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Es geht immer weiter. Immer weiter.

Ernest Hemingway schrieb einst: „Die schwerste Lektion, die ich als Erwachsener lernen musste, war die unerbittliche Notwendigkeit, weiterzumachen, egal wie zerbrochen ich innerlich bin.“

Und jedes Mal, wenn ich diesen Satz lese, spüre ich ihn.

Nicht als Zitat – sondern als tiefe Wahrheit, die in mir wohnt. Denn ja: das Leben wartet nicht. Es hält nicht an, wenn man taumelt. Es schenkt keine Pause, wenn man nicht mehr kann. Es läuft einfach weiter, als wäre nichts geschehen – ungerührt, fordernd, mit einer gewissen Gleichgültigkeit, die zugleich grausam und tröstlich ist.

Ich habe gelernt, dass Überleben selten glorreich aussieht. Es ist kein filmreifes Happy End mit Sonnenuntergang und Musik im Hintergrund. Es ist ein Montagmorgen, an dem die Gelenke schmerzen, der Kopf dröhnt und der Kaffee lauwarm wird, weil man zu erschöpft ist, ihn zu trinken. Es ist ein Tag, an dem das Wiesel in mir trotzig aufstampft und flüstert: „Jetzt reicht’s! Ich will nicht mehr stark sein! - ich gehe . Und zwar Schaukeln” – und die Wasserbüffelin in aller Ruhe antwortet: „Ich weiß. Und doch stehen wir wieder auf.“

Ich bin gefallen. Oft. Körperlich, akustisch, seelisch.

Ich bin gescheitert, verzweifelt, habe geflucht, mich verlaufen, verloren, neu gesucht.

Ich habe meine Hörwelt in Trümmern liegen sehen – und mich trotzdem entschieden, weiterzugehen.

Ich habe Geräte implantieren lassen, die mehr über Mut erzählen als jede Heldenballade, habe gelernt, den Klang der Welt neu zu hören – mit Maschinen, Magneten und einer unerschütterlichen Portion Ironie.

Denn Humor ist mein Rettungsboot, wenn die Wellen zu hoch schlagen.

Wenn ich stolpere, dann mit Stil. Wenn ich falle, dann wenigstens elegant – und stehe wieder auf, auch wenn’s zwickt.

Das Wiesel nörgelt, zetert, will alles sofort, springt kopfüber in jedes Drama.

Die Büffelin hingegen kaut bedächtig an einem Grashalm aus Gelassenheit, nickt langsam und murmelt: „Atmen. Wir haben Schlimmeres geschafft.“

Und irgendwo dazwischen – da bin ich.

Mit chronischer Erkrankung, mit zwei Cochlea-Implantaten, mit Tagen, an denen alles zu laut oder zu leise ist, mit Momenten in denen der Kummer übermächtig scheint. Mit Momenten, in denen mein Körper rebelliert und mein Geist müde ist. Und doch: Ich lache. Ich schreibe. Ich gehe weiter.

Resilienz ist kein Kampfgeschrei.

Sie ist das sanfte Summen eines Herzens, das sagt: „Ich bin noch da.“

Sie ist das

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