von Bernd Schwickerath und Christoph Fetzer
In der Kolumne „Best-of-seven“ blicken wir auf die Highlights der Eishockey-Woche.
Thema der Woche: Die Champions Hockey League

Kennt Ihr David Goodwin und Mark Viitanen? Nein? Das sind die CHL-Topscorer der Belfast Giants und von GKS Tychy. Die einzigen beiden Teams, die in der Ligaphase der Champions League schlechter abgeschnitten haben als die Eisbären Berlin. Platz 22 von 24 für den Deutschen Meister, nur ein Sieg aus sechs Spielen, K.-o.-Phase verpasst. Enttäuschend.
Die Eisbären Berlin und die CHL, Beziehungsstatus: kompliziert. Das Viertelfinale in der vergangenen Saison war das bisher beste Abschneiden der Berliner. Nun ist die aktuelle Spielzeit mit der großen Verletztenmisere vielleicht nicht der richtige Gradmesser. Trotzdem: Dass es nach dem Auftaktsieg gegen Storhamar aus den Spielen gegen Klagenfurt, Lukko Rauma, Grenoble, Frölunda und Salzburg nur noch einen Punkt gab, kann nicht der Anspruch eines deutschen Topteams sein.
Auch die Idee, für zwei der drei Heimspiele in den Welli zu gehen und auf den Faktor Nostalgie zu setzen, ging zumindest sportlich in die Hose. 2:6 gegen Lukko Rauma und 5:6 nach Penaltyschießen gegen Grenoble lauteten die beiden Ergebnisse im Wellblechpalast.
Wenigstens qualifizierten sich die beiden anderen deutschen Teams fürs Achtelfinale. Der ERC Ingolstadt als Sechster souverän, schon einen Spieltag vor Schluss und am Ende mit dem höchsten CHL-Sieg der Klubgeschichte (8:2 gegen Odense). Die Fischtown Pinguins Bremerhaven mit etwas Glück, sie kamen als 16. und damit letztes Team weiter.
Zwei Spieler stachen dabei heraus: Riley Barber war mit acht Punkten in sechs Spielen wie auch bisher in der DEL Ingolstadts Topscorer. Gleiches gilt bei Bremerhaven für Jan Urbas. Er traf in fünf der sechs Gruppenspiele, sammelte insgesamt acht Scorerpunkte und ging immer mit vollem Einsatz voraus. Neben seinen präzisen und harten Schüssen bleibt der Hechtsprung in Erinnerung, mit dem er im abschließenden Gruppenspiel gegen Storhamar bei Empty Net einen sicheren Gegentreffer verhinderte.
Zwei weiter, einer raus - diese Formel gilt nicht nur für die DEL, sondern auch für die Teams aus der Schweiz und aus Tschechien. Der HC Lausanne mit Dominik Kahun verpasste ebenso das Achtelfinale wie Hradec Karlove. Dagegen kamen aus Finnland und Schweden jeweils alle drei Teams weiter, vier der ersten fünf Plätze gingen an Mannschaften aus diesen beiden Ligen (1. Ilves, 2. KalPa, 3. Frölunda, 5. Lukko Rauma). Für Ilves scheint die CHL eine willkommene Ablenkung von der Liga zu sein. Sechs glatte Siege holten die Finnen, in der Liga sind sie dagegen Vorletzter.
Und was passierte abgesehen vom rein Sportlichen? Da müssen wir natürlich wieder auf die Zuschauerzahlen schauen. Gut sehen die erneut nicht aus. Der SC Bern ist der einzige der 24 CHL-Klubs, der im Schnitt mindestens 5000 Zuschauer anlockte. Um genau zu sein: 6753. Stolze Zahl für die CHL, sollte man meinen. Aber wenn wir sehen, dass die Berner in der Schweizer Liga bislang 15.298 Fans pro Spiel begrüßen, ist das schon sehr wenig.
Noch düsterer sieht es in Berlin aus: In der DEL haben die Eisbären regelmäßig eine volle Arena mit dann 14.200 Zuschauern, zu ihren drei Europapokalspielen kamen durchschnittlich 4664. Nun muss man da mitdenken, dass zwei der Heimspiele im Welli stattfanden – aber allein das sagt ja viel über den Stellenwert der CHL aus. Bremerhaven (3788) und Ingolstadt (2588) liegen ebenfalls deutlich unter ihrem DEL-Schnitt.