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Ein Schmunzler, ein Hingucker & ein Aufreger: Neues von de.hypotheses im August/September

Im Spätsommer gab es in den de.hypotheses-Blogs moderne Karikaturen und frühneuzeitliche Insignien, die ihre Träger karikierten. Hitzige Diskussionen standen neben (klein)eiszeitlicher Literatur. Ums Schreiben geht es auch in unseren Herbst-Workshops – aber erst einmal wünschen wir frohes Schmökern!

Beiträge des Monats: Unsere Hingucker

Denkmal: Schuhe von Letten, die 1941 deportiert wurden (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Werch ein illtum, auch die Geschichtswissenschaft in ein Links-Rechts-Schema zu pressen

“Wird die Geschichtswissenschaft jetzt konservativ?” fragt Jannis Koltermann in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und bescheinigt dem Fach eine linksliberale Hegemonie. Wie gut, dass sich Geschichte nicht in binäre Rechts-Links-Schemata pressen lässt, entgegnet Andreas Frings und meint: Pluralität ist keine Schaukel, bei der mal die einen und mal die anderen oben sitzen, sondern eine Vielfalt mit Unschärfen und Ambivalenzen.

Bild zeigt Krönungszeremonie von Joseph II (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Zu alt, zu groß, gar nicht echt?

1764 wurde der Habsburger Joseph II. in Frankfurt zum römisch-deutschen König gekrönt – im wuchtigen und, wie der junge Goethe fand, viel zu großen Ornat Karls des Großen. Über die Krönung Leopold II. hieß es einige Jahrzehnte später, der “Kaiserornat sah aus, als wär’ er auf dem Trödelmarkt zusammengekauft”. Um den Wert historischer Insignien, die immer wieder umgedeutet, angeeignet und mit Bedeutung aufgeladen wurden, denkt Christoph Mauntel im Blog „Zeitfugen“ nach.

Karte zeigt Verfolgungen zur Zeit der Pest 1348 bis 1350, mit "Jüdischem Schatzfund" aus Colmar im Mittelpunkt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Zwischen Hoffen und Bangen. Judentum vor Ort im deutschen Südwesten

Ein vergrabener Hochzeitsring als Zeichen der Hoffnung: Nach der Pest von 1348/49 wurden viele jüdische Gemeinden im Südwesten des Heiligen Römischen Reichs ausgelöscht. Doch das jüdische Leben verschwand nicht – es verlagerte sich aufs Land. Eine neue Blogreihe bei “Hoffnung Handeln” zeigt, wie Jüdinnen und Juden zwischen Rhein und Donau unter schwierigen Bedingungen neue Heimaten suchten und warum sie oft nie sicher sein konnten, ob sie bleiben durften.

Karikatur zeigt zwei Richter des Supreme Courts, die die Justitia am Boden knebeln, Donald Trump läuft im Hintergrund mit MAGA-Kappe davon. Ein Richter sagt: "Diese Dame wird Sie nicht länger belästigen, Mr President!" (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Karikaturen als Leitartikel?

Was macht eine gute Karikatur aus? Was kann eine Karikatur, was ein Leitartikel nicht kann – und umgekehrt? Bei “Text & Bild-Rhetorik” denkt Rüdiger Singer über die politischen Karikaturen des Kölner Zeichners Heiko Sakurai nach: Schuldenbremse & Trump inklusive.

Portäts von Karl Heinrich Ulrichs rahmen die Titelseite seines Buches "Gladius furens Das Naturräthsel der Urningsliebe und der Irrthum als Gesetzgeber. Eine Provocation an den deutschen Juristentag." (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Ein Mann zwischen den Welten. Der Pionier der Homosexuellen-Emanzipation

Karl Heinrich Ulrichs gilt als erster Mensch in Deutschland, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannte – und der ihre Entkriminalisierung forderte. Verfolgt, verkannt und im Exil gestorben, war er ein Pionier der Emanzipation. Zu seinem 200. Geburtstag erinnert Heiko Suhr an den Juristen, Wissenschaftler und Aktivisten aus Ostfriesland.

