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Devot (2003)

Henry rettet die hübsche Borderline-Prinzessin Anja vor dem Sprung von einer Brücke und nimmt sie mit nach Hause in seine düstere Kellerwohnung. Schon bald entspinnt sich ein SM-erotisches Katz- und Maus-Spiel. Beide sind nicht zu fassende Charaktere: Anja pendelt ständig zwischen naivem Opfer der Umstände in ihrem Leben und einer berechnenden Sexarbeiterin mit immensem Schauspieltalent. Henry dagegen ist einmal der sympathische Helfer-Typ, dann wieder ein gruseliger Keller-Psycho. Was ist die Realität und was nur Vorstellung, Wunschtraum oder Wahn? Ist Henry ein Mörder, ist Anja eine lebende Leiche?

Igor Zaritzky präsentierte uns 2003 diesen wendungsreichen Psychothriller mit Mystery- und BDSM-Elementen sowie der Darstellung einer Sexszene der härteren Gangart. Man wird aus den Figuren einfach nicht schlau, das ist in diesem Fall aber gut, denn so bleibt der Film spannend und interessant. Bereits das Max Frisch-Zitat zu Beginn des Films legt die Richtung fest: "Ich glaube an das Mysterium des Lebens, ich glaube an die Gewalt der Liebe und der Untreue, ich glaube an das schmerzlich Unberechenbare unseres Tuns."

Den Henry mimt Simon Böer, der neben vielen TV-Produktionen auch in Elementarteilchen (2006), Nymphomaniac (2013) und Tod den Hippies!! Es lebe der Punk (2015) spielte. Die Rolle der Anja übernimmt die Theaterschauspielerin Annett Renneberg, die mit dieser Rolle vollkommen zu Recht für den Deutschen Filmpreis nominiert war. Schade, dass sie später nur noch in schlechten Fernsehproduktionen zu sehen war. Igor Zaritzky beweist mit seinem philosophischen Psychospiel, dass der deutsche Film durchaus in der Lage ist, Anspruchsvolles und Unterhaltsames zu liefern.

https://www.imdb.com/de/title/tt0331231/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Sujet Film