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„Zwischen Zeilen und Zirkulation – Das Wiesel und die Wortwaage“

Es gibt Texte, die fließen von selbst – federleicht, fast unbewusst, als würden sie irgendwo in der Luft darauf warten, endlich auf Papier zu dürfen.

Und dann gibt es jene anderen.

Die sperrigen. Die heiligen. Die, die man nur schreiben kann, wenn man sich jedes Wort ertrotzt, jeden Satz ertastet, jedes Gefühl dreimal überprüft, bevor man es wagt, es auszusprechen.

Genau so ein Text liegt vor mir.

Ein Text über meine Hospitation im Klinikum – über Medizin, Menschlichkeit, Ethik, Fortschritt, Demut.

Und über das, was zwischen all dem steht: die Verantwortung, wahrhaftig zu schreiben.

Ich sitze also hier, umgeben von Notizen, Satzfetzen und Anmerkungen, und ringe.

Was muss gesagt werden – damit es ehrlich bleibt?

Was darf gesagt werden – damit es respektvoll bleibt?

Und was sollte lieber unausgesprochen stehen, weil Schweigen manchmal die präzisere Form von Achtung ist?

Mein inneres Wiesel ist derweil völlig außer sich.

Ein unruhiges, neurotisches, hochambitioniertes Lektorenwesen mit überzogener Grammatikmoral.

Es rennt in meinem Kopf auf und ab, reißt Nebensätze heraus, verdreht die Augen über meine Adjektive und zischt:

„Das kannst du so nicht lassen! Zu pathetisch! Zu klinisch! Zu weich! Zu viel!“

Ich atme tief durch, überarbeite.

Jeder Satz wird umgeschmissen und neu formuliert.

Die Wortwahl geprüft wie ein chirurgisches Instrument vor der OP.

Das Wiesel seufzt. Ich seufze zurück.

Wir wissen beide: Präzision ist keine Zierde, sie ist Pflicht.

Und doch darf die Sprache nicht zum Sezierbesteck werden – sie soll berühren, nicht bloß beschreiben. Und ich frage mich, ob ich dieses Talent, diese Gabe in mir vereine?

Ich suche nach dem Gleichgewicht. Zwischen Information und Emotion. Zwischen Beobachtung und Berührung.

Und in diesem Ringen merke ich: Der Text ist längst mehr als ein Bericht.

Er ist eine Gratwanderung zwischen Nähe und Distanz, zwischen Fachlichkeit und Gefühl, zwischen der nüchternen Sprache der Medizin und der poetischen Sprache des Menschseins.

Das Wiesel murmelt: „Es geht um beides. Genau um beides.“

Und für einen kurzen Moment sind wir uns einig.

Am Wochenende erscheint der Text.

Eine Expedition zwischen Mikroskop und Mitgefühl, zwischen Kabeln und Klang, zwischen Verantwortung und Vertrauen.

Ich habe selten so lange an Formulierungen gefeilt,

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