Aus den englischsprachigen Blogs:

Street art of two birds with text reading "Stop war in Ukraine". (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

“Russia is Unequivocally a ‘Cannibal Country’”. How Ukrainian Officials Talk About the ‘Russian World’

What is the ‘Russian World’ – russkij mir – and how is it understood today from a Ukrainian perspective? Liudmyla Pidkuimukha analyzes how Ukrainian leaders are responding to Russia's war of aggression with dramatic metaphors on X, Telegram, and other platforms. Between monster images, irony, and moral distancing, language becomes part of the resistance, she writes on the “TRAFO Blog for Transregional Research”.

Neu bei de.hypotheses: Willkommen!

Kolorierter Holzschnitt der Überschwemmung Amsterdam (Antdorff) im November 1570 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Literatur und kleine Eiszeit

Im Blog “Literatur und Kleine Eiszeit” geht es um die kulturellen Folgen der “kleinen Eiszeit”, die vom späten 13. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert in Europa für Fluten, Hagelschläge, frühe Wintereinbrüche und Dürren sorgte. Die Forscher:innen der Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe “Die Spuren der ‘Kleinen Eiszeit’ in der Literatur der frühen Neuzeit (1570–1780)” untersuchen die Folgen dieser extremen Klimabedingungen in den zeitgenössischen Texten und berichten im Blog aus dem Forschungsprojekt.

Aus den sozialen Medien

Auf dem Instagram-Account der Max Weber Stiftung (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) kommt unsere Community zu Wort: Bloggende erzählen, welche Entdeckung sie mit ihrem Wissenschaftsblog verknüpfen.

"Bloggen auf Hypotheses ist für mich unkompliziertes Schreiben und Publizieren
von Geschichtsbegeisterten für Geschichtsbegeisterte. Das gilt nicht nur für Promovierte, sondern gerade auch für Studierende, die dort niedrigschwellig erste eigene Forschungsergebnisse präsentieren." Jan Simon Karstens, Postdoc am Deutschen Historischen Institut Paris & Betreiber des Blogs https://womensail.hypotheses.org (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Der Historiker Jan Simon Karstens forscht am DHI Paris über so vielfältige Themen wie Geschichtsmemes, historische Lieder, die Besetzung von Luxemburg und Trier 1701–1714 und Seefahrtsgeschichte. Auf seinem Hypotheses-Blog “Identifying Maritime Women in the Age of Sail (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)” veröffentlicht er regelmäßig auch studentische Gastbeiträge, zuletzt Biographien von Frauen im frühneuzeitlichen Militär und Piratinnen in der Populärkultur.

Neues von uns

Das kurfürstliche Schloss in Bonn, jetzt Universität, mit blauem Himmel (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Schreib-Workshops mit de.hypotheses

Historiker:innen aufgepasst: Auf dem Historikertag in Bonn führen Mareike König und Ulrike Stockhausen ins Schreiben fürs Internet ein. In dem praxisorientierten, kollaborativen Workshop diskutieren wir, was einen Blogartikel ausmacht, der zu Ende gelesen wird und verraten, welche WordPress-Features dabei unterstützen können. Der Workshop findet am 18.09.2025 statt, Infos zur Anmeldung finden sich im Redaktionsblog (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Im Oktober geht es schreibend weiter: Am 15.10. bietet Community-Mitglied Rüdiger Singer von Text-Bild-Rhetorik (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) für die Bloggenden bei de.hypotheses eine Online-Schreibwerkstatt an. Von 9:30 bis 12:00 entwirren wir Schachtelsätze mit Hilfe der vier Kriterien für Verständlichkeit und diskutieren, was einen guten Text ausmacht. Anmeldungen nehmen wir unter blogs@maxweberstiftung.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) an.

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