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Ich löse den Magneten vom Kopf.

Ein unscheinbarer Handgriff – und doch von beinahe archaischer Wirkung.

Mit einem Mal kehrt Stille ein. Zwar schlagartig aber vom Gefühl für mich eher wie ein Zurückgleiten, ein sanftes Absinken aus einer permanent vibrierenden Welt in einen Raum ohne akustische Verpflichtung.

Ich löse die Otoplastik.

Ich lege Hörlibert zur Seite.

Pause.

Mein Pausen-Move.

Wichtig. Unverhandelbar.

Die Fortbildung selbst ist ein Geschenk. Sie macht Freude, echte, unverstellte Freude. Wissenslücken schließen, Altbekanntes neu sortieren, Verknüpfungen herstellen, die bislang lose im Raum schwebten. Lernen als geistige Beweglichkeit, nicht als Pflichtübung. Ich liebe das. Ich liebe es, mich hineinzufuchsen, aufmerksam zu sein, Denkknoten zu lösen, Zusammenhänge zu durchdringen, bis sie plötzlich eine innere Logik entfalten.

Lernen ist für mich kein situatives Ereignis, sondern ein Grundmodus. Wenn ich gerade nicht weiß, was ich Neues lernen könnte, lese ich. Ich studiere aktuelle Schreiben, Beschlüsse, Veränderungen im Wirtschafts- und Steuerrecht, vertiefe mich in juristische Feinheiten oder verliere mich mit großer Begeisterung in Geschichten aus der Geschichte. Jetzt, in diesen Tagen, öffnet sich ein anderes Feld: der soziale, medizinische Bereich. Neue Perspektiven, neue Begriffe, neue Denkachsen. Und ja – ich liebe auch das.

Nächste Woche wird es wieder gemischt sein. Wonach mir auch immer ist. Lernen kennt bei mir keine starre Disziplin, sondern folgt einer inneren Neugier, die erstaunlich zuverlässig weiß, wann sie was braucht.

Warum also dieser Pausen-Move gerade jetzt?

Der Tag begann im Frühstücksraum. Voll. Monteure. Viele, sehr viele Monteure. Kaum andere Gäste. Es war laut. Kein diffuses Murmeln, sondern dieses körperliche Lautsein: Stimmen, Stühle, Geschirr, Bewegung. Geräusche, die nicht einfach da sind, sondern Raum beanspruchen. Danach die Fortbildung. Stunden konzentrierten Zuhörens, permanenter auditiver Präsenz, ständiger Aufmerksamkeit.

Nach einem Tag höchster Konzentration, permanenter Beschallung und jener kaum sichtbaren Daueranspannung, die sich wie ein feines Zittern durch das Nervensystem zieht, ist dieser Rückzug kein Luxus. Er ist Notwendigkeit. Ein Akt der Selbstregulation. Fast ein Befreiungsschlag.

Die Anstrengung liegt nicht im Verstehen. Nicht im Inhalt. Nicht in der kognitiven Durchdringung. Diese gelingt mühelos, mit Freude sogar. Was ermüdet, ist das kontinuierliche Zuhören. Dieses ununterbrochene Wachsein im auditiven Modus. Das Filtern, Sortieren, Antizipieren. Hören nicht als beiläufige

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