Ein christlicher Troglodytenstamm lebt unter der Führung des "El Seor" in einem Bergdorf im kolumbianischen Urwald. Die Leute leben so richtig christlich, also wie im Mittelalter und mit Kinder foltern, Vergewaltigung und Frauen unterdrücken. Als der selbsternannte Prophet El Seor eines Tages seiner Gemeinde ein Kind als neuen Messias präsentiert, kommen Unheil und Zerstörung über die Gemeinde. Seine drei Töchter, die immer wieder auch an den Worten des Übervaters zweifeln, leben durch ihn und seine Religion in Angst und Leid - wahrhaft christlich.
Der kolumbianische Film von Juan Diego Escobar Alzate ist nicht ganz zu fassen, er verweigert sich jeglichen Genre-Schubladen. Daher wurde er auch als Horrorfilm, Western, Fantasyfilm, Drama und als Folk-Horror bezeichnet, was alles nicht wirklich zutreffend ist. Die Atmosphäre sowie das ästhetische Konzept des Werks sind auf jeden Fall sehr stimmig. Poetische Worte und wunderschöne Bilder tragen zu einer ganz besonderen Stimmung bei. Optisch wie inhaltlich sind zahlreiche Reminiszenzen an die Filme von Alejandro Jodorowsky zu erkennen. Die körnig-goldenen Farben in den Landschaftsaufnahmen und die Flut an esoterischen Kalendersprüchen erinnern sehr an die Werke des Meisters des okkult-surrealistischen Films. Für Liebhaber von ungewöhnlichen Werken ist Luz: The Flower of Evil ein "Must Watch", für alle anderen immerhin noch ein stimmungsvoller Trip, der die wahren Schrecken der Religion eindrucksvoll schildert.
https://www.imdb.com/de/title/tt4500678/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)