von Bernd Schwickerath und Christoph Fetzer
In der Kolumne „Best-of-seven“ blicken wir auf die Highlights der Eishockey-Woche.
Thema der Woche: Kreis bleibt, Fischer geht

Es sind zwei spannende Eishockey-Jahre für Deutschland und die Schweiz. Erst die Olympischen Spiele in Mailand, für die beide Nationen qualifiziert sind und bei denen sie jeweils mit Mannschaften antreten, die stärker sind als je zuvor. Und dann finden die beiden nächsten Eishockey-Weltmeisterschaften in der Schweiz (2026) und in Deutschland (2027) statt. Wer bei den WM-Gastgebern hinter der Bande stehen wird, ist jetzt geklärt. Bei der nächsten WM bleibt alles beim Alten, Harold Kreis coacht Deutschland und Patrick Fischer die Schweiz. Aber dann geht es nur für einen weiter: Der Deutsche Eishockey Bund (DEB) hat den Vertrag mit Harold Kreis verlängert. Dagegen wird sich Patrick Fischer anders orientieren. Sein Vertrag läuft nach der Heim-WM 2026 aus und er wird ihn nicht verlängern. Jan Cadieux, aktuell Co-Trainer, wird als Head Coach übernehmen.
Insgesamt vier WM-Silbermedaillen haben die beiden in ihrer Zeit als Cheftrainer angesammelt. Fischer drei (2018, 2024 und 2025), Kreis eine (2023). Die Schweiz hat sich unter Fischer zu einer Topnation entwickelt, die bei Weltmeisterschaften mittlerweile nicht mehr Geheimfavorit ist, sondern vor dem Turnier zu den Medaillenkandidaten zählt. Da, wo die Schweiz schon ist, will Deutschland hin. WM-Silber 2023 war ein Schritt in diese Richtung, aber so gefestigt wie in der Schweiz ist der Erfolg noch nicht. Die Eidgenossen standen bei den vergangenen zehn Weltmeisterschaften neunmal im Viertelfinale, nur 2016 nicht. In der gleichen Zeit war für Deutschland immerhin dreimal schon in der Gruppenphase Schluss. Und auch bei (Silber-)Medaillen steht es eben 3:1 für die Schweiz.

Der ganz große Coup, der WM-Titel, ist Patrick Fischer und der „Nati“ allerdings verwehrt geblieben. Eine Chance gibt es noch: Beim Heim-Turnier nächstes Jahr in Zürich und Fribourg. Danach sieht Fischer seinen Job als erledigt an. „Nach zehn intensiven und prägenden Jahren ist die Entscheidung gereift, die Nationalmannschaft nun in andere Hände zu übergeben“, wird er in einer Pressemitteilung des Schweizer Verbands zitiert. „Es war eine unglaublich bereichernde Zeit, und ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben.“
Ob Fischer dann einen Club übernimmt (in Bern und Zürich sind gut bezahlte Posten zu besetzen) oder eine andere Nationalmannschaft coacht oder sein Glück in der NHL versucht, steht noch in den Sternen. Vielleicht wählt er auch einen ganz anderen Weg. Schließlich ist Fischer auch immer für Überraschungen gut. Nach seiner Spieler-Karriere, die ihn bis in NHL brachte, wegen einer schweren Verletzung aber auch früh endete, machte er 18 Monate Pause, spielte Poker und ging in den in den Dschungel in Peru, um sich selbst zu finden. Er lebte bei indigenen Menschen und kaufte sogar Land für sie. Kein gewöhnlicher Weg.
