familie, Bekannte, Länder, Regierungen usw. Ein weiterer Pluspunkt meiner üppigen Couchzeit.

erstelle: einen Notfallordner und fühle mich dabei richtig erwachsen. Ein Projekt, das ich zu lange vor mir hergeschoben habe! Habt ihr schon einen? Meiner enthält jetzt alle wichtigen Infos wie Passwörter, digitaler Nachlass, Kontaktlisten, Organspendeausweis, Patientenverfügung, Testament, usw. Sogar meine Beerdigung habe ich diese Woche geplant. War ein krasser Vormittag, als ich Lieder und Gedichte aussuchte. Und mich mit den verschiedenen Formen von Beerdigungen befasste. Habt ihr schonmal von der Reerdigung (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) gehört? Ich bin seltsam fasziniert…..

….hoffe: bald wieder ins Wasser zu dürfen. Ich vermisse den See. Den Fluss. Das Gefühl getragen zu werden.

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….fühle: mich wunderbar. Nach dem ersten anstrengenden, herausfordernden Halbjahr strömt Freude zurück. Ich habe wieder soviel Lust am Leben! Und ich wache früh mit Vorfreude auf den Tag auf. Dann liege ich noch eine Weile im Bett und lächle vor mich hin. Das hatte ich wirklich ….. sehr sehr lange nicht mehr.

….freue mich: über diese zwei Teile, die ich Second Hand ergattert habe.

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repariere: meine Lieblingshose. Sie hat ein paar Flecken, die sich nicht mehr entfernen lassen. Ich habe sie mit Sonnenblumen bedeckt.

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….laufe: immer noch meine täglichen 20 min durch den Garten. Und jeden Tag entdecke ich neues.

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plane: einen Trip mit meinen Töchtern in die französischen Alpen. Danach wird die große Tochter ausziehen (JA, ICH WEISS, DAS IST KOMPLETT VERRÜCKT UND HERZZERREISSEND UND WUNDERBAR!). Sie hat einen Platz an einem internationalen College bekommen, wo sie den Schulabschluss machen wird.

arbeite: ab und zu in meinem Skizzenbuch.

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höre: diesen absoluten Banger (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) von The Bengsons in Dauerschleife:
„No, I’m past to mend this broken heart. I am just trying to hold all the pieces and honor every part.“
Und dieses Album (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) von „The Porter’s Gate“.

genieße: Besuch. Immer wieder kommen Freundinnen vorbei, manche bleiben direkt ein paar Tage und helfen hier mit. Frauensolidarität rettet meine kleine Welt wieder und wieder.

putze: so wenig wie noch nie. Eine gute Übung im Liegenlassen. Und Vertrauen, dass sich der Haushalt wieder erholen wird.

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liebe: mein Leben wie es gerade ist. Die beiden OPs waren erfolgreich, ich bin gesund, meine Töchter gedeihen, was will ich mehr?

Jetzt bist du dran: Was liest, machst, hoffst, hörst, planst, genießt, fühlst du? 
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