
1900 – eine Zeit des Umbruchs. Während Teile der Gesellschaft – beschwingt von neuen Technologien und Ideen – in eine Aufbruchstimmung versetzt werden, beschwören andere den Schrecken der Moderne und den Wert des Traditionellen. Entsprechend gespalten ist auch die Kunstströmung des Jugendstils, der in diesen Jahren als Galleonsfigur neuer Konsumwelten seinen europaweiten Siegeszug antritt. Anlässlich der Sonderausstellung „Göttinnen des Jugendstils“ sprechen wir mit dem Kuratorenteam Dr. Elke Kollar und Lars Petersen über die gesellschaftlichen Verhältnisse zu Zeiten der Jahrhundertwende und wie diese im Jugendstil verarbeitet wurden. Wir thematisieren nicht nur die mannigfaltigen Formen der Frauendarstellung, sondern auch emanzipatorische Entwicklungen der Zeit und verschiedene Künstlerinnen. Einigen von ihnen gelang es, Weltruhm zu erlangen; andere konnten sich nur schwer in einer männlich dominierten Umgebung durchsetzen, doch rückten sie zuletzt aufgrund ihres bemerkenswerten Schaffens vermehrt in den Blick der Forschung.