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Berlin is in Germany (2001)

Martin Schulz kam 1989 noch vor der Wende wegen Toschlags ins Gefängnis. Elf Jahre später - die DDR ist Geschichte - wird er entlassen. Das wiedervereinigte Deutschland kennt er nur aus dem Fernsehen und er findet sich anfangs kaum zurecht. Seine Ehe ist zwar gescheitert, denn seine Ex-Frau Manuela hat mittlerweile einen neuen Mann, aber seinen elfjährigen Sohn Rokko will Martin nun endlich kennenlernen; er träumt davon, mit ihm zu verreisen. Martin trifft einige seiner alten Freunde wieder, darunter auch den früheren Schlosserkollegen Enrique, der mittlerweile als Taxifahrer arbeitet. Diesem Beruf will er nun auch nachgehen und lernt mit Manuelas Hilfe für die Zulassungsprüfung. Nebenbei nimmt Martin einen Job im Sexshop seines ehemaligen Mithäftlings Victor an. Als er jedoch erfährt, dass er wegen seiner Vorstrafe nicht zur Taxifahrerprüfung zugelassen ist und wegen Victors illegaler Geschäfte verhaftet wird, scheinen alle seine Träume zu platzen.

Die deutsche Tragikomödie Berlin is in Germany von Regisseur und Drehbuchautor Hannes Stöhr stammt aus dem Jahr 2001 und ist Stöhrs Regiedebüt. Neben zahlreichen Dokus inszenierte er sieben Jahre später den erfolgreichen Spielfilm Berlin Calling (2008). Im Jahr 1998 hatte Stöhr bereits einen gleichnamigen Kurzfilm mit der gleichen Geschichte an der Berliner Filmhochschule gedreht. Die vorliegende Langfilmversion der Stroy wurde mehrfach ausgezeichnet und gilt als einer der besten Berlin-Filme aller Zeiten. Die Hauptrolle als Martin Schulz übernimmt Jörg Schüttauf, in weiteren Rollen sehen wir Julia Jäger, Robin Becker, Tom Jahn, Edita Malovčić, Robert Lohr, Valentin Plătăreanu, Dirk Borchardt, Rainer Reiners und Oscar Martínez.

Berlin is in Germany mag mehrfach ausgezeichnet worden sein und als Berlin-Film gelten, mich konnte das Werk jedoch nicht wirklich fesseln. Vom Dialekt mal abgesehen, hätte der Film auch in jeder anderen Stadt spielen können. Etwas spezifisch Berlinerisches hab ich nicht entdecken können. Darüber hinaus gibt es einige arg zähflüssige Strecken, in denen alltägliche Dinge erledigt werden, echte Spannung kommt erst in den letzten fünfzehn Minuten auf. Was an der tragischen Milieustudie über einen Ex-Häftling, der versucht, wieder auf die Beine zu kommen, Komödie sein soll, hab ich nicht erkennen können.

Berlin is in Germany ist gut gespielt und sehr menschlich inszeniert, der Film vermeidet die typischen Klischees der Wendezeit und die Musik von Florian Appl ist gelungen, besonders mitreißend fand ich ihn dennoch nicht.

https://www.imdb.com/de/title/tt0276820/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Sujet Film