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Ferien – eine leise Verschiebung der Wirklichkeit

Ferien sind kein Zustand, den man schlicht beschreibt.

Sie sind vielmehr eine sanfte Verschiebung der inneren Ordnung – ein kaum wahrnehmbares Verrücken der Gewichte zwischen Pflicht und Möglichkeit, zwischen Struktur und jener feinen, beinahe widerständigen Form von Freiheit.

Plötzlich verliert die Zeit ihre gewohnte Gravitation.

Sie rinnt nicht mehr in geordneten Bahnen, sondern fließt – unaufgeregt, ungerichtet, fast indifferent gegenüber unseren sonst so sorgfältig gepflegten Routinen. Mahlzeiten entgleiten jeder Konvention, das Frühstück wird zur späten Verbeugung vor dem Tag, das Abendessen ein leises Hinübergleiten in die Nacht. Der Rhythmus des Alltags wirkt in diesen Tagen beinahe wie ein fernes Konzept, das man einmal kannte, aber nicht mehr zwingend befolgen muss.

Und irgendwo dazwischen: das Sofa, die Terrasse, die flüchtige Verheißung eines Ausflugs – und natürlich Netflix, dieser moderne Aggregatzustand zwischen Zerstreuung und Eskapismus, der sich so mühelos in den Tag einfügt, als wäre er schon immer Teil dieses Schwebezustands gewesen.

Denn genau das sind Ferien: ein Schweben.

Ein Zustand zwischen Antriebslosigkeit und plötzlichem Tatendrang, zwischen dem Wunsch, sich einfach treiben zu lassen, und jener inneren Stimme, die insistiert, dass man diese kostbare Zeit doch nutzen müsse. Ein Paradox, das sich nicht auflösen lässt, sondern vielmehr seine eigene, stille Logik entfaltet.

Und während ich mich in diesem Zwischenraum bewege, meldet sich – wie sollte es anders sein – mein Wiesel zu Wort.

Es ist nervös, elektrisiert, beinahe überbordend in seinem Drang, aus dieser Ruhe etwas Produktives zu extrahieren. Drei Bücher gleichzeitig lesen, Gedanken sortieren, Ideen entwickeln – es möchte die Ferien nicht nur erleben, sondern sie gewissermaßen verwerten. Effizienz im Müßiggang – ein Konzept, das ebenso absurd wie vertraut wirkt.

Doch selbst dieses kleine, rastlose Wesen zeigt

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