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Wir sind nicht fertig mit 50

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Es ist Samstagabend und ich sitze mit einer Freundin in dem einzigen griechischen Gasthaus weit und breit. Es hat sich seit meiner Kindheit nicht verändert. Die weiß-schwarzen Mini-Fliesen, die wuchtige Holztheke, die Fotos des örtlichen Fußballvereins, die 80er-Jahre-Tische und Stühle. Selbst der Geruch ist noch immer derselbe. Nur die Jukebox im Eingangsbereich ist gewichen. Gott sei Dank plärren Modern Talking und Milli Vanilli nicht mehr. Für den Soundtrack sorgen die Gäste selbst, die miteinander anstoßen und im Laufe des Abends (und mit zunehmendem Alkoholpegel) die fränkische Lautstärke hochschrauben. 

Das Essen ist großartig. Wie immer. Und billig. Und viel. 

Während wir uns Pommes, Zaziki, gefüllte Weinblätter und frittierten Schafskäse schmecken lassen, geben wir uns ein gegenseitiges Lebens-Update. So leben wir wohl nun unsere Freundschaften in den mittleren Jahren. Zwischen alternden Eltern, beruflichen Verpflichtungen, Kindern, Partnern, abnehmender Energie reicht die Zeit oft nur noch für gelegentliche Treffen. Wir bringen uns auf den neuesten Stand. Neue Freundschaften können anstrengend sein, wenn man schon fünf Lebensjahrzehnte hinter sich gebracht hat, denn das Leben ist mittlerweile so dick wie ein Buch. Bei A anzufangen, bedeutet, fast das ganze Alphabet durchhecheln zu müssen von A wie Ausbildung, F wie fiese Beziehungen, G wie Geschwister bis hin zu L wie Liebeskummer. 

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